Flückiger beisst sich durch zum Sieg – Frei erkämpt Platz zwei
Im Short-Track-Rennen der Frauen ist es Jenny Rissveds die das Rennen diktiert und wie sie am Ende sagt, «sehr viel Spass hat». So kommt es regelmässig zu kleinen Spitzengruppen, die wieder eingeholt werden, da das Tempo auch immer wieder zusammenfällt. Unter den favorisierten Fahrerinnen ist es dann Evie Richards, der gut drei Runden vor Schluss die Kette runterfällt und dadurch den Anschluss verliert.
Zwei Runden vor Schluss führt dann Jenny Rissveds eine Vorentscheidung herbei und sprengt mit ihrer Attacke die Spitzengruppe. Doch auf den letzten Umgang zieht Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prevot an und erwischt ihre Konkurrentinnen eiskalt. Rissveds fällt ab, und während Ferrand-Prevot einen weiteren Short-Track-Sieg einfährt, überholt Sina Frei Rissveds und sichert sich Platz zwei vor der amtierenden Olympiasiegerin.
«ich bin super happy mit dem zweiten Platz». Ich versuchte smart zu fahren und nicht zu viel zu leisten, das ging am Ende super auf. Jetzt freue ich mich auf Sonntag und hoffe dann nochmals so meine Leistung abrufen zu können.
Auf den Plätzen vier und fünf sichern sich Linda Indergand und Alessandra Keller Startplätze für das Cross-Country-Rennen in der ersten Reihe. Ebenfalls in den Top-8 sind Laura Stigger (AUT), die überraschende Greta Seiwald (ITA) und Kate Courtney (USA).
Mit Leiden zum Sieg
Es sind Nino Schurter und Mathias Flückiger die gleich nach dem Start zeigen, wo der Hammer hängt, sogleich eine Lücke reissen. Doch der Zusammenschluss ist ebenso keine Überraschung und bald schon setzt der Tscheche Ondrej Cink zur Attacke an. Wenn sich auch jetzt Lücken auftun, die Favoriten bleiben dran, so auch Flückiger und Schurter. Letzerer kommt beinahe zu Fall, da er dem Sturz des Briten Tom Pidcock ausweichen muss.
Die zahlreichen Tempoverschärfungen bringen zwar Positionenwechsel, jedoch keine Vorentscheidungen. Diese sucht dann Mathias Flückiger kurz vor der letzten Runde, und er wütet auf dem Bike, sodass seine Gegner regelrecht um den Anschluss kämpfen. Unter den Anfeuerungsrufen der französischen Fans robbt sich Weltmeister Jordan Sarrou langsam an Flückiger ran, allerdings zu spät. Der Schweizermeister gewinnt wiederholt das Short-Track-Rennen im Rahmen des Weltcups. «Ich attackierte, sah dass ich eine Lücke auftat und wusste, jetzt ist es möglich. Aber ich litt extrem, um den Sieg ins Ziel zu fahren», gibt Flückiger zu Protokol. Ondrej Cink wird hinter Sarrou Dritter.
Im Schlusskampf nicht mehr ganz mithalten kann Nino Schurter. Er verpasst als Neunter knapp die erste Startreihe für Sonntag, zeigt aber damit, dass mit ihm bald wieder zu rechnen ist. Ebenfalls gut in Szene setzt sich Filippo Colombo. Es ist sein erstes grosses Rennen nach seiner Verletzung und das schliesst er sogleich auf dem respektablen 15. Rang ab – Startreihe zwei bedeutet das für den Tessiner.