Corona-Boom und Lieferengpässe | Ride MTB

Corona-Boom und Lieferengpässe

Die Velobranche ist auf China angewiesen, ein Grossteil der Rahmen und Anbauteile kommen aus dem Land, in dem die Corona-Epidemie ihren Anfang nahm. Die Lager in der Schweiz sind gefüllt, doch der Nachschub wird auf sich warten lassen. Velosuisse meldet aber auch Erfreuliches: Die Nachfrage nach Fahrrädern steige, da viele vom ö.V. auf Velo und E-Bike umstiegen, um sich vor dem Virus zu schützen.

Zuerst die gute Nachricht: Auch 2019 verkauften die Schweizer Velohändler gut, der Absatz von E-Bikes wuchs erneut im zweistelligen Prozentbereich. Der warme und trockene Winter sorgte für einen frühen Saisonstart. Weiter hat Velosuisse, der Verband der Schweizer Fahrradimporteure,  in einer Umfrage unter ihren Mitgliedern herausgefunden, dass viele Menschen in der Schweiz aufs Velo umsteigen, um der Virenkonzentration im öffentlichen Verkehr aus dem Weg zu gehen. All das führt zu einer grossen Nachfrage bei den Schweizer Veloverkäufern.

Es dauert gegen ein halbes Jahr, bis ein durch einen Händler bestelltes Fahrrad den Weg aus der chinesischen Fabrik in sein Lager gefunden hat. Das bedeutet, dass die Bikes für die Saison 2020 längst unterwegs waren, als in China die Corona-Epidemie ihren Anfang nahm. «Der erhöhten Kundennachfrage ist man deshalb gewachsen», meldet Velosuisse in ihrer Medienmitteilung.

Ab Mitte Jahr wird es eng

«Eine Beurteilung der Liefersituation ab Mitte Jahr ist derzeit noch sehr schwierig», wird Intercycle-Direktor Walter Schärli zitiert, weitere CEOs der Branche äusserten sich gemäss Medienstelle von Velosuisse gleich. «Die Fahrradhersteller in China haben ihre Arbeit inzwischen zwar wieder aufgenommen. Doch wegen der Reisebeschränkungen ihrer Mitarbeiter produzieren die Fabriken erst mit Teilauslastung.», erklärt der Chef der Vertriebsfirma, die Wheeler, BiXS und weitere Velomarken verkauft. Was nach dem chinesischen neuen Jahr (25. Januar 2020) hätte produziert werden sollen, werde mit deutlicher Verspätung ausgeliefert werden, ist Schärli sicher – auch weil sich beim Seetransport Engpässe einstellen werden, wenn die chinesische Industrie ihre Lieferrückstände aufzuholen versuche.

Wir wollen hier natürlich nicht zu Mountainbike-Hamsterverkäufen aufrufen, aber wer sich ohnehin mit dem Gedanken trägt, sich ein neues Gefährt anzuschaffen, tut gut daran, nicht zuzuwarten.