Test: DT Swiss DF-System – Freiheit für alle | Ride MTB

Test: DT Swiss DF-System – Freiheit für alle

Test:DT Swiss DF-System

Anti-Pedalrückschlag-Systeme sind neben Massenträgheitsdämpfern und 32-Zoll-Rädern gerade der letzte Schrei. Mittlerweile sind einige Systeme auf dem Markt, oft sind es spezielle Kettenblätter, die an der Kurbel montiert werden. DT Swiss geht da einen ganz anderen Weg und «versteckt» ihre Lösung zwischen der Nabe und dem Freilauf. 

Das Wichtigste in Kürze

Pedalrückschlag ist ein sehr umstrittenes Thema, die einen spüren es krass, die anderen gar nicht. Das hängt auch stark von der Konstruktion des Rahmens und der Kinematik ab. Doch was ist das überhaupt? Vereinfacht gesagt kommt dieses Phänomen auf, wenn ein Fahrwerk beim Einfedern dem Hindernis nach hinten ausweicht und so Zug auf die Kette gibt. Durch diesen Zug wird das freie Funktionieren des Federbeins eingeschränkt, was zu einer unruhigen Fahrt führt. Oft taucht ein Pedalrückschlag auch nach Sprüngen bei der Landung auf. Wie stark dieser Effekt ist, hängt vom jeweiligen Federsystem ab.

Das DF-System von DT Swiss wird als Upgrade-Kit angeboten und kann nachträglich in alle Naben mit einem Ratchet-DEG-Freilaufsystem eingebaut werden. Es ist leichter als andere Lösungen, da man lediglich den Gewindering in der Nabe und die beiden Zahnscheiben austauschen muss. Das System bietet drei verschiedene Optionen von Bewegungsgraden des Freilaufs an: 0, 10 oder 20 Grad. Mit anderen Worten, wer das System nicht mit 0 Grad fährt, kann die Kurbel um die jeweiligen Grade nach vorne treten, ohne dass der Antrieb greift.

Erster Eindruck

Das Nachrüsten mit dem Upgrade-Kit ist nicht aufwendig, braucht aber ein spezielles Werkzeug, das DT Swiss optional anbietet. Und so geht's: Als Erstes die Kassette inklusive Freilauf-Body mit etwas Kraft von der Nabe ziehen, die bestehenden Zahnscheiben entfernen und mit dem Spezialwerkzeug den Gewindering ersetzen. Dann die neuen DF-Zahnringe ja nach gewünschtem Wirkungsgrad einlegen, Kassette wieder drauf und ab auf den Trail. Da es nach der Grundmontage keine Werkzeuge mehr braucht, lässt sich das Spiel des Freilaufs auch auf dem Trail rasch umstellen.

Im Einsatz

Wird das System mit 20 Grad Bewegungsfreiheit gefahren, fühlt sich das Fahrwerk viel smoother an, als wäre es feinfühliger oder als stehe einem mehr Federweg zur Verfügung. Das hat speziell bei kurzen, schnellen Schlägen einen positiven Effekt. Tritt man jedoch an, saust der Fuss erst mal die 20 Grad ins Leere, bis der Freilauf greift, und das fühlt sich seltsam an. Und was wirklich stört: Es knallt regelrecht, wenn bei kraftvollem Antritt der Freilauf greift. Wer bei einer Landung nicht maximale Körperspannung hat, läuft Gefahr, dass er mit dem vorderen Fuss absackt, da der Gegendruck durch den Kettenzug beim Aufschlagen am Boden fehlt. Doch daran gewöhnt man sich schnell und landet etwas bewusster und mit mehr Spannung.

Die 10-Grad-Einstellung hat logischerweise dieselben Effekte – einfach abgeschwächt – und ist angenehmer zu fahren. Auch hier ist das verzögerte Greifen des Freilaufs gewöhnungsbedürftig.

Fazit

Downhiller und Parkfahrerinnen, die der stark verzögerte Antritt nicht stört, erhalten ein ruhigeres Fahrverhalten und spürbar mehr Komfort mit der 20-Grad-Einstellung. Wer aber auch ab und an im Flachen bikt und Anstiege mit eigener Kraft meistert, wird das schnellere Eingreifen bei 10 Grad Spiel schätzen. Und diejenigen, die gerne schnell aus Kurven antreten und ein Bike fahren, das wenig Pedalrückschlag hat, belassen den Freilauf bei 0 Grad und düsen den anderen davon. Das wirklich coole ist, dass das Verstellen der Bewegungsgrade auch auf dem Trail gerade mal eine Minute dauert. DF steht übrigens für «Degrees of Freedom», da alle wählen können, was ihnen passt.


Preis: CHF ab 125.00 / EUR 129.90

Hersteller

www.dtswiss.com