Ferrand-Prevot und Gaze verteidigen WM-Titel, Schweizer gehen leer aus
Der Start verläuft nicht zugunsten von Alessandra Keller. Die Schweizerin rutsch vom Pedal und kämpft um den Anschluss an die elfköpfige Hauptgruppe, zu der auch Sina Frei gehört. Den Ton gibt aber meistens die Holländerin Puck Pieterse an.
Just anfangs fünfter von zehn Runden bleibt Sina Frei an Evie Richards hängen und stürzt. Die erste Short-Track-Weltmeisterin gibt darauf das Rennen auf. Die Spitzengruppe ist nur noch sechs Frauen stark, zu der unter anderem auch Pauline Ferrand-Prevot (FRA) und Gwendalyn Gibson (USA) angehören. Eine Runde später stossen Savillia Blunk (USA) und Steffi Häbelin dazu (SUI). Doch die Schweizerin verlieren unter dem Tempodiktat vom Rebecca Henderson (AUS), Richards (GBR) und Pieterse bald wieder den Anschluss, während Keller Handorgel spielt.
Die Schlussrunde beginnt und Richards lanciert eine weitere Attacke, die aber von Ferrand-Prevot gekontert wird, während Pieterse zu folgen versucht. Die Französin zieht durch und wird erneut Weltmeisterin, dieses Mal vor der Holländerin und der Britin, die sich vor ihrer Team-Kollegin Gibson auf den Bronzerang kämpft.
«Jetzt fühle ich mich gut. Mit so einem späten Start mussten wir so lange warten, dabei wollte ich doch endlich Rennen fahren. Ich war dann schon etwas aufgeregt, als es dann endlich so weit war, umso mehr freue ich mich, dass ich diesen Titel wieder gewinnen konnte», freut sich die alte und neue Weltmeisterin.
Alessandra Keller zeigt ein beherztes Rennen, liess wohl aber bereits mit dem Startmalheur zu viel Kraft liegen liess, um am Ende nach einer Medaille greifen zu können.
Gaze verteidigt hauchdünn
Im Rennen der Männer gibt zu Beginn Luca Schwarzbauer den Ton an. Der Deutsche pariert immer wieder die Vorstösse seiner Kontrahenten, wie vom Neuseeländer Sam Gaze, von Victor Koretzky (FRA) oder dem Südafrikaner Alan Hatherly. Auch die Schweizer Thomas Litscher und Vital Albin mischen in der Spitzengruppe mit.
Nach Rennhälfte ist nun auch der Brite Tom Pidcock vorne angelangt, nachdem er von Startposition 31 ordentlich aufzuholen hatte. Nun zeigt sich auch Thomas Litscher ganz vorne, versteckt sich aber schnell wieder im Windschatten. Doch wirklich nennenswerte Aktionen gibts keine, Gaze und Schwarzbauer kontrollieren nach wie vor das Rennen.
Die Schlussrunde beginnt und Gaze fährt die Attacke von vorne, Schwarzbauer verliert den Anschluss, kann aber Koretzky anhängen. Der Franzose nimmt sehr viel Schwung mit, holt auf und liefert sich mit Gaze einen tollen Sprint um Gold, bleibt hauchdünn hinter dem Neuseeländer. Platz drei geht an Tom Pidcock, der mit einem äusserst fragwürdigen Manöver Schwarzbauer aus der Medaillenentscheidung bringt. Zwar fährt er in der letzten Kurve rechtmässig in die Lücke, verliert aber seine Line und driftet dem Deutschen das Vorderrad weg – Platz neun und eine gute Portion Frust wirds bleibt ihm.
Sam Gaze hingegen äussert sich zu seiner siegbringenden Taktik: «Das war ein sehr hartes Rennen. Aber ich entschied mich das Rennen möglichst von vorne zu kontrollieren. Meine Beine waren gut, und die letzte Runde ging perfekt auf. Natürlich habe ich mich speziell auf die WM vorbereitet, dass es wieder mit dem Titel geklappt hat, ist aber wieder ein grossartiges Gefühl.»
Thomas Litscher kann nicht in Schlusskampf eingreifen, wird aber guter Achter.
Doppelsieg für Kanada
Im Cross-Country-Rennen der Juniorinnen holen Isabella Holmgren und Marin Lowe Gold und Silber. Die Bronzemedaille geht an Natalia Grzegorzewska aus Polen. Eva Herzog aus Öterreich wird Fünfte, die Schweizerin Anina Hutter belegt Platz sechs.
Der Däne Albert Philipsen holt sich den Weltmeistertitel bei den Junioren. Er setzt sich mit fast einer Minute Vorsprung deutlich gegen den Italiener Elian Paccagnella durch. Ian Ackert aus Kanada wird Dritter. Loris Hättenschwiler und Nicolas Halter fahren auf die Plätze acht und zehn.