Auch das noch! Erste Wanderer kleben sich auf die Trails | Ride MTB

Auch das noch! Erste Wanderer kleben sich auf die Trails

Trail-Kleber

Nach dem Vorbild der Klima-Aktivisten planen radikalisierte Wanderer, auf sich aufmerksam zu machen: Sie beabsichtigen, sich während der kommenden Saison auf Wanderwegen festzukleben, um Mountainbikern die Durchfahrt zu verhindern.

Was der «Letzten Generation» mit ihren Protestaktionen in Städten gelungen ist, möchte nun eine Gruppe mit dem Namen «Hike Generation» ebenfalls erreichen – ihre Anliegen durch Provokation in die Öffentlichkeit zu tragen. Diese lose Gruppe hat sich alpenweit über den Messenger-Dienst Telegram organisiert und wird aufgrund ihrer zunehmenden Radikalisierung schon seit geraumer Zeit beobachtet.

Für den Sommer 2024 sind nun erste Aktionen geplant, bei denen sich Aktivisten auf Singletrails festkleben und damit Mountainbikern die Durchfahrt erschweren wollen. Insider-Quellen zufolge sollen am 5. Juli mehrere koordinierte Aktionen im gesamten Alpenraum stattfinden.

Pragmatische Reaktionen der Mountainbiker

Wer genau hinter der «Hike Generation» steht, bleibt ungewiss, da durch die lose Struktur über Telegram keine festen Organisationsstrukturen erkennbar sind. Ein Ziel hat die Gruppe bereits erreicht: Die Aufregung über die geplanten Aktionen ist groß. Zahlreiche Organisationen, die sich mit Fairtrail- und Toleranz-Kampagnen für gegenseitige Akzeptanz einsetzen, kritisieren diese Kleber-Aktionen als kontraproduktiv. Naturschutzorganisationen befürchten zudem, dass die Klebstoffe wichtige Mikroorganismen auf den Felsblöcken nachhaltig schädigen könnten.

Mountainbike-Organisationen reagieren wiederum pragmatisch auf den angekündigten Protest. Einige Fahrradschulen planen, das geschickte Umfahren von festgeklebten Personen in ihr Trainingsprogramm aufzunehmen, einschließlich des gekonnten Bunnyhops über große Hindernisse. Regionen wie das Bike Kingdom Lenzerheide kündigten an, in ihrer mobilen App jeweils Live-Daten zu den Blockaden zu veröffentlichen und Alternativ-Routen vorzuschlagen.

Wer rettet die Aktivisten?

Wie sich die festgeklebten Wanderer aus ihrer Lage befreien wollen, bleibt offen. Klima-Aktivisten werden jeweils von der Polizei vom Asphalt gelöst, doch auf Wanderwegen ist mit diesem «Service» nicht zu rechnen. Erste Rettungsorganisationen zeigen sich besorgt über mögliche nächtliche Rettungseinsätze, um unterkühlte und dehydrierte Kleber-Aktivisten zu retten. Demgegenüber zeigen sich einige Mountainbike-Organisationen wiederum pragmatisch: Die Guide-Organisationen der Dimb und von Swiss Cycling werden ihren Guides kleine Fläschchen mit Klebstoffentferner mitgeben, um die festgeklebten Wanderer vor dem Eindunkeln befreien zu können und möglicherweise durch gewonnene Sympathie zum Umdenken zu bewegen.
 

 

Dieser Artikel wurde am 1. April 2021 veröffentlicht.