Dead Rabbit Bikes – heisse Kohle aus dem Emmental
Der Markenwald auf dem Zweiradmarkt ist unheimlich dicht. Trotzdem recken sich einzelne Minoritäten empor und versuchen sich von der Masse abzuheben. «Dead Rabbit» aus dem Emmental ist eine solche Bike-Marke die aus der Feder von Björn Aeschlimann entstanden ist. Der passionierte Downhill-Fahrer und gelernte Mechaniker startete im Jahr 2010 mit dem Aluminiumprototypen seines Downhillbikes «Splendid». Dieses entwickelte er mit samt dem Federungssystem selbst und fertigte es in Handarbeit in seiner Werkstatt. Nun folgt die Carbon-Version des Abfahrtsboliden. Diesen lässt er jedoch in Fernost bauen und ist vorerst in einer limitierten Stückzahl erhältlich.
Interessante Details des schnellen Emmentalers
Das Splendid Carbon kann sich optisch wie auch technisch sehen lassen: 204 Millimeter Federweg gibt der VPP-Hinterbau her. Für die Laufruhe sorgt ein Lenkwinkel von 62.5 Grad beim L-Rahmen und 63 Grad beim der Grösse M. Je nach Bedürfnis kann Dieser mit dem entsprechenden Angle Set um bis zu 1.5 Grad steiler oder flacher gemacht werden. Dafür wurde das Steuerrohr auf 1.5-Zoll-Steuersätze ausgelegt.
Der Large-Rahmen, der schon von Anfang an auf 27.5-Zoll-Laufräder ausgelegt wurde, verfügt über einen Radstand von 1250 Millimetern. Beim M beträgt der Radstand 1232 Millimeter. Verglichen mit Marken wie Trek, Devinci oder Scott, um nur einige zu nennen, gehört das Dead Rabbit zu den längeren Downhillbikes. Dagegen kann sich aber auch das Gewicht des Bikes sehen lassen. Gerade mal 16.9 Kilogramm wiegt das Splendid in L mit Shimanos Saint-Gruppe und der RV1-Stahlfeder-Gabel von X-Fusion.
Bei der Wahl der Industrielager hat Björn Aeschlimann darauf geachtet, dass im Umlenkhebel die gleichen Lager verwendet werden wie zum Beispiel in den meisten Vorderrad- und Hinterradnaben. Der Vorteil liegt in der besseren Verfügbarkeit. Die meisten Lager sind in die Umlenkhebel verbaut, sodass diese auch einfach auszuwechseln sind. Für die Lager im Rahmen gibt es ein entsprechendes Tool, um diese praktisch zu montieren und demontieren.
Speziell ist auch, dass bei diesem Rahmen die Bremsleitung wie auch das Schaltkabel innen oder aussen verlegt werden kann. Auch eine kombinierte Montage, also innen und aussen, ist dadurch möglich.
Den verschiedenen Systemen entsprechend werden zwei Schaltaugen mitgeliefert – eines für Shimanos Direct-Mount-Wechsler und eines für die Standardausführung für Shimano- und Sram-Produkte.
Von der Hard- zu den Softfacts
Statt den üblich eingesetzten Produkten von Fox, Rock Shox und Co. arbeiten am «Splendid» Federelemente von X-Fusion. Das kommt nicht von ungefähr, denn Björn Aeschlimann arbeitet schon seit sechs, respektive vier Jahren, bei Rennshop Wüthrich an Distribution und Service der aus den USA stammenden X-Fusion-Produkten.
Beim Splendid bietet er verschiedene Möglichkeiten: Den Rahmen als Set mit Federbein, ohne Federbein, oder den Rahmen mit Federbein und Gabel. Da Aeschlimann die X-Fusion-Produkte sehr gut kennt, kann er die Shim Packs für das Innenleben des Dämpfers selber zusammenstellen, dass die Dämpfung perfekt auf das Dead-Rabbit-System passt.
Aktuell werden die ersten vorbestellten Bikes an treue Dead-Rabbit-Fans ausgeliefert. Für das laufende Jahr wird eine limitierte Stückzahl an L- und M-Rahmen vorhanden sein. Der Verkaufsfokus liegt aber auf dem Jahr 2017.
Was kommt als nächstes?
Ist das Projekt «Splendid Carbon» abgeschlossen, geht Björn Aeschlimann das nächste Projekt an – ein Allmountain / Enduro-Bike. Dieses steht noch ganz am Anfang des Entwicklungsprozesses. Auf die Frage, ob Dieses optisch ebenfalls so auffällig wird wie sein Downhillbike, gibt sich Aeschlimann zurückhaltend: «Das schwierig zu sagen, zumal es schon fast alle erdenklichen Formen gibt. Das Design steht beim ersten Entwicklungsprozess auch nicht im Vordergrund. Auch wenn ich schon Ideen und Skizzen davon habe, wie es etwa aussehen könnte, entsteht das Design im Verlaufe der Entwicklung – schliesslich muss es auch Sinn machen und am Ende vor allem gut funktionieren.»
Geht diese nach seinen Wünschen voran, hofft Aeschlimann die ersten Rahmen auf die Saison 2018 fertig zu haben. In erster Linie hoffen wir, das Splendid bald einmal fahren zu dürfen. Doch sind wir genau gespannt darauf, welch interessantes Bike in den nächsten zwei Jahren der Emmentaler Kleinschmiede entspringt.