Löschen ist keine Lösung! Darum gibts bei Ride auch illegale Touren | Ride MTB

Löschen ist keine Lösung! Darum gibts bei Ride auch illegale Touren

Tafel «No Bikes»

Soll man für Mountainbiker gesperrte Routen publizieren? Das ist eine Frage, die Ride MTB seit zwanzig Jahren umtreibt. Der Delete-Button habe im Zeitalter des Internets keine Wirkung, meint Thomas Giger in seinem Blog. Die transparente Kommunikation des Verbots sei viel wirkunsgsvoller. Deshalb bleiben bei Ride auch illegale Routen online.

Es ist hinlänglich bekannt: In der Touren­datenbank von Ride gibt es ­Routen, die durch Bike-Verbote führen. Dies zum Missfallen einiger User und vereinzelter Behörden. Ihre Forderung: «­Illegale» Touren vom Netz zu nehmen. In der Regel vergeblich. Denn Ride bildet ­Touren ab, die von Mountainbikern ohne­hin gefahren werden. Mit oder ohne Eintrag in der Touren­datenbank. Mit oder ohne ­Verbot. Es ist eine ­Illusion, ­Bike-Verbote durch Löschen von Inhalten durch­setzen zu können. Ride wählt in dieser Frage den Weg der Transparenz. Bei Touren mit explizitem ­Bike-Verbot wird im Beschreibungstext auf dieses hingewiesen, oftmals unterstützt und ergänzt durch Benutzer­kommentare. Die Vermittlung dieser wichtigen Information wäre nicht möglich, würden die Touren wie gefordert aus der Datenbank entfernt.

Bei den Bike-Verboten kommt ein zusätzlicher Aspekt hinzu: Die Gesetzeslage ist oft nicht so eindeutig, wie sie den Anschein erwecken. Nicht selten ist dabei der Wunsch der Vater des Gedankens, es fehlt aber die juristische und planerische Grund­lage. Ein Beispiel der letzten Jahre liefert die Stadt Zürich, gemäss deren Behörden sämtliche Ride-­Touren auf ihrem Gebiet ­illegal wären. Ein Gerichts­urteil hat sie im Jahr 2022 in die Schranken gewiesen und den Mountain­bikern freie Fahrt auf Single­trails bescheinigt. Hätte zuvor Ride nun die Touren deaktivieren sollen, bloss weil die Stadt­behörden über Jahrzehnte lautstark und selbst­bewusst die Mountain­biker an der Nase herum­geführt haben?

Und da wäre dann noch die Vergänglichkeit. Schliesslich sind Bike-Verbote nicht in Stein gemeisselt. Sie kommen und sie gehen. Einige Verbote wurden erst erstellt, nachdem die Tour bei Ride bereits über Jahre online war. Die nachträglich Entfernung der Tour heisst aber nicht: aus den Augen, aus dem Sinn. Es kommt hinzu, dass Verbote auch wieder aufgehoben wurden. Es wäre geradezu skurril, wenn Ride-Touren wegen ­solchen amtlichen Schlingerkursen im Daten-­Nirwana verschwunden wären.

Vor diesem Hintergrund ist die ­Strategie der Transparenz die einzig Richtige. Verbotene Touren dürfen nicht gelöscht werden, vielmehr müssen die aktuellen Umstände transparent wieder­gegeben werden. Das nützt allen Seiten und bildet eine nachhaltige ­Basis. Mit der Kommentarfunktion kann zudem jeder einzelne Mountain­biker ­oder Behördenvertreter diese Trans­parenz noch verstärken.

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ride-mtb.com/blog/giger


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