UCI suspends enduro rider for alleged sexual assault | Ride MTB

UCI suspends enduro rider for alleged sexual assault

MeToo hat den MTB-Weltcup erreicht

The incident is said to have occurred during the 2023 World Cup weekend in Leogang and was reported last year by Spanish enduro rider Ares Masip Ibañez. The accused Edgar Carballo Gonzalez is suspended for one year following an internal UCI investigation. He denies the allegations and his team Mondraker immediately parted ways with him.

Im Dezember 2024 wandte sich Ares Masip Ibañez, 29-jährige Enduro-Fahrerin aus Spanien, mit einem aufsehenerregenden Online-Video an die Öffentlichkeit. Sie erklärte darin, dass sie im Juni 2023, als der Enduro-Weltcup im österreichischen Leogang Station machte, Opfer eines sexuellen Übergriffes durch einen anderen Sportler geworden sei. Als sie sich nach dem Rennen in ihrem Bus im Fahrerlager erholen wollte, habe der Beschuldigte sie dort massiv bedrängt. Nur mit Mühe habe sie den Angriff abwehren können. Weil sie Monate danach noch unter den Folgen des Übergriffes gelitten habe, zeigte die Fahrerin den Vorfall im Oktober 2024 schließlich beim Weltradsportverband (UCI) und den spanischen Behörden an. Den Namen des Beschuldigten nannte sie auf Anraten ihres Anwaltes nicht öffentlich. Sie erklärte damals, dass ihr dieser Schritt nicht leicht gefallen sei, doch sie wolle die Unkultur des Schweigens brechen und mithelfen, den Radsport für Frauen ein Stück weit sicherer zu machen.

Ibañez sorgte mit ihrem Video kurzzeitig für Aufsehen in der Bike-Community und erntete auch viel Zuspruch für ihren Mut. Doch bald wurde es wieder still um den Vorfall. Im Hintergrund ermittelte die Ethik-Kommission der UCI über Monate und entschied nun, den Namen des Beschuldigten zu nennen und ihm für die Dauer von zwölf Monaten die Lizenz zur Teilnahme an Radsportveranstaltungen zu entziehen. Beim mutmaßlichen Täter handelt es sich demnach um den 36-jährigen spanischen Endurofahrer Edgar Carballo Gonzalez, der bei Mondraker unter Vertrag stand. Er bestreitet die Vorwürfe allerdings in einer Stellungnahme gegenüber der kanadischen Online-Plattform Pinkbike vehement. Es gebe kein Gerichtsurteil, das seine Schuld beweise und auch sonst seien alle Anschuldigungen gegen ihn unwahr. Die Sanktionen gegen ihn seien daher unrecht und würden sein Leben ruinieren, beklagt Gonzalez.

Hier das Statement der UCI im Wortlaut:

The UCI Ethics Commission issues a decision concerning Mr Edgar Carballo Gonzalez:

The Union Cycliste Internationale’s (UCI) Ethics Commission – a body acting independently of the International Federation’s administration – announces its decision in the case involving Mr Edgar Carballo Gonzalez, a Spanish downhill and enduro mountain bike rider. The proceedings followed a complaint submitted by another rider via the UCI’s confidential reporting platform, UCI SpeakUp, reporting an incident of a sexual nature that occurred in her van, which was located in the official parking area of a UCI International Calendar event.

Based on the elements brought to its attention, the Commission concluded that Mr Carballo Gonzalez’s sexual and non-consensual actions (making sexual advances, with inappropriate physical contact and the use of the word “rape”, after having been told by the complainant that they would not have any sexual interaction because she had a boyfriend) violated her dignity and represented sexual harassment.

As a result, Mr Gonzalez was found to have committed breaches of Article 6.4 of the UCI Code of Ethics (Protection of physical and mental integrity) and Article 2.3 (Sexual harassment) of Appendix 1 of the Code, and was handed a one-year suspension from all cycling-related activities. The UCI takes note of the decision of the Ethics Commission (which remains subject to appeal before the Court of Arbitration for Sport – CAS) and reaffirms its unwavering commitment to protecting the integrity of cycling and ensuring a safe environment for all.

In line with this objective, the UCI issues a reminder that it provides a confidential and secure reporting platform, UCI SpeakUp, where individuals are encouraged to report any safeguarding concerns.

Ermittlungen in Salzburg anhängig

Gonzalez hat sich in der Downhill- und Enduro-Szene Spaniens durch diverse Erfolge einen Namen gemacht. International konnte er 2022 mit einem Sieg beim E-Enduro Weltcup in Innerleithen aufzeigen. Ihm bleibt der Weg zum internationalen Sportgerichtshof in Lausanne, wo er gegen die Entscheidung der UCI berufen kann. Doch neben der sportlichen Sanktion drohen ihm auch strafrechtliche Konsequenzen. Denn in Österreich, dem mutmaßlichen Tatort, ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Salzburg anhängig. Weil sexuelle Nötigung nach österreichischem Recht ein Offizialdelikt ist, müssen die Behörden tätig werden, sobald sie Kenntnis davon erlangen. Weil bisher von den spanischen Behörden keine Details zum Beschuldigten übermittelt worden waren, hatte man in Österreich gegen Unbekannt ermittelt. Da Gonzalez Name nun aber öffentlich genannt wurde, werden sich wohl auch die österreichischen Behörden für ihn interessieren.

Wie der Stand der Ermittlungen in Spanien ist, wo Ibañez den Übergriff laut eigener Aussage ebenfalls angezeigt hat, ist derzeit nicht bekannt. Sie selbst hat auf Medienanfragen bisher nicht reagiert, sondern wandte sich nach Bekanntwerden der UCI-Entscheidung erneut via Online-Video an die Öffentlichkeit. Darin erklärt sie, dass die UCI während der vergangenen neun Monate den von ihr angezeigten Fall gemäß Protokoll intensiv geprüft habe und jetzt zu dieser Entscheidung gekommen sei. Es sei leider nicht der erste derartige Fall in der Radsportwelt, sagt Ibañez, aber erstmals seien wegen eines sexuellen Übergriffs Sanktionen verhängt worden. Sie habe eine schwere Zeit hinter sich, aber dieser kleine Sieg gebe ihr die Kraft, weiterzumachen.

Mondraker trennt sich von Gonzales

Gonzalez bisheriges Team Mondraker hat ebenfalls Konsequenzen gezogen und sich nach Bekanntwerden der Ermittlungsergebnisse und der Suspendierung durch die UCI mit sofortiger Wirkung vom Spanier getrennt. Mondraker-CEO Migual Pina erklärte in einem schriftlichen Statement, dass man die UCI dabei unterstütze, ein sicheres Umfeld für Radsportlerinnen und Radsportler zu schaffen. Pina verwies dabei dezidiert auf die UCI-Plattform SpeakUp, wo Betroffene von Übergriffen sich vertraulich an den Verband wenden können, wie es auch Ibañez getan hat.

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