Dieser Original VW T1 fährt mit Strom – und es gibt mehr davon | Ride MTB

Dieser Original VW T1 fährt mit Strom – und es gibt mehr davon

VW T1 Kindred Electric

Ja, das ist ein Original VW-T1. Aber nicht mit dem knatternden Verbrenner im Heck, sondern einem modernen Elektromotor. Dahinter steckt die US-Fahrzeugschmiede Kindred. Sie baut echte VW-Busse und andere Klassiker mit E-Antrieb neu auf. Und wird mit Bestellungen zugedeckt.

Wer mag ihn nicht, den Ur-VW-Bus in der Version Samba mit der geteilten Windschutzscheibe und den Dachfensterchen an der Seite? Volkswagen produzierte den Van von 1950 bis 1967. Puristen fahren ihn genau wie damals, mit Boxermotor im Heck und aus heutiger Sicht bescheidenen Bremsen. Wer also nur das Design liebt, sich aber lieber mit einem Fahrzeug auf dem Stand der 2020er Jahre im Strassenverkehr bewegt, hat nun eine neue Möglichkeit. Wenn auch keine billige.

Kindred Motorworks in Kalifornien restaurieren Oldtimer und verpassen ihnen einen modernen Antrieb plus alles, was es braucht, damit ein Auto auch sicher fährt, wenn der Motor plötzlich die fünffache Leistung des Originals hat. Im Prinzip ist es eine Kernsanierung von Fahrzeugen, die 50, 60 oder auch fast 80 Jahre alt sind. Das Unternehmen hat inzwischen über 100 Angestellte, eine ehemalige Navy-Werkstätte als Werksgebäude und kann den Fotos nach zu urteilen ein Dutzend Fahrzeuge gleichzeitig umbauen. 

Der VW-Bus von Kindred kommt mit einem 294-PS-Elektromotor, verstärkter Radaufhängung, modernen Scheibenbremsen, Servolenkung, LED-Leuchten und Diversem mehr, was bei Autos heute zum Standard gehört. Gut 320 Kilometer soll er mit einer Batterieladung schaffen. Kindred baut übrigens keine Original-Sambas um, sondern kauft Standard-T1er an und verpasst diesen die Fenster, die nur die Kult-Edition hat. 

Vororder war ausgebucht

Auch im Innern gilt die Devise: Optisch original, aber mit modernem Twist. So gibt es beispielsweise einen drehbaren Beifahrersitz, eine Klimaanlage, Sitzheizungen, eine digitale Soundanlage, USB-Anschlüsse und und und. Der Kindred Electric Bus ist aber kein Camper, sondern eher ein Ausflugswagen für den Tag am Strand oder am Trail. 

Puristen werden sich hüten, diesem generalüberholten Bulli auch nur zu nahe zu kommen. Die Nachfrage ist auch ohne T1-Anbeter gross genug. 2023 hat Kindred nach gut 100 Vorbestellungen – mit Anzahlung von 1000 Dollar – das Orderbuch geschlossen, wie CEO Rob Howard dem Magazin Forbes verraten hat. Seit Ende 2025 nähmen sie wieder Bestellungen an, meldet der Autoumbauer auf Anfrage von Ride. Der Preis ist nichts für Normalverdiener: Ab 249’000 US-Dollar steht auf der Website. Im kommenden Quartal würden die ersten Elektro-Bullis ausgeliefert, heisst es aus Kalifornien weiter. Wer heute seine Bestellung mit Anzahlung platziere, könne damit rechnen, Ende 2026 oder Anfang 2027 sein Fahrzeug zu erhalten.