4x-Queen Jill Kintner kommt zu «Mountainbike Hall of Fame» Ehren! | Ride MTB

4x-Queen Jill Kintner kommt zu «Mountainbike Hall of Fame» Ehren!

Jill Kintner: Das Zweirad-Multitalent ist auch nach ihrer Rennkarriere überaus aktiv und engagiert sich beispielsweise als Mentorin für junge Mountainbikerinnen.

Foto: Pivot Cycles

Die US-Mountainbikerin Jill Kintner wurde jüngst in die Mountain Bike Hall of Fame (MBHOF) aufgenommen – eine Auszeichnung, die ihrer aussergewöhnlichen Karriere und ihrem Einfluss auf den Mountainbike-Sport gerecht wird. Die Aufnahme erfolgte im Rahmen der Mountain Bike Hall of Fame-Gala am 8. November 2025 im Marin Museum of Bicycling in Fairfax, Kalifornien. 

Kintners vielseitiger Weg

Kintner begann ihre sportliche Laufbahn im BMX-Rennsport, wo sie bereits im jungen Alter auf sich aufmerksam machte. Später wechselte sie in den Mountainbike-Rennsport. Hier war sie in einer seltenen Bandbreite von Disziplinen erfolgreich, so im Downhill, Dual-Slalom, Pumptrack und besonders im 4x, ja sogar im Enduro. 

Zu ihren bemerkenswerten Erfolgen zählen drei Weltmeistertitel im 4x, wo sie auch 15 Weltcup-Siege errang, die Bronzemedaille an den Olympischen Spielen 2008 in Peking im BMX-Racing, sowie massenhaft Siege an nationalen Meisterschaften und internationalen Rennen in verschiedensten Disziplinen. Diese Erfolge zeigen nicht nur ihre technische Qualität, sondern auch ihre Ausdauer über viele Jahre und Disziplinen hinweg.

Warum die Aufnahme in die Hall of Fame?

Für die diesjährige Aufnahme in die Mountain Bike Hall of Fame werden für Jill Kintner mehrere zentrale Gründe genannt: Ihre breit gefächerte Dominanz im Rennsport, ihre aussergewöhnliche lange Karriere und nicht unwichtig, ihre Rolle als Mentorin für junge Fahrerinnen. 

Bedeutung für den Sport

Die Aufnahme von Jill Kintner in die Hall of Fame markiert nicht nur eine persönliche Würdigung, sondern spiegelt auch Entwicklungen im Mountainbike-Sport wider. Die Disziplinenvielfalt nimmt zu, Frauen treten immer stärker ins Rampenlicht, und Athletinnen wie Kintner fungieren als Brückenbauerinnen zwischen Rennsport, Szene und Nachwuchsarbeit. Ihr Beispiel steht für Grenzenlosigkeit statt Spezialisierung und zeigt, wie Sport-Karrieren heute aussehen können. Nicht nur auf ein Ziel gerichtet, sondern vielschichtig, langwährend und mit gesellschaftlichem Einfluss.

Blick voraus

Obwohl bereits goldene Kapitel geschrieben sind, betont Kintner selbst, dass ihr Engagement als Mentorin, Botschafterin und Symbolfigur weitergehe. Ihre Aufnahme in die Mountain Bike Hall of Fame ist folglich nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Impuls für eine kommende Generation von Mountainbikerinnen, die nicht nur Rennen gewinnen wollen, sondern Teil einer sich weiterentwickelnden Gemeinschaft sein möchten.

Mit ihrem so facettenreichen Weg, von den BMX-Anfängen bis hin zur Mountainbike-Ikone, gehört Jill Kintner damit in die Riege der ganz grossen Gestalterinnen des Sports.

Freerider Zink ebenfalls neu in der Hall of Fame

Von der Athletenseite stösst noch ein zweiter Name in die Mountain Bike Hall of Fame, der Freerider Cam Zink. Der US-Amerikaner gehört zu den prägendsten Figuren des Freeride-Mountainbikens. Im Jahr 1986 in Lake Tahoe geboren, wurde er am 8. November 2025 ebenfalls in die Mountain Bike Hall of Fame aufgenommen – als Fahrer, Unternehmer und Förderer einer ganzen Szene.

Zink begann als talentierter Downhill- und Dual-Slalom-Fahrer, bevor er sich ab dem Jahr 2005 dem Freeride verschrieb. Damals war die Disziplin noch kaum etabliert. Zusammen mit Fahrern wie Kyle Strait und Kirt Voreis half er, sie bekannt zu machen, mit spektakulären Sprüngen und hohem Risiko.

Im Jahr 2006 gewann Zink den Crankworx Slopestyle-Titel, 2010 erneut, sowie auch die Red Bull Rampage, das wichtigste Freeride-Event der Welt. Er wurde Freeride World Tour Champion und triumphierte im Jahr 2023 nochmals bei der Rampage. Dazu kommen zehn Crankworx-Medaillen, mehrere Best-Trick-Auszeichnungen und ein Weltrekord: Im Jahr 2014 sprang er, live auf ESPN übertragen, den längsten Dirt-to-Dirt-Backflip der Geschichte.

Bekannt wurde Zink auch durch Filmauftritte wie in der New World Disorder-Serie oder in der Dokumentation Reach for the Sky, die in der Szene Kultstatus erreichten.

Neben seiner sportlichen Karriere engagiert sich Zink stark auch für die Szene. Im Jahr 2009 gründete er die Marke Sensus, 2018 folgte das Non-Profit-Projekt «Sensus R.A.D. Trails», das Bikeparks und Trails für junge Fahrerinnen und Fahrer baut. Auf seinem Gelände in Reno veranstaltet er das Cam Zink Invitational, ein Freeride-Event und Trainingsort für Talente weltweit. Im Jahr 2024 lancierte er zudem sein eigenes Bike-Label, Zink Bikes.

Cam Zink steht für Mut, Kreativität und Ausdauer. Seine Aufnahme in die Hall of Fame ehrt nicht nur seine Siege, sondern seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des Sports, auf und neben dem Bike.

mmbhof.org/mountain-bike-hall-of-fame

Jill Kintner, Hall of Fame 2025

Jill Kintner ist auch nach ihrer Rennkarriere überaus aktiv und engagiert sich unter anderem als Mentorin für junge Mountainbikerinnen.