Das erste Giant Revolt wurde in 2013 vorgestellt. Mit radikal abfallenden Oberrohr, den abgesenkten Sitzstreben, Scheibenbremsen und einer Reifenfreiheit für bis zu 50 mm, war das Giant Revolt auch optisch neu und ungewohnt. Schon in 2013 hat man den «Übergang von Mountain zu Road» im Revolt erkannt, denn das Handling hatte überzeugt.
Nach fast einem Jahrzehnt kommt das Revolt Advanced und das Advanced Pro. Und wie immer bietet Giant smarte integrierte Lösungen.
In 2022 steht das Graveln unter anderen Vorzeichen. Viele Strassenfahrer sind auf der Flucht in die Sicherheit des Feld- und Waldwegs. Dabei suchen sie die Verwandtschaft zum bisherigen Bike. Das Giant Revolt vereint viele dieser Möglichkeiten.
Kernstück ist der 200 g leichtere Rahmen und Gabel, aus Advanced Carbon aus einem Stück gefertigt. Das sogenannte Powercore Design aus Tretlager mit 86 mm Breite und asymmetrischen Kettenstreben ist die Grundlage für die hohe Verwindungssteifigkeit des Rahmens. Die Gabel hat eine Breite, die 53er Reifenbreite erlaubt. Die Scheibenbremsenaufnahmen sind in Rahmen und Gabel integriert.
Handling
Die Geometrie des Revolt hat im Vergleich zum Vorgänger einen längeren Reach, bei einer kurzen 425 mm Kettenstrebe. Mit dem Reach von 387 mm (M) liegt das Revolt stabil in der Spur, und bleibt dank dem kurzen Heck dennoch wendig und agil.
Die Tretlagerabsenkung von 80/81 lässt den Fahrer tief im Rad sitzen, sodass er/sie mit hoher Kurvenstabilität und viel Komfort unterwegs ist. Das tiefe Tretlager harmonisiert mit breiten Reifen und macht die Ausfahrt des Revolt fast zu einer Fahrt auf Schienen durch den Wald.
Für präzise Lenkmanöver sorgt beim Revolt Advanced eine Oversized-Steuerrohr Konstruktion mit überdimensionierten Steuersatzlagern (1 1/4” unten und 1 1/8” oben) und einem konischen Gabelschaft.
Flip it! Für alle Fälle
Mit dem Flip Chip Ausfallende kann der Fahrer mit einem Handgriff und einem 5er Imbus in zwei Positionen die Kettenstrebenlänge zwischen 425 und 435 mm verstellt werden. So kann der Fahrer frei wählen zwischen direktem und agilem Handling oder mehr Reifenfreiheit und stabilerem Fahrverhalten.
Kontrolle
Sattelstütze und Lenker sind als dämpfende Elemente in der D-Fuse Technologie entwickelt. Aufgrund der D-Form der Rohre und der Anordnung der Lagen können mit D-Fuse einerseits Stösse absorbiert werden andererseits sehr gute Zugsteifigkeit garantiert werden. Die Revolt Advanced Pro-Serie ist mit der neuesten D-Fuse-Sattelstützen-Technologie ausgestattet, der D-Fuse SLR aus Carbon, bei der sich der Versatz der Sattelklemmung optional zwischen -5/+15 mm verstellen lässt. Die Sattelstütze ist mit einer versteckten Klemme im Inneren des Sitzrohrs befestigt und bietet dadurch einen um 25 Prozent längeren Auszug. Das erhöht die Nachgiebigkeit und den Fahrkomfort deutlich.
Eine smarte Lösung von Giant ist der Sattelstützenadapter, um von D-Fuse auf 30.9 mm Sattelstütze zu kommen für den Dropper-Post.
Schon gefahren
Das Revolt Advanced ist ein Gravel Race Bike. Das Advanced Pro liegt satt - in diesem Fall - auf dem Weg und geht mit der Shimano GRX Di2 2 fach ordentlich vorwärts.
Der erste Eindruck des Giant Revolt Advanced ist bemerkenswert agil. Insbesondere aufgrund des steifen unteren Rahmens ist das Fahrgefühl direkte 100 % nach vorne. Mit dem längeren Reach stellt sich besonders für den Rennradler auf Abwegen schnell ein Gefühl der Vertrautheit ein. Das Revolt wird mit zweifach Kurbel und 43 mm Reifen ausgeliefert. Das stabile Fahrverhalten lässt sich wahrscheinlich noch toppen, wenn auf dem Bike tatsächlich die breiten 50 mm Reifen aufgebracht sind.
Agilität und Stabilität werden jeweils noch durch die Einstellung des Flip Chips unterstützt, bzw. genauer angesprochen.
Das oversized Steuerrohr und die Gabel liefern auch im Gelände ab und man hat nach kurzer Zeit Vertrauen ins Handling. Das Revolt fühlt sich komfortabel an, was sicher von der Sattelstütze und Lenker Flex herrührt.