Ferrand-Prevot wird Gravel-Weltmeisterin, Frei holt Silber
Pauline Ferrand-Prevot machte kein Geheimnis draus, dass sie an den ersten Weltmeisterschaften in der Disziplin Gravel an den Start geht, um zu gewinnen. Doch bis zu ihrem Ziel sind 140 Kilometer zu bewältigen und einige namhafte Fahrerinnen, die das selbe Ziel haben.
Das Feld verkleinert sich früh, mit allen Favoritinnen an der Spitze, unter anderem mit den Mountainbikerinnen Pauline Ferrand-Prevot, Sina Frei und Chiara Teocchi. Letzere zeichnet sich auch für eine drastische Verkleinerung der Spitzengruppe verantwortlich, büsst bei ihrer Attacke wohl aber ein paar Körner zu viel ein. Diese fehlen der Italienerin wenige Kilometer vor Schluss, um die Tempoverschärfung von Ferrand-Prevot und Frei zu kontern.
Folglich kommt es zum Sprint zwischen der Französin und der Schweizerin. Frei lanciert den Spurt aus dem Windschatten, doch Ferrand-Prevot hält auf der leicht ansteigenden Zielgeraden dagegen und kämpft sich schliesslich an Frei vorbei zum Sieg. Frei ist aber keineswegs enttäuscht: «Ich bin stolz auf mich, dass ich die Herausforderung der schnellen, flachen und rasanten ersten Gravel-WM überhaupt angenommen habe. Ich habe alles gegeben, und so gibt es nichts, worüber ich enttäuscht sein müsste. Ich bin einfach nur glücklich über meine Silbermedaille!» Ebenso Chiara Teocchi, die sich überschwänglich über Bronze freut und sagt: «An diesen Tag werde ich mich noch lange erinnern.»
Im Rennen der Männer sind die Augen auf Mathieu van der Poel gerichtet. Auf dem 194 Kilometer langen Kurs geben aber zwei andere den Ton an: Der Italiener Daniel Oss und der Belgier Gianni Vermeersch sagen bei Rennhälfte dem Feld adieu. Letzerer setzt sich auf den letzten Kilometern von Oss ab und gewinnt den ersten Gravel-Weltmeistertitel vor Daniel Oss.
Im Kampf um Bronze zieht es die Verfolgergruppen zunehmend auseinander, und so machen es der Belgier Greg van Avermaet und Mathieu van der Poel (NED) untereinander aus, mit dem besseren Ende für den vielseitigen Holländer. Bester Schweizer wird Nils Brun auf Platz 22.