Baumann gewinnt WM-Hauptprobe und EM-Titel in Champéry
Die Downhill-Strecke von Champéry gehört zu den spektakulärsten weltweit und auch zu den steilsten Abfahrten des Globus. Im Jahr 2011 fanden im kleinen Walliser Ort die Weltmeisterschaften statt, danach wurde es still um die berüchtigte Abfahrt. Im Hinblick auf die Multidispziplinen-WM im Wallis kehrt am steilen Hang oberhalb des Grand-Paradis nun wieder Leben ein. Die Europameisterschaften am 11. August sind sogleich auch die Hauptprobe für die Weltmeisterschaften, und erstaunt es nicht, sind viele Spitzenfahrer am Start, wo Downhill-Europameisterschaften sonst zu B-Fahrer-Events verkommen sind.
Bei den Frauen ist beinahe alle europäischen Spitzenfahrerinnen am Start, allen voran Weltmeisterin Valentina Höll. Im Rennen ist aber eine andere Fahrerin, die man um den Titel nicht als erstes auf der Liste hatte. Lisa Baumann glänzte bereits in der Qualifikation mit Platz zwei und drehte im Finallauf auf der anspruchsvollen Strecke nochmals auf. Bei der ersten Zwischenzeit liegt die Schweizerin noch auf Platz zwei hinter Höll, wird dann aber zunehmend schneller und setzt sich im Ziel an die Spitze. Die Augen auf Cabirou als letzte Fahrerin gerichtet, wird bald klar, dass die Französin nicht an die Zeit von Baumann rankommt, sie belegt am Ende Rang drei. Baumann gewinnt damit EM-Titel und WM-Hauptprobe in einem, und das vor versammelter Weltelite.
Die Deutsche Spitzenfahrerin Nina Hoffmann belegt Rang sechs, Camille Balanche begeht einen Fahrfehler, landet im Fangnetz und wird noch Zwölfte. Ramona Kupferschmied wird 14.
Kolb mit deutlichem Sieg
Im Rennen der Männern setzt der Franzose Rémi Thirion bei der ersten Zwischenzeit ein Ausrufezeichen. Danach stürzt der Spezialist für steile Strecken und belegt immerhin noch Rang sieben. Zu der Zeit hält der Brite Matt Walker den Hot Seat warm und schaut zu, wie ein Fahrer nach dem anderen an seiner Zeit scheitert. Hinter ihm auf Platz zwei, der Franzose Loic Martin. Auch Fahrer wie Weltmeister Charlie Hatton oder der junge irische Spitzenfahrer Ronan Dunne kommen nicht an Walkers Zeit ran. Erst Andreas Kolb holt als letzter Fahrer auf der Strecke Walkers Zeit auf und baut seinen Vorsprung dank einer konstanten Fahrt aus. Beim überqueren der Ziellinie sind es fast drei Sekunden Vorsprung für den Österreicher, der seit seinem Weltcup-Sieg vor einem Jahr, nun einen weiteren bedeutenden Erfolg feiert.
Max Hartenstern belegt als schnellster Deutscher Platz acht, die Schweizer Yannick Bächler und Marius Perraudin klassieren sich gerade noch in den Top-30. Auf den Start verzichtet, haben unter anderem die beiden französischen Superstars Amaury Pierron und Loic Bruni.