Accell wird zerlegt: Bekannte Fahrradmarken finden neue Besitzer
Die Abwicklung des insolventen Fahrradkonzerns Accell schreitet voran. Der in Singapur ansässige Industriekonzern Dutech hat wesentliche Teile des niederländischen Unternehmens übernommen. Zum Kaufpaket gehören die Markenrechte an Batavus, Koga, Babboe, Carqon, Loekie und XLC. Ausserdem übernimmt Dutech die IT-Systeme sowie die ungarischen Aktivitäten von Accell einschliesslich des dortigen Fahrradwerks. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
Dutech ist in der Fahrradbranche kein Unbekannter. Zum Konzern gehören bereits die deutschen Marken Prophete, Kreidler und vsf fahrradmanufaktur. Mit den übernommenen Accell-Marken baut die Unternehmensgruppe ihre Stellung auf dem europäischen Fahrradmarkt deutlich aus.
Sparta geht an Tenways
Auch für die niederländische Traditionsmarke Sparta ist ein neuer Eigentümer gefunden. Der chinesisch-niederländische E-Bike-Hersteller Tenways übernimmt die Markenrechte, das geistige Eigentum und die Produktionsunterlagen verschiedener Sparta-Modelle. Die Insolvenzverwalter hatten Sparta separat zum Verkauf angeboten, um einen möglichst hohen Erlös zu erzielen.
Tenways wurde 2021 in China gegründet und hat seinen Hauptsitz inzwischen in Amsterdam. Das Unternehmen konzentriert sich auf elektrische Stadt- und Trekkingräder. Mit Sparta übernimmt der junge Anbieter eine Marke, deren Geschichte bis ins Jahr 1917 zurückreicht. Wie Tenways die Traditionsmarke künftig weiterführen will, ist noch nicht bekannt.
Was wird aus Haibike, Ghost und Winora?
Noch offen ist die Zukunft der deutschen Accell-Gesellschaften mit den Marken Haibike, Ghost und Winora. Auch diese könnten bei Dutech landen. Gespräche über eine mögliche Übernahme laufen, konkrete Ergebnisse wurden bislang aber nicht veröffentlicht.
Accell gehörte einst zu den grössten Fahrradherstellern Europas. Nach dem Boom während der Coronapandemie geriet der Konzern durch hohe Lagerbestände, sinkende Nachfrage und finanzielle Schwierigkeiten zunehmend unter Druck. Im August 2026 wurde über die niederländischen Gesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnet.
Mit dem Verkauf einzelner Marken und Unternehmensteile nimmt die Neuordnung des ehemaligen Fahrradgiganten nun Gestalt an. Die Insolvenzverwalter führen weitere Gespräche mit Interessenten. Wie viel vom einstigen Accell-Konzern am Ende übrig bleibt, ist weiterhin offen.