Prättigauer Höhenweg
Beschreibung
Nach der Fahrt mit dem Postauto nach St. Antönien beginnt das Abenteuer mit dem Asphaltaufstieg hoch zum Bergli – jener markanten Hütte bei den Lawinenverbauungen, die schon von weit unten den Blick auf sich zieht. 700 Höhenmeter gilt es hier zu bewältigen.
Bei der Hütte endet die Strasse und die Route verwandelt sich in einen Singletrail. Weiter geht's bergwärts bis zum malerischen Bergsee. Der Trail ist gut ausgebaut und mit etwas Muskelkraft durchaus fahrbar. Nach dem See rollt man über einen herrlichen Höhenweg, stets der Bergflanke entlang, zur Garschinahütte. Der imposante Bau am Fuss der Sulzfluh ist schon von weitem sichtbar und zieht die Blicke magisch an.
Gleich unterhalb der Garschinahütte beginnt der Prättigauer Höhenweg – ein Supertrail direkt unterhalb der markanten Felstürme. Hier fühlt man sich wie in den Dolomiten versetzt! Der S2-Trail mit regelmässigen S3-Abschnitten führt bis kurz unterhalb des Schweizertors. Hier zweigt links die offizielle Mountainbikeroute ab. Doch das würde nach den ersten Trail-Metern bedeuten, fast vollständig auf Schotterstrassen zurück ins Haupttal zu rollen. Nein Danke!
Stattdessen packen wir den Aufstieg zur Golrosa an. Dieser Weg zeigt sich je nach Witterung von unterschiedlicher Seite. Nach einem ersten Schiebestück lässt sich der Weg bei trockenen Bedingungen und ohne Beschädigung durch das Alpvieh einigermassen fahren. Vor allem im Sommer setzen Rinder und Kühe dem Weg allerdings oft zu, was ihn nur sehr mühsam fahrbar macht. 200 Höhenmeter sind es vom Fuss des Aufstiegs beim Schweizertor bis zur Golrosa – der etwas anstrengende Teil des Prättigauer Höhenwegs.
Dafür wird's nach der Golrosa wieder flüssiger. Nun bildet die Schesaplana die felsige Kulisse. Der Weg macht oft richtig Spass, bis ihm einzelne knifflige Stellen wieder den Flow nehmen. Es bräuchte eigentlich nicht viel Aufwand, um den Weg erheblich zu verflüssigen. Die wilde Landschaft ist grandios! So erreicht man die Schesaplana-Hütte und damit den Einstieg in die lange Schlussabfahrt nach Grüsch.
Die erste Phase der Abfahrt führt über einen gut fahrbaren Trail, der nach der Querung einer Schotterstrasse deutlich anspruchsvoller wird. Im S3-Modus mit einzelnen S4-Stellen kurvt man durch den Wald und erreicht weit unten schliesslich die breite Schotterstrasse, die hinab nach Seewis führt. Dieser etwas monotone Abschnitt ist unumgänglich, es gibt keine Trail-Optionen bis Seewis. Dafür wird das Schlusstück nochmals so richtig schnell und spassig! Der flotte S1-Trail hinab nach Grüsch ist eine würdige Krönung und liefert am Fuss der Burgruine von Grüsch nochmals alpines Trail-Feeling vom Feinsten.
Karte & GPX-Track
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Details zur Tour
40 km
1180 m
1970 m
631 M.ü.M.
2235 M.ü.M.
1 Tag
St. Antönien
Grüsch
3618
gut tauglich
Es fing so gut an. Wir sind die Tour am 21.Juli 2026 bei bestem Wetter gefahren. Der Aufstieg ab St. Antönien ist angenehm und verläuft sanft steigend durch malerische Weiler und Flure. Ab Bärgli (bis wo auch das kleine Postauto fährt) endet die Asphaltstrasse und ein gut ausgebauter Wanderweg führt leicht steigend bis zur Carschinahütte. Diese strahlt in neuem Gewand und ist eine Rast mehr als wert. Ab der Hütte ist der Prättigauer Höhenweg ein Highlight – gut fahrbar mit ein paar technischen Challenges rollt man durch die malerische Landschaft in Richtung Schweizertor. Ich würde die Tour genau dort abbrechen und auf der Originalroute ins Tal fahren. Bis zur Galrosa kann man cirka 5 bis 10 Prozent fahren. Der Rest: ausgewaschen und komplett vom Vieh zertreten. So war schultern angesagt. Auch nach der Galrosa ist der Trail leider oft sehr tief ausgewaschen und hat viele Passagen, die einem zum Schieben oder Tragen bringen. Somit kommt bis zur Schesaplanahütte reinrassiges Wander-fFeeling auf und Flowgefahr besteht höchst selten. Die Abfahrt ab der Schesaplana hat zwar nach einem flowigen Intro einen kurzen, knackigen und spassigen Abschnitt – dieser ist aber von kurzer Freude und schon bald wähnt man sich ab Punkt 1324 auf einer breiten Kiesstrasse, welche dann über sechs Kilometer und 400 Tiefenmeter nach Seewis führt. Long story short – die Abfahrt ab der Schesaplana ist aus meiner Sicht den Murks vom Schweizertor bis zur Schesaplanahütte nicht wert. Landschaftlich und mit den beiden Hütten als hervorragende Raststationen trotzdem ein schönes Erlebnis – würde es aber das nächste Mal mit den Wanderschuhen machen.
Kurz gesagt: bis zum Schweizer Tor echt top, danach leider flop. Warum man sich bis zur Schesaplana mehr schiebend als fahrend durchkämpfen muss, nur um dann doch den Großteil der Höhenmeter auf Forstwegen zu vernichten, kann nur durch das Panorama auf die Schesaplana begründet sein. Besser scheint wohl, man fährt am Schweizer Tor bereits ins Tal und lässt den zweiten Teil aus.
Habe diese Tour in eine 2-Tagesunternehmung eingebaut. Am ersten Tag bin ich von Tschagguns im Montafon via Tilisunaalpe zum Grubenpass und von dort runter zum Partnunsee. Der Trail ist sehr fordernd- verblocktes S3 mit S4 Stellen. Aber guter Einstand zu dem was noch folgen sollte.
Übernachtung im Berggasthaus Sulzfluh, exzellent geführt und sehr zu empfehlen.
An Tag 2 dann hoch zur Carschinahütte und Einstieg in den Höhenweg. Bis zum Schweizertor super schön zu fahren in 1A Panorama. Der Aufstieg nach Golrosa ist dann sehr zäh und mit Biobike beinahe durchgehend zu schieben. Die weitere Passage bis Schesaplanahütte wird dann wieder etwas flüssiger. Aufgrund der dauernden Gegenanstiege und immer wieder kurzen, stark verblockten Stellen aber insgesamt immer noch sehr „unrund“ zu fahren. Nach dem furiosen Einstieg war das dann irgendwann einfach zu viel an Höhenweg. Schade, dass es zwischendrin keinen schönen Trail runter gibt.
Bei Seewis bin ich dann noch zum Fadärastein, netter Trail aber dann doch eher wieder zu einfach (kurz S3, dann S1)
Vom Erlebnis- und Landschaftsfaktor eine Top-Tour. Trailtechnisch aber eher so lala, und selbst dafür sollte man S3 gut beherrschen.
Allegra, Zweirad-Cracks in nah und fern! Bleiben wir beim Stichwort fern. Radelte diese Tour vor zig Jahren ab, als im Prinzip noch keine Sau daran dachte, diesen Weg jemals unter zwei Räder zu nehmen. (Zu meinem damaligen Erstaunen kam mir aber kurz vor dem Schweizer Tor ein Artgenosse mit einem Hardtail entgegen... Auch er arg verschwitzt und verschmitzt grinsend.) Aber bleiben wir am Trail. Statt Schiers – wie langweilig – oder die Scesaplana-Hütte – naja, ginge noch – anzuvisieren, bog ich oben auf der Golrosa scharf nach rechts ab, zirkelte via Fürggli zum Gafalljoch rüber, dann auf ergötzlichem Trail zum Lünersee runter, mit Puls 176 rauf zur Lüner Krinne, auf lüpfigem Richtung Alpe Lün und weiter zum Einstieg ins Rellstal. Dort hat man sich zu entscheiden. Weil da prangt eine Veloverbotstafel am rechten Strassenrand. Folgsame Biker schieben ihr Kultgerät natürlich raus bis Vandans, was sich ein bisschen sehr zieht... Weitsichtige Anarchos hingegen eräugen rechts des Rellsbaches einen gefügigen Single Trail. Und der war – damals mindestens – mindestens so vereinsamt wie der Klassiker Prättigauer. Gibt insgesamt zwar ein paar Höhenmeter gratis dazu, die werden indes vom Dopamin-Schub im Montafon unten mehr als aufgewogen.
Erich Schmucklis Bike-Kollege und Ex-Ride-Abonnent)
Sigi Scherrer