Frei und Boichis feiern in Les Gets je einen Doppelsieg | Ride MTB

Frei und Boichis feiern in Les Gets je einen Doppelsieg

Sina Frei und Adrien Boichis machen beim Cross-Country-Weltcup in Les Gets das perfekte Wochenende komplett. Nach ihren Short-Track-Siegen gewinnen beide auch das Hauptrennen. Frei bezwingt Jenny Rissveds in einem engen Duell, während Boichis vor Heimpublikum Mathieu van der Poel auf der letzten Runde entscheidend distanziert.

Sina Frei und Adrien Boichis sind die grossen Gewinner des Cross-Country-Wochenendes in Les Gets. Beide hatten bereits am Freitag den Short Track gewonnen und legten am Sonntag mit Siegen im olympischen Cross Country nach. Auf der anspruchsvollen Strecke mit zwei langen Anstiegen pro Runde und technischen Abfahrten fielen beide Entscheidungen erst in der Schlussphase.

Boichis unschlagbar

Bei den Männern stand auch die Rückkehr von Mathieu van der Poel im Fokus. Nach seinem zehnten Rang im Short Track startete der Niederländer aus der zweiten Reihe und arbeitete sich bereits am ersten Anstieg an die Spitze. Boichis sorgte von Beginn an für ein hohes Tempo. Zur Rennhälfte hatte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Boichis, Luca Martin, Simone Avondetto, Van der Poel und Martín Vidaurre Kossmann gebildet.

Van der Poel, dessen letzter Weltcupsieg im olympischen Cross Country sieben Jahre zurückliegt, übernahm auf der vorletzten Runde die Initiative. Zu Beginn der Schlussrunde attackierte jedoch Boichis am ersten steilen Anstieg. Van der Poel und Vidaurre konnten folgen, während Martin und Avondetto zurückfielen. Kurz darauf musste auch Vidaurre abreissen lassen. Damit entwickelte sich das Rennen zum direkten Duell zwischen Boichis und Van der Poel.

Boichis setzte den Niederländer an den Anstiegen weiter unter Druck, machte den entscheidenden Unterschied aber bergab. Im letzten Steingarten löste sich der Franzose von Van der Poel und fuhr vor heimischem Publikum zu seinem dritten Cross Country Weltcupsieg der Saison. Vidaurre wurde mit 32 Sekunden Rückstand Dritter. Gesamtleader Luca Martin kam als Vierter ins Ziel. Sein Vorsprung auf Boichis schrumpft zwei Rennen vor Schluss auf 15 Punkte.

Resultate Elite Männer

Frei in bestechender Form

Auch bei den Frauen entwickelte sich ein enges Duell. Jenny Rissveds setzte sich bereits am ersten Anstieg ab und ging mit zwölf Sekunden Vorsprung in die erste Abfahrt. Savilia Blunk schloss zur Schwedin auf, wenig später stellten auch Frei und Martina Berta den Anschluss wieder her. Berta verlor im weiteren Rennverlauf den Kontakt, während sich Alessandra Keller in den Kampf um das Podium einschaltete.

Keller geriet an den Anstiegen wiederholt unter Druck, machte ihren Rückstand in den technischen Abfahrten aber jeweils wett. So gingen Frei, Rissveds, Blunk und Keller gemeinsam auf die letzte Runde. Dort erhöhte Frei das Tempo. Zunächst mussten Keller und Blunk abreissen lassen, am letzten steilen Waldanstieg gelang es Frei schliesslich auch, Rissveds zu distanzieren.

Die Schwedin blieb bis ins Ziel in Schlagdistanz, konnte die Lücke aber nicht mehr schliessen. Frei gewann mit zwei Sekunden Vorsprung vor Rissveds, Blunk komplettierte das Podium. Für die Schweizer Europameisterin war es der zweite Cross Country Weltcupsieg der Saison. Nach ihrem Doppelsieg beim Saisonauftakt in Südkorea gelang ihr damit auch in Les Gets das Double aus Short Track und Cross Country. Rissveds führt die Gesamtwertung weiterhin mit 282 Punkten Vorsprung auf Frei an.

Resultate Elite Frauen

Schehls Siegesserie gebrochen

Bei den U23-Frauen sicherte sich Valentina Corvi mit ihrem sechsten Saisonsieg vorzeitig den Gesamtweltcup. Die Italienerin führte das Rennen von Beginn an, wurde aber von der Schweizerin Anina Hutter lange unter Druck gesetzt. Nach drei Runden betrug Corvis Vorsprung lediglich acht Sekunden. In der Schlussphase setzte sie sich deutlicher ab und gewann mit 35 Sekunden Vorsprung. Hutter wurde Zweite vor Katrin Embacher. Corvi liegt zwei Rennen vor Schluss uneinholbare 474 Punkte vorne.

Resultate U23 Frauen

Bei den U23-Männern machte Gustav Pedersen ebenfalls das perfekte Wochenende komplett. Nach seinem Short Track Sieg gewann der Däne auch das Cross Country Rennen. Pedersen setzte sich erst spät von Benjamin Krüger ab und gewann mit zwei Sekunden Vorsprung. Gesamtleader Paul Schehl wurde trotz einer am Vortag bei einem Trainingssturz erlittenen Armverletzung Dritter. Der Deutsche führt die Gesamtwertung weiterhin mit 161 Punkten Vorsprung an.

Resultate U23 Männer

Frei und Boichis triumphieren im Short Track

Nach sechs Wochen Pause ist der Short Track Weltcup in Les Gets zurück. Auf der noch feuchten und rutschigen Strecke in den französischen Alpen standen drei Runden vor Saisonende wichtige Punkte für die Gesamtwertung auf dem Spiel. Bei den Elite-Frauen nutzte Sina Frei die Gelegenheit und feierte ihren dritten Saisonsieg.

Nach Regen am Vormittag trocknete die Strecke zwar langsam ab, nasses Gras und rutschige Kurven sorgten aber weiterhin für schwierige Bedingungen. Bereits am ersten Anstieg brachte ein Sturz Unruhe ins Feld. Martina Berta setzte sich zunächst an die Spitze, ehe Frei das Kommando übernahm. Die Schweizer Europameisterin erhöhte vor allem in den technischen Passagen den Druck und versuchte wiederholt, ihre Konkurrentinnen im Steingarten abzuschütteln.

Für Aufsehen sorgte auch Samara Maxwell. Die Neuseeländerin bestritt ihr erstes Rennen seit ihrer längeren Pause nach dem Gewinn des Gesamtweltcups 2025 und arbeitete sich aus den hinteren Startreihen bis in die Spitzengruppe vor. Ein Defekt beendete ihre Aufholjagd zwei Runden vor Schluss. Danach reduzierte sich die Spitzengruppe auf Frei, Jenny Rissveds, Savilia Blunk und Berta.

Die Entscheidung fiel in der letzten Runde. Zunächst verlor Berta am langen Kiesanstieg den Anschluss, danach setzte Frei ihre entscheidende Attacke. Rissveds und Blunk konnten nicht mehr folgen. Frei gewann vor Rissveds und Blunk und feierte damit ihren fünften Short Track Weltcupsieg der Karriere. In der Gesamtwertung liegt sie nun 80 Punkte vor Rissveds.

Bei den Männern stand vor allem das Comeback von Mathieu van der Poel im Fokus. Der Niederländer bestritt erstmals seit 2021 wieder einen Short Track Weltcup und musste das Rennen vom 41. Startplatz aufnehmen. Bereits in der ersten Runde machte er zahlreiche Positionen gut und lag nach einer Runde auf Rang 24. Zur Rennhälfte hatte er den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft.

Vorne bestimmten zunächst Adrien Boichis, Mathis Azzaro und Luca Martin das Tempo. Später übernahm der Deutsche David List die Führung und hielt sich mehrere Runden an der Spitze. Van der Poel zeigte sich an den Anstiegen stark, verlor in den technischen Abfahrten jedoch etwas Zeit. In der sechsten Runde verhinderte er im letzten Steingarten nur knapp einen Sturz. Danach ging er weniger Risiko ein.

Auf der Schlussrunde kämpften Martin, Boichis und List um den Sieg. Martin führte am ersten Anstieg, doch Boichis setzte am letzten Anstieg die entscheidende Attacke. Der Franzose zog an seinem Landsmann vorbei und sicherte sich vor heimischem Publikum seinen dritten Saisonsieg. Martin wurde Zweiter, List erreichte als Dritter erstmals ein Weltcup-Podium. Van der Poel beendete seine Aufholjagd auf Rang zehn. Boichis führt die Gesamtwertung nun mit 170 Punkten Vorsprung an.

In den Rennen der U23 sorgten auch Schweizer Fahrerinnen für starke Resultate. Bei den Frauen setzte sich Valentina Corvi zum dritten Mal in Folge durch. Die Italienerin bildete ab der vierten Runde gemeinsam mit den Schweizerinnen Monique Halter und Anina Hutter die Spitzengruppe. Corvi attackierte in der letzten Runde am Anstieg und gewann, während Halter den Sprint um Rang zwei knapp vor Hutter entschied.

Bei den U23-Männern endete die Siegesserie von Paul Schehl. Der Deutsche hatte zuvor fünf Short Track Weltcups in Folge gewonnen. In Les Gets setzte sich jedoch Heby Gustav Pedersen durch. Der Däne attackierte in der Schlussphase und gewann drei Sekunden vor Schehl. Benjamin Krüger komplettierte als Dritter das Podium.

Resultate Elite Frauen

Resultate Elite Männer

Resultate U23 Frauen

Resultate U23 Männer