Österreich bleibt E-Bike-Nation Nummer eins
Im Jahr 2025 verkaufte die Fahrradindustrie in Österreich 389.000 Fahrräder an den Sport- und Fachhandel, was ein leichtes Minus von 1,7 Prozent gegenüber 2024 bedeutet. Im langjährigen Vergleich ist das der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen spricht die Branche dennoch von einer Stabilisierung, weil sich die Lagerbestände deutlich geleert haben und man 2025 kaum noch mit Abverkaufsmaßnahmen zu kämpfen hatte. Der Gesamtumsatz mit Fahrrädern ist zudem erstmals seit vier Jahren wieder leicht gestiegen und betrug 1,097 Milliarden Euro, was einem Plus von 3,9 Prozent entspricht. Damit bleibt die Branche weiterhin ein Milliardenbusiness. Umsatztreiber sind die E-Bikes mit 867 Millionen Euro oder 79 Prozent des Gesamtumsatzes. Zum Vergleich: 2016 wurden in Österreich insgesamt 397.000 Fahrräder an den Handel verkauft, also sogar etwas mehr als 2025. Doch der Umsatz betrug 2016 nur rund 357 Millionen Euro, während man 2025 stolze 1,097 Milliarden Euro verbuchte.
Die deutlichsten Zuwachsraten verzeichneten einzelne Fahrradkategorien. Allen voran die trendigen Gravel- und Cyclocross Räder. Um sagenhafte 74 Prozent stiegen die Verkaufszahlen von 2024 auf 2025. Betrachtet man allerdings die absoluten Zahlen, so lag man in diesem Segment im Vorjahr bei insgesamt 24.000 verkauften Rädern, was diese Zuwachsraten etwas relativiert. Ein Plus von 9 Prozent auf insgesamt 64.000 verkaufte Stück wird von den Kinderfahrrädern vermeldet. Mehr als die Hälfte davon waren 20 Zoll-Räder. Das heißt für Radfahr-Nachwuchs ist gesorgt.
E-Bikes weiter am Vormarsch
Europaweit unangefochten ist Österreich in Sachen E-Bikes. Mit einem Anteil von 57 Prozent vom Gesamtabsatzvolumen oder 222.730 verkauften E-Bikes liegt man erneut deutlich vor Deutschland (53 Prozent) und der Schweiz (41 Prozent). Die großen Gewinner waren die so genannten Trekking oder SUV E-Bikes, deren Absatz um 18 Prozent auf über 100.000 Stück gewachsen ist. Im Segment E-Mountainbikes gab es zum Teil interessante Entwicklungen. So ist der kurze Boom der Light-E-Bikes offenbar vorüber. Wurden in dieser Kategorie 2024 noch 8.569 Stück verkauft, so waren 2025 nur mehr 2.802 Räder.
E-Mountainbike Hardtails sind weiter rückläufig: von 31.954 Stück im Jahr 2024 sank die Zahl der verkauften Räder 2025 auf 28.304. Bei den E-Fullys war hingegen ein leichtes Plus zu verzeichnen: von 54.606 im Jahr 2024 stieg der Absatz auf 55.085 im Jahr 2025. Bei den nicht motorisierten Mountainbikes zeigen die Fullys ebenfalls ein ganz leichtes Wachstum. Mit 11.254 Bikes wurden 2025 ganze 157 Fullys mehr verkauft als noch 2024. Bei den Hardtails hingegen zeigt der Trend ganz klar nach unten. Gingen 2024 noch 47.398 Stück an die Händler, so waren 2025 nur mehr 30.089.
Politik schafft den Rahmen
Wie wichtig die politischen Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Fahrradmarktes sind, zeigte sich in Österreich im Vorjahr sehr deutlich. Waren die Absatzzahlen bei E-Lastenrädern und E-Falträdern in den Jahren dank Förderprogrammen stark gestiegen, so sanken beide Segmente 2025 merklich, nachdem diese Unterstützungen weggefallen sind oder stark gekürzt wurden. Damit zeige sich, so die Branchenvertreter in Richtung der Politik, dass man durch gezielte Subventionen einen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilitätswende leisten könnte.
Auch beim so genannten Dienstradleasing haben sich die Zahlen in jenen Bundesländern deutlich besser entwickelt, in denen die Politik günstige Rahmenbedingungen dafür bereitstellt. Das Fazit der Branche lautet daher: Wo Politik, Verwaltung und Dienstgeber klare Rahmenbedingungen schaffen, steigt die Dienstradnutzung – und damit auch die Fahrradnachfrage. Wo diese Struktur fehlt oder noch im Aufbau ist, bleibt das Potenzial weitgehend ungenutzt.