First Ride: Scott Spark RC World Cup Evo – ein Racebike für alle
Um den gestiegenen Ansprüchen des Mountainbike-Weltcups gerecht zu werden, hat Scott sein Spark nicht überarbeitet, sondern von Grund auf neu konzipiert. Insgesamt gibt es neun Modelle des Scott RC, alle mit unterschiedlicher Ausstattung. Nur eins haben sie gemeinsam: 120 Millimeter Federweg an Front und Heck. Im Test war eine Ausführung mit «Rock Shox Flight Attendant». Ein Grossteil der Testfahrten wurde mit abgeschaltetem System gemacht, um einen neutralen Fahreindruck zu gewinnen. So zeigte sich, was das Spark kann, ohne dass die Elektronik unterstützt.
Alles zu den zahlreichen Features und Details des Bikes gibt es in der Produktvorstellung zu finden.
Das Bike im Einsatz
Für ein XC-Racebike sitzt es sich eher aufrecht und komfortabel. Dennoch lässt es sich sehr effizient beschleunigen. Schon auf den ersten Metern zeigen sich die Renngene der Maschine. Im Uphill geht es forsch voran. Stufen und Hindernisse werden dank gutem Gegendruck des Federbeins locker gemeistert. Das Heck hat den nötigen Pop, um es mit Schwung über Hindernisse hochzudrücken. Die Sitzposition gefällt und irgendwie tritt sich das Spark bergauf so gut, als hätte man mehr Muskeln als sonst. Einzig in sehr engen Kurven neigt es ab einer gewissen Schräglage zum Untersteuern.
Geht es in die Abfahrt, ist man schon nach wenigen Metern eins mit dem Bike. Es braucht keine Angewöhnungsphase, irgendwie passt alles. Die Stehposition ist sehr zentral und lässt einen ohne grosse Anstrengungen das Bike über jegliche Hindernisse manövrieren. Schnell wird Tempo aufgebaut, dank dem potenten Fahrwerk fast zu schnell. Denn die Maxxis-Aspen-Reifen sind hier der limitierende Faktor, wenn es um Grip geht. Obschon das Scott nur 120 Millimeter Federweg hat, schluckt es selbst härteste Schläge optimal. Auffallend ist, wie gut es sehr tiefe und harte Kompressionen nimmt, ohne durchzuschlagen. Dennoch ist es kein Komfortwunder, das Fahrwerk ist effizient im Vortrieb und mit einer guten Prise Race-Charakter versehen.
Das angenehme Lenkverhalten sticht besonders hervor, egal wie eng und schnell Kurven gefahren werden, das Spark zieht einfach durch. Ob es an der gut gewählten Lenkkopfsteifigkeit liegt, dem minimalen Flex, den der Rahmen bietet, oder an der ausgefeilten Geometrie, das bleibt offen. Vermutlich ist es das Zusammenspiel von allem. Denn das Bike hatte eine lange Entwicklungszeit und wurde von den Scott-Entwicklern und deren Athleten bis zum letzten Detail ausgetestet.
Fazit
Scott hat es geschafft, einen Zwitter zu kreieren, der auf der Rennstrecke für Siege sorgen und Nicht-Racern ordentlich Spass bieten wird. Ob für die schnelle Feierabendrunde, die höhenmeterreiche Bike-Tour in den Alpen oder für KOM-Jagden auf Flowtrails, das Spark ist eine gute Wahl. Scott nennen es ein Racebike, andere würden es als Down-Country-Rakete bezeichnen.