Gleichberechtigung auf der Rennstrecke
Es gehört zum nordamerikanischen Selbstverständnis, das was man tut, als Mittelpunkt der Erde und Keimzelle von allem anderen anzusehen. Ganz von der Hand zu weisen ist es freilich nicht, dass Crankworx seit seiner ersten Austragung 2004 Mountainbike-Sport auf höchstem Niveau zeigt und dabei auch die eine oder andere Entwicklung angestossen hat.
Welche Rolle die Frauen dabei spielen, zeigt die Videoserie Shifting Perceptions. Rennen und Wettkämpfe ausserhalb der Crankworx Series spielen in den drei rund zehn Minuten dauernden Episoden keine Rolle. Als Beispiel für die Entwicklung des Gravity und Freestyle Mountainbiking der Frauen taugt die Event-Serie allemal. Die Botschaft lautet: Die Frauen arbeiten ebenso hart für ihren Erfolg, gehen vergleichbar grosse Risiken ein, fahren gleich stylish über den Pumptrack, verletzen sich geradeso oft und werden von Crankworx mit gleichviel Preisgeld belohnt, wie die Männer. (Nebenbei: Auch im UCI-Weltcup erhalten Frauen und Männer gleich viel Preisgeld.) Symbol für die Gleichberechtigung à la Crankworx ist, dass an der Siegerehrung Frauen und Männer gemeinsam auf das Podest gerufen werden und paarweise auf dem Treppchen stehen.
Ein interessantes Detail ist die Gesamtwertung, deren Siegerin und Sieger Queen and King of Crankworx genannt werden: Von Downhill, über Enduro, Dual Slalom und Pump Track bis Slopestyle werden alle Resultate zusammen geworfen. Die Queen of Crankworx (die letzten dreimal Jill Kintner) holte dabei in deutlich mehr verschiedenen Disziplinen Punkte als ihr männliches Pendant (2018: Samuel Blenkinsop).
Und damit Film ab für einige der stylishsten, mutigsten und sympathischsten Mountainbikerinnen, die irgendwo da draussen rumfahren.