The Illume: Das sind die besten Bike-Fotos des Jahres 2026
Das Siegerfoto: Lear Miller lässt Hanna Bergemann psychedelisch leuchten
Das Bild stammt von Dreharbeiten für den Film «Mountains of the Moon», der Skifahren, Snowboarden, Surfen, Klettern und Mountainbiken in halluzinierender Verfremdung und passend untermalt mit der Musik von The Grateful Dead zeigt. Der Fotograf zu seinem Bild: «Wir haben den Bike-Teil von Chris Benchetlers «Mountains of the Moon» an vier Nächten gedreht, jeweils von etwa 22 Uhr bis 4 Uhr, bei ziemlich heftigem Regen. Die Biker fuhren im Dunkeln, während wir ständig gegen das Wasser auf den Objektiven und der Ausrüstung ankämpften. Ich war als Still-Fotograf für den Bike-Teil zuständig und arbeitete mit einem fantastischen Beleuchtungs- und Produktionsteam zusammen, um eine psychedelische Waldatmosphäre zu schaffen, die zu seiner von The Grateful Dead inspirierten Vision passte. Da ich selbst Biker bin, wollte ich mit den Bildern das Gefühl einfangen, die Landschaft als etwas zu sehen, das man befahren, erkunden und mit dem man spielen kann.»
Der Pate des Big Mountain Freeriding
«Brett ist der Godfather des Big Mountain Riding auf Geröllhalden. Seit den frühen 1990er Jahren fährt er in diesem Gelände. Als wir 2014 diesen Ort in der Nähe der Rocky Mountains mit seinen perfekt befahrbaren Schutthängen entdeckten, wussten wir sofort, dass er etwas Besonderes war. Seitdem sind wir fast jedes Jahr dorthin zurückgekehrt, und bei jedem Besuch ist mindestens ein heraxusragendes Bild entstanden.
Der klassische Shot, den wir schon immer einzufangen versucht haben, ist die Nahaufnahme eines High Speed Turn, bei dem Steine in alle Richtungen spritzen.
Im Laufe der Jahre haben wir einige grossartige Varianten dieses Moments festgehalten, aber in dem Moment, in dem ich diesen Bildausschnitt sah, wusste ich, dass es der bisher beste war.»
Alles oder Nichts zwischen Kakteen
«Am All or Nothing Event im Pyts Park trifft man immer wieder neue Sportler, die den Sport mit frischen Ideen voranbringen, und dieses Foto passt perfekt dazu, denn es hält genau denselben Sprung fest, den ich schon unzählige Male fotografiert habe – es geht darum, neue Blickwinkel zu finden und innovativ zu sein.»
Strassenszene in Moskau
«Die BMX-Szene in Sankt Petersburg ist wirklich klein. Wir haben hier nicht viele Fahrer und kaum gute Spots. Moskau ist da viel besser, deshalb ist jeder Ausflug nach Moskau eine tolle Gelegenheit, ein paar Aufnahmen zu machen und coole Leute zu treffen. Die Metrostation Sokolniki, wo diese Aufnahme entstanden ist, ist in der Bike-Community seit Jahren für ihre zahlreichen Bikeshops bekannt. Mein erster Sponsor, der mich Anfang der 2000er Jahre mit ein paar coolen Teilen ausgestattet hat, hatte dort ebenfalls seinen Laden. Vor ein paar Jahren wurde dieser Ort komplett umgebaut, und diese coolen Quarterpipes entstanden. Wir haben den ganzen Tag an diesem Ort verbracht und viele Tricks gelandet. Diese Aufnahme von Igor in seiner Airtime und den Jungs, die im Vordergrund sitzen, fängt die Stimmung des Augenblicks perfekt ein. Und der Schwarz-Weiss-Film kam da gerade recht.»
Nah am Hinterrad
«Flat Out Days» ist das grösste Bike-Festival in Slowenien und eine der wichtigsten Etappen der Fest Series. Ich liebe es, solche Anlässe fotografisch zu begleiten, da man den Athleten ganz nah kommt, ihr rohes Talent miterlebt und unzählige Gelegenheiten hat, kreativ zu werden. Einer der absoluten Klassiker: eine Weitwinkelaufnahme eines ordentlichen Whips. Was jedoch immer wieder schwer zu begreifen ist, ist, wie unangenehm nah man dem sich drehenden Hinterrad eines Athleten tatsächlich kommen muss, wenn man mit 16 mm fotografiert. In diesem Fall, während des Whip-Off-Wettbewerbs, verfehlte ich mit meinem Gesicht Peters Pneu um nur ein paar Zoll, was das Foto noch unvergesslicher machte. Als ich ihn anschliessend auf dieses Manöver ansprach, bei dem mir fast der Kopf abgeflogen wäre, grinste er nur und meinte, beim nächsten Versuch könne er wahrscheinlich noch ein bisschen näher herankommen. Ich fotografiere solche Bilder meist im Gegenlicht, um ihnen mehr Dramatik zu verleihen, und verwende gelegentlich einen weichen Black-Mist-Filter, um das grelle Sonnenlicht etwas abzuschwächen. Wenn man den MC als Kontext in den Vordergrund setzt, erhält man ein Bild, das eine richtige Geschichte erzählt: Action, Atmosphäre, Risiko und die Grösse des Anlasses – alles in einem Bild.»
Das Familienfoto
«Mein Bruder Lee träumte schon seit einigen Jahren davon, an unserem Local Spot im Wald über seinen Sohn Van zu springen. Der Ort heisst «068», und seit etwa 20 Jahren graben wir dort von Hand BMX-Sprünge. Ein bestimmter Sprung war vor vielen Jahren gebaut worden und war bis zu dieser Saison noch nie befahren worden. Mit perfektem Timing und Mut ist es möglich, über die alte Linie zu springen. Ich hatte das Glück, dabei zu sein, als die Sonne gerade begann, hinter den Hügeln unterzugehen. Lee und Van haben es nur zweimal versucht, da es für alle ziemlich beängstigend war. Es wurde ein ganz besonderer Nachmittag für die Familie.»
Erst von weit weg, wird die Dimension sichtbar
«Bei manchen Fahrern kann es Jahre dauern, bis eine Zusammenarbeit zustande kommt. Mit Matt hatten wir fast ein Jahrzehnt lang darüber gesprochen, gemeinsam zu fotografieren, bevor es endlich soweit war. In der Zwischenzeit hatte sich Matt als einer der allerbesten in diesem Sport etabliert und auf seinem Grundstück in Kamloops, British Columbia, einen progressiven Big-Air-Park aufgebaut. Diese Session war auch der erste echte Versuch, an diesem speziellen Sprung einen Frontflip auf den Boden zu bringen. Ich wusste, dass eine Perspektive mit einem Teleobjektiv unerlässlich war, nicht nur, um die Grösse des Sprungs zu betonen, sondern auch, um die einzigartige Landschaft und Umgebung dieses bemerkenswerten Teils von Kanada einzufangen. Glücklicherweise befand sich ein weiterer dieser sanften, sandigen Hügel in der perfekten Entfernung, um mit dem 200-mm-Objektiv zu fotografieren.»
Der Spot als Kunstwerk
«Zehn Minuten zuvor stand Alex Jumelin noch auf dem Podest, als Dritter im Flatland-Final der Cycle Week Zürich. Kio Hayakawa hatte gewonnen, und Viki Gomez war Zweite geworden. Dann sassen alle drei mit uns im Auto. Wir hatten schon vor dem Wettkampf über den Ort gesprochen, und als ich sagte «jetzt oder nie», war das schlimmste Szenario ein Nein. Nach einer kurzen Autofahrt befanden wir uns im überdachten Erdgeschoss der Baugewerblichen Berufsschule, die 2025 von Mathias Gunz von Gunz & Künzle Architekt*innen fertiggestellt wurde. In dieser Decke befindet sich eine grosse ovale Leuchte, die von unten betrachtet wie ein reiner weisser Kreis wirkt.
Dann lief die Uhr an. Niemand konnte mir sagen, ob diese Leuchte mit einer Zeitschaltuhr lief, und wenn sie ausging, hatten wir nichts. Dreissig Minuten mit drei der besten Flatland-Fahrer der Welt und einer Leuchte, die vielleicht ausgehen würde. Ich positionierte Alex Jumelin darunter und ging mit einem 10-mm-Objektiv fast bis unter das Velo, sodass der Kreis hinter seinem Kopf lag. Kein Blitz, ISO 3’200. Hätte ich ihn richtig beleuchtet, hätte es wie eine Werbeaufnahme auf einem Parkplatz ausgesehen. Alex Jumelin fährt seit den frühen Neunzigern Flatland und steht immer noch auf dem Podest gegen Fahrer, die halb so alt sind wie er. Dieses Bild entstand am Ende dieser halben Stunde, als er aufgehört hatte, Tricks zu machen, und einfach nur noch balancierte, die Arme ausgestreckt, schwer atmend.»
Endlose golden hour
«Als wir endlich mit den Aufnahmen beginnen wollten, war es bereits nach dem Abendessen. Da wir uns jedoch kurz vor dem längsten Tag des Jahres befanden, hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, bis die Sonne tief genug stand und der Wind nachgelassen hatte. Conor machte ein kleines Nickerchen, und ich erkundete weitere mögliche Aussichtspunkte. Der Wind beruhigte sich nie ganz so sehr, wie wir es uns gewünscht hätten, und da die Bedingungen so unbeständig waren, hatten wir nur wenige Gelegenheiten – diese hier ist eine meiner Lieblingsaufnahmen. Dieses Bild ist Teil eines grösseren Projekts, an dem Conor und ich seit Jahren gemeinsam arbeiten.»
Walltap in St. Petersburg
«Die Street-Saison ist hier wirklich kurz, also haben wir direkt nach der Schneeschmelze mit den Aufnahmen begonnen, als es warm genug war, um ohne Handschuhe zu fahren. April 2026, Sankt Petersburg, Russland. Laderampen sind hier nicht sehr verbreitet, also wollten wir uns die Gelegenheit, dort zu fahren, nicht entgehen lassen. Als ich diesen grünen Kehrichtcontainer sah und einen Ektar-100-Film in der Kamera hatte – der für seine grünen und blauen Farbtöne bekannt ist –, konnte ich nicht widerstehen, auf den Auslöser zu drücken. An diesem Tag hatte ich mein Zoom-Objektiv zu Hause gelassen und nur Weitwinkel-Objektive dabei. Ich hatte das Glück, dass mein Freund Denis mit seinem 50-mm-Objektiv dabei war, also habe ich es mir für eine Aufnahme ausgeliehen. Roman Klooshs musste den Walltap mehrmals machen, damit ich verschiedene Aufnahmen zur Auswahl habe. Diese hier war die beste.»
Perfektion am Boden und in der Luft
«Dieses von Ollie Hindley gebaute Feature bzw. diese Line ist ein Kunstwerk für sich – die gesamte Erde wurde von Hand geschaufelt und jeder Stein sorgfältig platziert. Ich habe diese Szene etwas lockerer fotografiert, weil ich die Line und ihre harmonische Einbindung in die Umgebung hervorheben wollte: ein wahnsinnig kunstvoll gestaltetes Feature inmitten hoher Zedern. Brandons Stil passt perfekt zu dieser Szene.»
Trägt das Eis?
«Da die Temperaturen im Januar 2026 während einiger Wochen weit unter null Grad Celsius fielen, waren viele Seen in Österreich vollständig mit dickem Eis bedeckt. Das hatte es seit Jahren nicht mehr gegeben und schuf nicht nur einen riesigen Spielplatz für verschiedene Sportarten, sondern bildete auch eine visuell ansprechende Kulisse.
Ich persönlich bin kein grosser Fan von Drohnenfotografie, aber ich wollte diese riesige Eismasse aus der Vogelperspektive zeigen und einen Sportler hineinplatzieren, um die Grösse dieser saisonalen Eisfläche zu verdeutlichen. Letztendlich war die Drohne die richtige Wahl. Als zum ersten Mal die Idee hatte, hier einen Biker zu fotografieren, wusste ich nicht, ob es überhaupt möglich war, auf solch glattem Untergrund zu fahren, oder ob das Eis so schwere Lasten tragen und Stürze vom Velos standhalten würde.
Glücklicherweise fand ich einen äusserst talentierten und motivierten lokalen Trials-Fahrer, der sofort von der Idee begeistert war, als ich ihm davon erzählte. Wir schraubten rund 200 Spikes in seine Reifen und führten einige erfolgreiche Sturzversuche durch. Als alles bereit war, brauchten wir etwa 1'5 Tage, um eine ganze Fotostory auf dem Eis zu schiessen. Der einzige Wermutstropfen war das Wetter: Ich hatte mir Sonnenschein und lange Schatten auf dem Eis vorgestellt, doch alles, was wir bekamen, waren Wolken und Nebel. Am Ende ist es aber trotzdem fantastisch geworden.»
Ein Biker fällt vom Himmel
«Das Bild entstand während des Red Bull District Ride 2026 in Groningen. Mit dieser Aufnahme wollte ich den ungewöhnlichen Anblick eines Fahrers festhalten, der direkt vor den Fenstern der umliegenden Gebäude von einem Dach springt. Am Ende einer Strasse entdeckte ich ein Café mit historischen Fenstern, das einen perfekten Blick auf das erste Hindernis des Big Air District bot. Also bestellte ich einen Kaffee, ging nach oben und wartete auf den richtigen Moment, bis einer der Fahrer ins Hindernis sprang. Das Bild zeigt Tim Bringer bei einem Flat-Drop-Backflip, der ihm später an diesem Tag zum Gesamtsieg des Events verhalf.»
Nachbrenner im Sonnenuntergang
«Es war schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal an den Afterburner Jumps fotografiert hatte, aber gegen Ende des Tages schaffte ich es, dorthin zu fahren. Jimmy McGuire hatte gerade eine entspannte Session zwischen den Bäumen, während die Sonne unterging.
Unter den Bäumen wurde es schon ziemlich dunkel, daher war ich total begeistert, dass Jimmy immer noch voll dabei war. Ich musste mit einer Blende von f/1.2 fotografieren, um genügend Licht einzufangen und die Action einzufrieren. Jimmy ist ein Einheimischer aus dem Whakarewarewa-Wald, der einfach nur aus purer Freude am Spass mit dem Velo unterwegs ist. Er liebt es, mit seinen Freunden an den Sprüngen abzuhängen – einfach nur zu fahren, Spass zu haben und die Session zu geniessen.»
Französischer Fiebertraum
«Wir hatten während unseres Mountainbike Trips alle schon seit mehreren Wochen mit Fieber zu kämpfen, daher war ich nicht wirklich in Bestform. Als wir in Terres Noires ankamen, wusste ich sofort, dass dieser Ort etwas Besonderes war. Die Landschaft, die Trails und die ganz andere Atmosphäre des Ortes weckten in mir den Wunsch, die Kamera wieder herauszuholen. Ich schloss mich meinen Freunden für eine Session bei Sonnenuntergang an, und wir fuhren alle an diesem Ort los. Nach ein paar Versuchen schaffte Chris schliesslich die Linie, und mir gelang es, den Moment von oben mit meiner Drohne einzufangen.
Für mich wurde diese Aufnahme viel mehr als nur ein weiteres Foto. Das war mein erstes richtiges Outdoor-Erlebnis, nachdem ich wochenlang krank gewesen war, und es fühlte sich an wie eine kleine Rückkehr zum normalen Leben. Wir blieben draussen, fuhren weiter und fotografierten, bis die Sonne untergegangen war. Auf dem Rückweg nach Sonnenuntergang hatte ich bereits das Gefühl, dass ich etwas Besonderes im Kasten hatte: ein Foto, das es wert war, an die Illume Awards eingeschickt zu werden. Aber noch wichtiger war: Mein Herz war voll. Der Tag erinnerte mich daran, warum ich überhaupt mit der Fotografie angefangen hatte: nach draussen gehen, Spass haben, neue Orte erkunden und schöne Erinnerungen mit den besten Freunden schaffen.»
Poolparty
«Ein paar Mal im Jahr versuche ich, mir Zeit für Fotoshootings zu nehmen, einfach nur so zum Spass, und arbeite dabei mit Freunden zusammen, um Bilder zu schaffen, die ich schon seit einiger Zeit im Kopf habe. Im Jahr 2024 hatten Sergio und ich mehrere Gelegenheiten dazu. Bei einer dieser Gelegenheiten verbrachten wir zwei Tage in der Gegend von Málaga, und ich schlug vor, einen neu eröffneten Skatepark in Marbella zu besuchen. «Play in Colours» hatte ihn bemalt, und seine Formen und Farben liessen mich vermuten, dass sich daraus ein besonderes Foto aus der Vogelperspektive ergeben könnte.
Wir fuhren dorthin, ohne den Druck eines Auftragsshootings. Ich liess meine Drohne etwa 20 Meter hochfliegen und suchte nach der richtigen Komposition: Ich wollte, dass drei Kreise im Design ein auf den Kopf gestelltes Dreieck bilden, mit Sergio in der oberen linken Ecke. Diese Platzierung würde den Blick auf ihn lenken. Die einzige Komplikation war eine Gruppe von Möwen, die immer wieder auf die Drohne zuflogen. Zuerst versuchten wir es mit einem «Tabletop», doch sein Körper wirkte zu kompakt und seine Silhouette ging vor dem bemalten Hintergrund unter. Wir wechselten zu einem «Tuck No-Hander», wodurch seine Form von oben deutlicher zur Geltung kam. Die Zusammenarbeit mit Sergio fühlt sich meist mühelos an: Ich machte zwei Aufnahmen, und wir entschieden uns für die erste. Das Ergebnis war ein Foto, das zumindest für uns einen Platz an der Wand zu Hause verdient.»