Avancini und Mitterwallner holen sich die Regenbogentrikots zurück. | Ride MTB

Avancini und Mitterwallner holen sich die Regenbogentrikots zurück.

Henrique Avancini wird Marathon-Weltmeister 2023

Foto: Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool

Die Österreicherin Mona Mitterwallner (Weltmeisterin 2021) und der Brasilianer Henrique Avancini (Weltmeister 2018) holen sich an den Marathon-Weltmeisterschaften in Glasgow die Regenbogentrikots zurück. Mitterwallner siegt vor Candice Lill (RSA) und Adelheid Morath (GER), Avancini vor Martin Stosek (CZE) und Lukas Baum (GER). Die Schweizer Marc Stutzmann und Alexandre Balmer belegen die Plätze vier und sieben.

Bei leichter Bewölkung und moderaten Temperaturen um 13 Grad Celsius beginnen die Marathon-WM-Rennen im Glentress Forest im schottischen Tweed Valley, mit Massenstarts am historischen Traquair House. Die Fahrer legen eine 96.5 Kilometer lange Strecke mit 3200 Höhenmetern zurück und durchqueren dabei fünf schottische Wälder.

Avancini nach fünf Jahren wieder Weltmeister

Im 118-köpfigen Männerfeld sind zahlreiche internationale Spitzenfahrer und ehemalige Weltmeister vertreten. Die ersten fünf Startnummern tragen der Italiener Fabian Rabensteiner (Europameister und Sieger der ersten Runde des UCI-Weltcups 2023), der Deutsche Andreas Seewald (UCI-Weltmeister 2021 und Vizeweltmeister 2022), die UCI-Ranglistennummer 3 Martin Stošek (CZE), Simon Schneller (GER) und Hugo Drechou (FRA). Die grösste Konkurrenz geht jedoch von ausserhalb dieser Gruppe aus.

An der ersten Zwischenzeit nach über einer Stunde Renndauer führt der Deutsche Martin Frey vor Hans Becking (NED), dem UCI-Weltmeister 2018 Henrique Avancini, dem Kolumbianer Héctor Páez (UCI-Weltmeister 2019 und 2020) und Lukas Baum (GER). Sie bilden die Spitze einer 30-köpfigen Gruppe, zu der auch Seewald, die UCI-Ranglistennummer 1 Rabensteiner, Stošek, der Südafrikaner Alan Hatherly und die britische Hoffnung Cameron Mason gehören.

Nach zwei Stunden hat eine fünfköpfige Gruppe mit Baum, Hatherly, der Italiener Lorenzo Samparisi, Mason und Avancini, einen Vorsprung von 20 Sekunden auf die achtköpfige Verfolgergruppe mit Frey und Rabensteiner herausgefahren. Bei Split 3 haben Avancini und Baum 30 Sekunden Vorsprung auf Becking und Alexandre Balmer (SUI), während Rabensteiner und Stošek zusammen eine Minute hinter dem brasilianischen Leader liegen.

An der letzten Zwischenzeit ist Becking in die fünfköpfige Rabensteiner-Gruppe zurückgefallen. Balmer wird von einem stark auftretenden Avancini abgehängt, während Baum wieder aufschliesst und Stošek leicht distanziert ist, sich aber noch halten kann.

Und es ist der 34-jährige Brasilianer Avancini, der seine geballten Fäuste nach einer Zeit von 4:14:42 über die Ziellinie reckt und damit sein Regenbogentrikot zurückholt, das er zum ersten Mal vor fünf Jahren gewann. Der Tscheche Stošek wird Zweiter (+28 Sekunden) und Baum fällt mit +1:34 auf den dritten Platz zurück. Zwei Minuten später, als Balmer nachlässt, kommen Marc Stutzmann (SUI) und Héctor Páez auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel.

Resultate

Mitterwallner fährt Titel solo ein

Ein 62-köpfiges Frauenfeld macht sich auf den Weg. Zu den Favoritinnen gehören die UCI-Weltmeisterin von 2021, Mona Mitterwallner, Lejla Njemčević aus Bosnien und Herzegowina (Siegerin des ersten UCI-Weltcups des Jahres), die UCI-Ranglistenzweite und -dritte, Stefanie Dohrn (GER) und Estelle Morel (FRA), sowie Katazina Sosna aus Litauen.

Nach einer Stunde setzen sich zwei Fahrerinnen ab: die Südafrikanerin Candice Lill (Bronzemedaillengewinnerin der Commonwealth Games 2022) und Mitterwallner. Sie haben fast eine Minute Vorsprung vor einer siebenköpfigen Gruppe, zu der Morel, die Siegerin der zweiten Runde des UCI-Weltcups, Adelheid Morath (GER), Paula Gorycka (POL), Vera Looser aus Namibia, Sandra Mairhofer (ITA) und die Neuseeländerin Samara Sheppard gehören. Mit einer halben Minute Rückstand folgt ein Trio, darunter die UCI-Ranglistenerste Njemčević.

Nach fast zweieinhalb Stunden Fahrzeit findet das Spitzenpaar mit dem Trio Gorycka, Morath und Morel zu einer fünfköpfigen Spitzengruppe zusammen. Bei der dritten Zwischenzeit, nach etwas mehr als drei Stunden, hat Mitterwallner einen Vorsprung von 13 Sekunden auf Lill, Morath liegt solo eine Minute zurück und Morel zwei Minuten. Die 21-jährige Österreicherin setzt sich alleine ab und holt einen Vorsprung von zwei Minuten auf Lill heraus, als sie in den berühmten Glentress Forest einfährt, wobei Morath, Morel und Njemčević alle mehr als acht Minuten hinter Mitterwallner liegen.

In der Endabrechnung überquert Mitterwallner die Ziellinie nach einer Zeit von 5:07:50 Stunden. Die Südafrikanerin verringert den Rückstand am Ende und holt sich mit 54 Sekunden Rückstand die Silbermedaille. Die Bronzemedaille geht an Morath, fast zehn Minuten hinter Mitterwallner. Njemčević und Morel belegen die Plätze vier und fünf.

Resultate