Der Julierpass bekommt endlich seinen Biketrail!
Mit dem offiziellen Spatenstich hat am Julierpass die Umsetzung eines lange vorbereiteten Trail-Projekts begonnen. Der neue Julier-Trail umfasst 16,5 Kilometer, verbindet künftig die Region Surses mit dem Oberengadin und steht sowohl Mountainbikern als auch Wanderern offen.
Sieben Jahre Planung
Die ersten Ideen für das Projekt reichen rund sieben Jahre zurück. Bis zum Baustart waren zahlreiche Abklärungen, Begehungen und Bewilligungsverfahren nötig. Besonders anspruchsvoll war die Linienführung in Bereichen mit historischen Weganlagen. Wegen alter Römerwege wurde die Strecke mehrfach gemeinsam mit Fachstellen und dem Heimatschutz begangen, überprüft und angepasst.
Für die beteiligten Gemeinden ist der Spatenstich deshalb mehr als ein symbolischer Akt. «Ich habe wirklich extrem Freude, dass wir diesen Tag endlich erleben können», sagt Daniel Wasescha, Gemeindepräsident von Surses.
Hinter dem Projekt stecke viel planerische und politische Arbeit. Neben den Gemeinden mussten Grundeigentümer, kantonale Stellen, Tourismusorganisationen und weitere Interessengruppen eingebunden werden. Auch politisch war die Zustimmung nicht selbstverständlich. Unterschiedliche Vorbehalte wurden ernst genommen und in die Planung aufgenommen.
«Deshalb geht ein grosses Dankeschön an die Landbesitzer, mit denen wir uns einigen konnten, und auch an die Bevölkerung von Surses, die letztlich für das Projekt gestimmt hat», sagt Wasescha.
Neue Verbindung zwischen Surses und Oberengadin
Der Julier-Trail soll eine der auffälligsten Lücken im Mountainbike-Angebot Graubündens schliessen. Über den Pass verlaufen bereits heute wichtige Routen, doch die bisherige Verbindung gilt für Mountainbiker als umständlich und wenig attraktiv.
Mit dem neuen Trail wird insbesondere die nationale Mountainbike-Route Nummer eins aufgewertet. Diese führte zuvor über den Septimerpass ins Bergell und anschliessend ins Engadin. Künftig erhält sie mit der Verbindung über den Julierpass eine zusätzliche und direktere Achse zwischen Surses und dem Oberengadin.
«Mit dem Julier-Trail bekommt die Route eine neue Achse und wird deutlich attraktiver. Davon sollen nicht nur Surses und das Oberengadin profitieren, sondern auch das Mountainbike-Angebot im gesamten Kanton», erklärt Albert Kruker, Geschäftsführer von Tourismus Val Surses.
Gemeinsamer Trail für Mountainbiker und Wanderer
Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen, dass der Trail kein reines Mountainbike-Projekt ist. Die Strecke wird auch für Wanderer aufgewertet und soll eine funktionierende Koexistenz der verschiedenen Nutzer ermöglichen.
Die Linienführung und die bauliche Gestaltung sollen deshalb den Bedürfnissen beider Gruppen Rechnung tragen. Ziel ist eine Verbindung, die sowohl für Mountainbiker attraktiv ist als auch die bestehenden Wanderrouten verbessert.
Grosser Teil der Strecke wird neu gebaut
Etwa ein Drittel der bestehenden Abschnitte wird saniert. Ein kleiner Teil benötigt kaum bauliche Eingriffe, während der grösste Teil der Strecke neu erstellt wird.
Die Investitionskosten liegen bei rund 2.3 Millionen Franken. Neben dem eigentlichen Bau wurde auch der spätere Unterhalt geregelt. Dieser sei für die langfristige Qualität ebenso wichtig wie die ursprüngliche Investition.
Die Verantwortlichen wollen damit sicherstellen, dass der Julier-Trail nicht nur gebaut, sondern auch dauerhaft in einem guten und sicheren Zustand gehalten wird.
Eröffnung für den Frühsommer 2028 geplant
Die Bauarbeiten sollen sich über die kommenden Saisons erstrecken. Insgesamt entsteht damit eine rund 16.5 Kilometer lange Verbindung über den Julierpass. Läuft alles nach Plan, kann der Julier-Trail im Frühsommer 2028 eröffnet werden.
Für die Beteiligten markiert der Spatenstich deshalb den Beginn eines Projekts, das weit über einen einzelnen Trail hinausgeht. Es schafft neue Routenkombinationen, stärkt die Zusammenarbeit über den Julierpass hinweg und verbindet zwei bedeutende Tourismusregionen dauerhaft miteinander.