25 Prozent weniger: Die Schweiz verliert 200'000 Mountainbiker | Ride MTB

25 Prozent weniger: Die Schweiz verliert 200'000 Mountainbiker

Mountainbike unbenutzt verstaubt im Keller

Die gute Nachricht: Mountainbiken gehört weiterhin zu den zehn beliebtesten Sportarten der Menschen in der Schweiz. Die schlechte: Die Zahl der regelmässigen Biker ist seit 2022 um 25 Prozent gesunken. Das zeigt die neuste Ausgabe der Sportstudie des Bundes über das Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung.

Die Menschen in der Schweiz gehören zu den sportlichsten Europas. Das ist eine der Erkenntnisse der Studie Sport Schweiz, die vor allem das Sporttreiben im Inland erhebt, aber auch einen internationalen Vergleich anstellt. 52 Prozent treiben pro Woche mindestens drei Stunden Sport, nur 17 Prozent sind inaktiv. Von den EU-Staaten übertreffen nur Finnland und Schweden diese Werte.

Besonders interessant an der alle sechs Jahre durchgeführten Studie ist das Beliebtheits-Ranking der Sportarten. Gefragt wurden Menschen ab 15 Jahren, welche Sportarten sie regelmässig betreiben. An der Spitze steht ein weiteres Mal der helvetische Fünfkampf bestehend aus Wandern, Radfahren – ohne Mountainbiken – Schwimmen, Skifahren und Joggen; in dieser Reihenfolge. Darauf folgen drei Disziplinen, die noch nicht so lange so weit vorne stehen: Krafttraining, Yoga/Pilates und Fitnesstraining. Auf Platz neun erscheint das Mountainbike. Vor König Fussball, vor Volleyball und Basketball, vor Langlauf und Bergsteigen, weit vor Tennis, Eishockey, Leichtathletik und anderen Disziplinen, die weltweit populär sind.

 

Von 10,9 auf 7,8 Prozent in vier Jahren

Die Position in den Top 10 ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass Mountainbiken in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit verloren hat. Bei einer Zwischenerhebung 2022 gaben 10,9 Prozent der Befragten an, regelmässig zu biken, 2026 sind es nur noch 7,8 Prozent. Das sind fast 25 Prozent weniger. Zwar ist die Bevölkerung der Schweiz in den letzten vier Jahren gewachsen (um rund 8 Prozent), das macht aber den Rückgang bei weitem nicht wett. Die 25 Prozent stehen für mehr als 200’000 Personen, die das Mountainbiken aufgegeben haben.

Diese Zahl lässt auch die eingebrochenen Verkaufszahlen von Mountainbikes in der Schweiz in einem anderen Licht erscheinen. Bisher konnte man noch hoffen, dass die vielen, die sich in den Corona-Jahren ein Bike gekauft haben, in der Zwischenzeit zwar nicht noch eines erstanden haben, aber immer noch auf den Trails unterwegs sind. Die nur noch gut 600’000 Mountainbiker in der Schweiz, im Vergleich zu den fast 820’000* vor vier Jahren, widerlegen das deutlich.

*Die Anzahl Mountainbiker errechnet sich aus den Bevölkerungsanteilen, die die Studie Sport Schweiz ermittelt hat und den Bevölkerungszahlen die das Bundesamt für Statistik für jedes Altersjahr zur Verfügung stellt. Ein Beispiel: Personen in der Schweiz 15 Jahre und älter: 7'800'260 x 0.078 = 608'420.

Die Anzahl Mountainbiker ist eine Annäherung, berechnet aus den Prozentzahlen der Studie Sport Schweiz und Zahlen des Bundesams für Statistik (Bevölkerung 15 Jahre und älter).

Zurück auf dem Normalwert oder geht es weiter abwärts?

Möglicherweise ist die Beliebtheit des Mountainbikes im Jahr 2022 aber auch einfach ein Ausreisser nach oben. 2014 gaben 6,9 Prozent das Fahren mit dem Stollenvelo als regelmässig ausgeübtes Hobby an. Das waren nach damaliger Bevölkerungszahl ab 15 Jahren etwas mehr als 480’000 Personen. 2020, als der Bund die letzte Vollerhebung durchführte, waren es 7,9 Prozent, die MTB-Gemeinde ist also zurück auf dem Niveau zu Beginn der Pandemie. Dank dem Bevölkerungswachstum ist die Gesamtzahl der Mountainbiker über diese sechs Jahre hinweg immerhin noch um 24’000 Aktive gewachsen.

Die Frage, die erst die nächste Erhebung beantworten wird: Bewegt sich die Kurve weiter nach unten oder sind die rund 8 Prozent Mountainbiker der neue Normalwert, mit dem die Mountainbike-Branche in der Schweiz arbeiten kann. Die nächsten Verkaufszahlen von Velosuisse gibt es im Frühling 2027. Sie werden einen ersten Hinweis geben.