Löschen ist keine Lösung! Darum gibts bei Ride auch illegale Touren
Es ist hinlänglich bekannt: In der Tourendatenbank von Ride gibt es Routen, die durch Bike-Verbote führen. Dies zum Missfallen einiger User und vereinzelter Behörden. Ihre Forderung: «Illegale» Touren vom Netz zu nehmen. In der Regel vergeblich. Denn Ride bildet Touren ab, die von Mountainbikern ohnehin gefahren werden. Mit oder ohne Eintrag in der Tourendatenbank. Mit oder ohne Verbot. Es ist eine Illusion, Bike-Verbote durch Löschen von Inhalten durchsetzen zu können. Ride wählt in dieser Frage den Weg der Transparenz. Bei Touren mit explizitem Bike-Verbot wird im Beschreibungstext auf dieses hingewiesen, oftmals unterstützt und ergänzt durch Benutzerkommentare. Die Vermittlung dieser wichtigen Information wäre nicht möglich, würden die Touren wie gefordert aus der Datenbank entfernt.
Bei den Bike-Verboten kommt ein zusätzlicher Aspekt hinzu: Die Gesetzeslage ist oft nicht so eindeutig, wie sie den Anschein erwecken. Nicht selten ist dabei der Wunsch der Vater des Gedankens, es fehlt aber die juristische und planerische Grundlage. Ein Beispiel der letzten Jahre liefert die Stadt Zürich, gemäss deren Behörden sämtliche Ride-Touren auf ihrem Gebiet illegal wären. Ein Gerichtsurteil hat sie im Jahr 2022 in die Schranken gewiesen und den Mountainbikern freie Fahrt auf Singletrails bescheinigt. Hätte zuvor Ride nun die Touren deaktivieren sollen, bloss weil die Stadtbehörden über Jahrzehnte lautstark und selbstbewusst die Mountainbiker an der Nase herumgeführt haben?
Und da wäre dann noch die Vergänglichkeit. Schliesslich sind Bike-Verbote nicht in Stein gemeisselt. Sie kommen und sie gehen. Einige Verbote wurden erst erstellt, nachdem die Tour bei Ride bereits über Jahre online war. Die nachträglich Entfernung der Tour heisst aber nicht: aus den Augen, aus dem Sinn. Es kommt hinzu, dass Verbote auch wieder aufgehoben wurden. Es wäre geradezu skurril, wenn Ride-Touren wegen solchen amtlichen Schlingerkursen im Daten-Nirwana verschwunden wären.
Vor diesem Hintergrund ist die Strategie der Transparenz die einzig Richtige. Verbotene Touren dürfen nicht gelöscht werden, vielmehr müssen die aktuellen Umstände transparent wiedergegeben werden. Das nützt allen Seiten und bildet eine nachhaltige Basis. Mit der Kommentarfunktion kann zudem jeder einzelne Mountainbiker oder Behördenvertreter diese Transparenz noch verstärken.