Doppler von Stirnemann und Indergand zum WM-Auftakt | Ride MTB

Doppler von Stirnemann und Indergand zum WM-Auftakt

Was für ein Start für die Schweizer in die Weltmeisterschaften 2014: Kathrin Stirnemann gewinnt das Eliminator-Rennen durch einen unwiderstehlichen Start, Linda Indergand wird knapp hinter ihr Zweite. Bei den Herren gewinnt der Belgier Mels nach einem spektakulären Finallauf.

Die Entscheidung um die Goldmedaille fällt, als es nach der Startphase in eine kurze Rampe hinein geht. Da jagt Stirnemann mit viel Power an der führenden Dänin Ingrid Boe Jacobsen vorbei. «Ich habe gesehen, dass sie nicht mehr so viel Kraft hat und wusste, dass ich da vorbei muss, um meine Linie fahren zu können. Das war meine Chance und ich habe sie genutzt», erklärt Stirnemann. Sie fährt das Rennen von der Spitze zu Gold, der Angriff von Teamkollegin Indergand in der letzten Kurve bleibt aus. «Ich habe keine Worte, es ist der beste Tag meiner Karriere», kann es Stirnemann kaum fassen. «Als ich heute Morgen aufgewacht bin, da wusste ich, das ist mein Tag.»

Allerdings mischen sich noch einmal Zweifel in diese Gewissheit. «Nach der Quali hatte ich einen kleinen Rückschlag weil ich mit der Strecke auf einmal nicht mehr so zu Gange gekommen bin. Ich bin nicht richtig über die Wurzeln drüber gekommen, fühlte mich immer überfordert», bekennt Stirnemann. Im Finale sind die Zweifel dann aber weg gewischt. «Ich war mega motiviert. Dieses Jahr habe ich alles gewonnen, was ich gewinnen konnte», ordnet die Europameisterin ein, «aber ein Weltmeistertitel, das ist noch mal was anderes. Da muss alles stimmen. Die Form, das Velo und man braucht Glück. Es ist einfach fantastisch!»

Linda Indergand ist überhaupt nicht betrübt über ihren zweiten Platz. Die Weltcupsiegerin von Méribel: «Ich habe überhaupt kein Problem damit, ich bin überglücklich mit Silber und dass Kathrin Gold gewonnen hat, ist umso fantastischer. Ich mag es ihr von Herzen gönnen, sie war die gesamte Saison die Beste.»

Indergand erwischt nicht den besten Start, hat dann aber das Glück, dass in der ersten technischen Passage alle drei Konkurrentinnen die linke obere Linie nehmen. «Ich bin immer rechts gefahren und ich dachte, super, jetzt kann ich meine Linie fahren. Ich habe die Chance gepackt und bin an Ingrid und Jenny vorbei», erzählt Indergand.

Dass sie in der letzten Kurve keine Attacke mehr startet, erklärt sie so: «Das hätte auch schief gehen können und dann wären wir vielleicht beide gestürzt.»

Im Kampf um Rang drei versucht die Schwedin Jenny Rissveds in dieser letzten Kurve Boe Jacobsen zu attackieren. Dabei verhaken sich beide, doch die Norwegerin ist schneller wieder in den Pedalen und holt Bronze.

Ramona Forchini gewinnt das kleine Finale und rundet als Fünfte ein grossartiges Schweizer Resultat ab. «Im Halbfinale wurde ich etwas abgedrängt, deshalb war ich froh, dass es im kleinen Finale noch geklappt hat», sagt Forchini.

Mels löst van der Ploeg ab 

Bei den Herren wird Marcel Wildhaber Achter. Im Halbfinale scheidet er gegen drei starke Sprinter aus. Im kleinen Finale stürzt der letztjährige Schweizermeister, nachdem er schon vorher ins Straucheln gekommen ist. So kommt er als Vierter ins Ziel. Die anderen Schweizer streichen spätestens im Viertelfinale die Segel.

Der Weltmeister des Jahres 2012, Ralph Näf, verweist auf die Startphase. «Die Sprinter sind da einfach schneller als ich. Ich habe an drei Weltmeisterschaften teilgenommen, war einmal Weltmeister, das ist schon okay», sagt Näf.

Im Finale wird es turbulent. Europameister Daniel Federspiel geht in Führung, doch dann rutscht ihm die Kette herunter und er stürzt. Kevin Miquel schlüpft vorbei und führt das Finale bis zur letzten Kurve an.

Emil Lindgren wählt die innere Linie und ihre Kurven kreuzen sich. Sein Pedal geriet in Miquels Rad und Fabrice Mels fuhr innen vorbei. Diesen Vorteil lässt sich Mels nicht mehr nehmen und wird Nachfolger des Australiers Paul van der Ploeg, der bereits im Achtelfinale ausgeschieden ist.