Weber und Dailly sind die UCI-Mountainbike E-Enduro Weltmeister 2026
Race-Ticker
Helen Weber (GER) und Adrien Dailly (FRA) werden nach überzeugenden Leistungen über einen anspruchsvollen Renntag zu den UCI-Mountainbike-E-Enduro-Weltmeistern 2026 gekürt. Beide legen mit Siegen auf den ersten beiden Etappen den Grundstein für ihren Erfolg und bauen ihren Vorsprung im weiteren Tagesverlauf aus. Damit sichern sie sich die Regenbogentrikots bei den Frauen beziehungsweise Männern Elite.
Die Finale Outdoor Region gilt weithin als Heimat des Enduro-Sports und ist seit 2008 jedes Jahr Austragungsort von Rennen. Für die UCI Mountain Bike E-Enduro Weltmeisterschaften kommen die weltbesten Fahrer an einen Ort, der das Format voll und ganz angenommen hat und über ein Netz von 36 speziell angelegten E-MTB-Trails verfügt.
Die Strecke der UCI Mountain Bike E-Enduro Weltmeisterschaften ist speziell darauf ausgelegt, die Besonderheiten des E-Enduro-Sports hervorzuheben. Sie umfasst 63,2 Kilometer mit sechs Zeitprüfungen. Mit 1665 Höhenmetern bergauf und 2087 Höhenmetern bergab innerhalb der Zeitprüfungen sowie den Verbindungsstrecken fordert der Kurs von den Fahrern nicht nur Geschwindigkeit, technische Fähigkeiten und Ausdauer. Auch der Umgang mit der Akkukapazität über einen langen Renntag hinweg spielt eine entscheidende Rolle.
Webers fünf Etappensiege sichern ihr den E-Enduro Weltmeistertitel
Helen Weber zeigt eine herausragende Leistung im E-Enduro und gewinnt fünf der sechs Etappen auf ihrem Weg zum Regenbogentrikot der UCI-Mountainbike E-Enduro Weltmeisterschaften. Die Auftaktetappe Toboga di Canova gibt sofort den Ton für einen actionreichen Renntag an. Mit einer Länge von 2,24 Kilometern und 256 Höhenmetern bergab stellt sie die Geschwindigkeit und technischen Fähigkeiten der Favoritinnen erstmals auf die Probe. Tracy Moseley (GBR) will ihrer bereits beeindruckenden Erfolgsbilanz einen weiteren Weltmeistertitel hinzufügen. Diese umfasst drei Titel in der Enduro World Series sowie den UCI-Downhill Weltmeistertitel von 2010. Die Britin zeigt von Beginn an ihre Ambitionen und beendet die erste Etappe nur 1,3 Sekunden hinter Weber. Auch Laura Charles (FRA) liegt mit lediglich zwei Sekunden Rückstand aussichtsreich im Rennen.
Die längste Etappe des Tages verändert den Kampf um den Sieg jedoch dramatisch. Megaroller stellt die Fahrerinnen mit 6,6 Kilometern und 907 Höhenmetern bergab vor eine grosse Herausforderung. Für Moseley kommt es zu einem Rückschlag: Ein technisches Problem kostet sie fast zweieinhalb Minuten und beendet praktisch ihre Hoffnungen auf den Sieg. Weber nutzt die Gelegenheit und feiert ihren zweiten Etappensieg. Laura Charles bleibt jedoch weiterhin in Schlagdistanz und verliert auf der langen, körperlich anspruchsvollen Etappe lediglich sechs Sekunden. Auch Estelle Charles (FRA), die E-Enduro-Weltmeisterin von 2024, bringt sich nach den ersten beiden Etappen als Podiumskandidatin in Stellung.
Auf der Verbindungsetappe zur dritten Prüfung erlebt Laura Charles einen weiteren Rückschlag. Sie muss einen Platten reparieren, bevor sie zum Start eilt, um ihre vorgesehene Startzeit einzuhalten.
Die anspruchsvolle Etappe E-voland bietet kaum Erholung. Der 2,68 Kilometer lange Abschnitt führt über felsiges, loses Gelände und umfasst 124 Höhenmeter bergauf sowie 328 Höhenmeter bergab, bevor ein steiler und technischer Anstieg folgt. Weber beweist erneut ihre Stärke und baut ihren Vorsprung um weitere 33 Sekunden aus. Zur Rennhälfte führt sie damit mit 54 Sekunden Vorsprung. Auch im Kampf um die Podestplätze fällt eine wichtige Entscheidung: Probleme kosten Claire Chabbert (FRA) mehr als sechs Minuten. Sie fällt damit aus den Top drei der Gesamtwertung, wodurch Estelle Charles eine komfortable Podiumsposition übernimmt.
Mit 2,18 Kilometern ist die vierte Etappe Rugetta zwar kürzer, aber nicht weniger technisch anspruchsvoll. Sie beinhaltet 216 Höhenmeter bergab. Weber setzt ihre dominante Vorstellung fort und gewinnt weitere drei Sekunden auf Laura Charles. Moseley meldet sich nach ihrem früheren technischen Problem zurück und erzielt auf der Etappe den dritten Rang.
Auch die vorletzte Etappe geht erneut an Weber. Estelle Charles und Moseley komplettieren die Top drei. Mit fünf Siegen aus fünf Etappen verschafft sich Weber vor der letzten Prüfung eine hervorragende Ausgangslage. Auf der 2,3 Kilometer langen Etappe DH Men endet Webers Siegesserie schliesslich. Moseley gewinnt die Etappe. Der ikonische Trail wird seit zehn Jahren befahren und bietet mit einer rauen, technisch anspruchsvollen Abfahrt in Richtung Mittelmeer einen spektakulären Abschluss. Moseley gewinnt ihre erste Etappe des Tages und schlägt Weber um 2,8 Sekunden. Laura Charles wird Dritte. Nach einem dominanten Renntag sichert sich Weber den Weltmeistertitel mit 1 Minute und 18 Sekunden Vorsprung auf Laura Charles. Estelle Charles komplettiert das Podium auf Rang drei.
Nach ihrem Sieg sagt Weber: «Ein Weltmeistertitel ist etwas, wovon man träumt. Mein Team und ich haben in den vergangenen drei Jahren so hart gearbeitet, um dorthin zu kommen, wo wir heute stehen. Ich habe das Gefühl, dass in dieser Saison alles zusammenkommt, und dieser Titel ist das i-Tüpfelchen für mich und mein ganzes Team. Ich war einfach unglaublich selbstbewusst und wusste, dass ich es schaffen kann. Ich könnte die Saison nicht besser abschliessen. Finale ist die Heimat des Enduro-Sports. Hier habe ich vor zehn Jahren angefangen, Enduro auf einem Hardtail zu fahren. Es fühlt sich an, als würde sich ein Kreis schliessen. Meine ganze Familie ist hier, und das ist einfach unglaublich.»
Dailly verteidigt sein Regenbogentrikot und krönt eine denkwürdige Saison
Adrien Dailly krönt eine herausragende Saison, indem er seinen Titel bei den UCI Mountain Bike E-Enduro Weltmeisterschaften erfolgreich verteidigt. Nur wenige Wochen nachdem er sich den Gesamtsieg im UCI Enduro World Cup 2026 gesichert hat, erweitert er seine Sammlung um ein weiteres Regenbogentrikot.
Bereits auf der 2,24 Kilometer langen Auftaktetappe Toboga di Canova setzt Dailly ein klares Zeichen. Er gewinnt mit fünf Sekunden Vorsprung und macht von Beginn an deutlich, dass er den Titel erneut holen will. Dahinter liegen die engsten Konkurrenten dicht beieinander. Tiago Ladeira (POR) und Damien Oton (FRA) führen einen engen Fünfkampf um die verbleibenden Podestplätze an.
Wie bei den Frauen erweist sich die lange und körperlich anspruchsvolle Etappe Megaroller mit 6,6 Kilometern als entscheidend. Dailly nutzt die Gelegenheit, um seine Stärke zu demonstrieren, und fährt eine herausragende Zeit, die 23 Sekunden schneller ist als jene seines nächsten Konkurrenten. Oton rückt auf den zweiten Gesamtrang vor, während Ladeira nach einem Zeitverlust von 51 Sekunden auf der längsten Etappe des Tages aus den Podestplätzen fällt.
Auf E-voland schlägt Oton zurück. Auf der anspruchsvollen 2,68 Kilometer langen Etappe mit ihren steilen Anstiegen setzt er den Führenden unter Druck. Der Franzose zeigt eine starke und konstante Leistung und gewinnt die Etappe mit fünf Sekunden Vorsprung auf Dailly. Damit bleibt der Kampf um den Titel offen.
Auf der kraftintensiven 2,18 Kilometer langen Etappe Rugetta kommt es zu einer weiteren Wendung im Kampf um die Podestplätze. Dailly kehrt auf die Siegerstrasse zurück und baut seinen Vorsprung in der Gesamtwertung bei noch zwei ausstehenden Etappen auf 33 Sekunden aus. Dahinter meldet sich Ladeira mit Rang zwei auf der Etappe zurück, während der vielseitige Fahrer Martin Maes (BEL) Dritter wird und damit seinen dritten Gesamtrang festigt.
Auf der vorletzten Prüfung Toboga PWR, die 1,2 Kilometer lang ist, liegen die Fahrer deutlich näher beieinander. Diego Giordanengo (FRA) führt ein französisches Quartett an. Dailly liegt mit nur drei Zehntelsekunden Rückstand auf Rang zwei, während Lévy Batista (FRA) den dritten Platz belegt.
Obwohl Martin Maes erst spät zu den UCI E-Enduro Weltmeisterschaften antritt, hebt er sich seine beste Leistung für den Schluss auf. Der Belgier, der sowohl im Downhill als auch im Enduro vielseitig unterwegs ist, gewinnt die ikonische letzte Etappe DH Men über 2,31 Kilometer. Ladeira belegt Rang zwei, während Dailly als Dritter seinen zweiten E-Enduro-Weltmeistertitel in Folge souverän sichert. Nach einem konstant starken Renntag belegt Oton den zweiten Gesamtrang. Maes komplettiert das Podium auf Rang drei.
Nach seinem Sieg sagt Dailly: «Es war intensiv, mit einigen wirklich langen und körperlich anspruchsvollen Etappen. Auf der zweiten Etappe habe ich voll angegriffen, um Lücken herauszufahren. Danach habe ich bis ins Ziel weiter Druck gemacht. Für mich war es ein richtig guter Tag.Ich habe grossartige Erinnerungen an diesen Ort. Die Rennen sind immer hart und körperlich anspruchsvoll, aber in Finale herrscht eine unglaublich gute Atmosphäre. Ich war vor vielleicht 15 Jahren zum ersten Mal hier. Deshalb ist es immer etwas Besonderes, zurückzukommen.»