Sieht so die Zukunft des E-Bike-Antriebs aus?
Der Antrieb mit Kette und Kettenschaltung ist hoch effizient mit wenig Reibungsverlusten und industriell günstig herstellbar. Doch das System hat Nachteile: Es ist verschleissanfällig, das Schaltwerk hinten ist defektanfällig exponiert und es bringt Gewicht ans Hinterrad, was optimaler Federungsleistung abträglich ist.
Deshalb macht es Sinn, sich Gedanken zu machen über alternative Schaltkonzepte. Den radikalsten, und bislang durchaus erfolgreichen Weg, beschreitet der deutsche Hersteller Pinion. Hier findet die Schaltung nicht am Hinterrad statt, sondern zentral, mit tiefem Schwerpunkt inmitten des Bikes als Getriebebox. Bei Pinion hatte man sich über die Heirat von Getriebe und Elektromotor bereits Gedanken gemacht – und an der Eurobike 2011 einen Studie gezeigt. Diese Pläne hat Pinion bislang nicht zur Marktreife getrieben.
Eine Getriebebox wie à la Pinion baut auch Kervelo aus Frankreich - doch für noch mehr Aufmerksamkeit sorgt der Hersteller mit der Lancierung des integrierten E-Bike-Antriebs Quartz. Dieser basiert auf dem Planetengetriebe der Getriebebox, einem oberhalb des Getriebes positionierten Elektromotors und selbstverständlich einem 48V-Akku. Der Motor liefert dabei seine Kraft durch das Planetengetriebe an die Kurbelwelle und sorgt so für ordentliche Tretunterstützung. Apropos Unterstützung: Quartz liefert maximal 250 W Leistung (bei der S-Pedelec-Version sind es 400 W) und pumpt mit rund 70 Nm den Hang hoch. Zu haben sind die Versionen Quartz 4 (4 Gänge, Bandbreite 200%,), Quartz 6 (6-Gänge, 323% Bandbreite, Quartz 12 und Quartz 12 Speed (jeweils12 Gänge mit 545% Bandbreite).
Mit den vier Systemen will das Quartz-System den Ansprüchen von Urban E-Bikern, E-Road-Fahrern, E-Mountainbikern sowie S-Pedelec-Fahrern gerecht werden. Die Gewichte der Getriebe-/Motoreinheit zeigen sich mit 3.3 bis 3.9 kg moderat und wettbewerbsfähig.