Höll siegt und holt sich den Gesamtweltcup – Meier-Smith feiert ersten Elite-Sieg | Ride MTB

Höll siegt und holt sich den Gesamtweltcup – Meier-Smith feiert ersten Elite-Sieg

Downhill Weltcup Lake Placid 2025

Foto: © WHOOP UCI Mountain Bike World Series / Michal Cerveny

Race-Ticker

Valentina Höll feiert ihren ersten Saisonsieg und sichert sich damit vorzeitig den Gesamtweltcup während Luke Meier-Smith seinen ersten Weltcupsieg überhaupt einfährt. In einem spannenden Duell um die Gesamtwertung liefern sich Loïc Bruni und Jackson Goldstone ein packendes Fernduell, das erst im Finalrennen entschieden wird. Aletha Ostgaard und Max Alran dominieren ihre Juniorenkategorien und unterstreichen ihre Titelambitionen.

Valentina Höll wächst in Lake Placid über sich hinaus und gewinnt ihr erstes UCI Downhill World Cup Rennen der Saison, gleichzeitig sichert sie sich damit auch den Gesamtsieg. In Lake Placid im US-Bundesstaat New York feiert die Österreicherin ihren zwölften Weltcup-Erfolg und holt nach 474 Tagen wieder einen Sieg. Für Höll ist es bereits der vierte Gesamtweltcup Titel ihrer Karriere und der dritte in Serie, bei noch einem ausstehenden Rennen.

Bei den Männern sorgt Luke Meier-Smith für emotionale Szenen. Der Australier feiert seinen ersten Weltcup Sieg in der Elite und verhindert damit den erhofften Heimsieg von Luca Shaw.

Der Kampf um den Gesamttitel bei den Männern bleibt vor dem letzten Rennen offen. Loïc Bruni und Jackson Goldstone  liefern sich weiterhin ein spannendes Duell, beide verpassen jedoch in Lake Placid das Podium.

Die Lake Placid Olympic Region ist Gastgeber des vorletzten Laufs der diesjährigen Whoop UCI Mountain Bike World Series. Nach der Premiere im letzten Jahr steht diesmal auch Downhill auf dem Programm. Die zwei Kilometer lange Strecke am Whiteface Mountain in den majestätischen Adirondack Mountains fordert den Fahrern alles ab.

In den Nachwuchskategorien setzt Max Alran ein weiteres Ausrufezeichen. Der Junioren Weltmeister dominiert die Konkurrenz und gewinnt mit einer Zeit von 3:06,5 Minuten, nur Elite-Sieger Meier-Smith ist schneller. Bei den Juniorinnen sorgt Aletha Ostgaard für einen amerikanischen Sieg und lässt das Publikum jubeln.

Höll feiert ersten Weltcupsieg der Saison und sichert sich den Gesamtweltcup

Nach sieben Podestplätzen in dieser UCI Downhill World Cup Saison gelingt Valentina Höll endlich der ersehnte Sieg und mit ihm gewinnt sie auch den Gesamtweltcup.

Gracey Hemstreet muss nach einer fehlerhaften ersten Qualifikationsrunde in Q2 antreten, um sich überhaupt für das Finale zu qualifizieren. Auch Marine Cabirou benötigt den zusätzlichen Lauf, nutzt aber ihre Erfahrung auf dem technischen Kurs und setzt mit 3:34 Minuten frühzeitig eine starke Richtzeit im Finale.

Nach ihrem Pech in der Qualifikation startet die Kanadierin Hemstreet früh in den Finaltag. Sie zeigt zunächst eine gute Fahrt durch den felsigen Startabschnitt im Wald, verliert aber auf den offenen Passagen an Tempo und verpasst in einer Kurve beinahe den Kurs. Am Ende belegt sie Rang 10 und verliert wichtige Punkte auf Höll. Anna Newkirk, die sich nach einem Handbruch wieder herankämpft, ist die einzige Amerikanerin im Finale. Sie hat Mühe in ihren Rhythmus zu finden, muss in der ersten Kurve ausklicken und landet auf Platz 13.

Tahnee Seagrave gehört ebenfalls zu den Titelanwärterinnen und startet stark ins Rennen. Doch die Britin kann das Tempo von Cabirou im Mittelteil nicht halten und verliert entscheidende Sekunden, was sie auf Rang 6 zurückwirft. Die Schweizerin Camille Balanche liefert hingegen ihre beste Saisonleistung. Mit viel Speed im unteren Streckenabschnitt unterbietet sie Cabirous Zeit um drei Zehntelsekunden und holt sich damit Platz 4.

Nina Hoffmann, Siegerin von La Thuile – Valle d’Aosta (IT), hat auf dem losen Untergrund ebenfalls zu kämpfen. Nach einem Sturz im Abschlusstraining verliert sie das Vertrauen und fährt kurz darauf neben die Strecke.

Die erfahrene Myriam Nicole hat in dieser Saison bisher keinen Weltcup gewinnen können. Nach 414 Tagen ohne Sieg zeigt sie eine starke Fahrt, meistert die technischen Passagen souverän und setzt die Bestzeit, die nur noch von Höll übertroffen wird.

Sacha Earnest, Zweite der Qualifikation, bestätigt ihre starke Form. Trotz Zeitverlust im technischen Abschnitt fährt die Neuseeländerin im unteren Teil stark und landet mit nur drei Hundertstelsekunden Rückstand auf Nicole auf Platz 3 und sichert sich damit ihr bestes Karriereergebnis.

Als letzte Starterin weiss Höll, dass ein Platz in den Top 4 genügt, um den Gesamtsieg zu sichern. Die amtierende Downhill Weltmeisterin erwischt einen explosiven Start, zeigt eine perfekte Linienwahl im losen Gelände und liegt nach dem zweiten Sektor bereits über eine Sekunde vorn. Auf den schnellsten Passagen baut sie ihren Vorsprung weiter aus und gewinnt das Rennen souverän mit einer Zeit von 3:30 Minuten, zwei Sekunden schneller als ihre nächste Verfolgerin.

Rangliste Elite Frauen

Luke Meier-Smith feiert ersten Downhill-Weltcupsieg seiner Karriere

Luke Meier-Smith kehrt nach seiner Zeit im Enduro erfolgreich in den Downhillzirkus zurück und feiert einen verdienten Sieg. Der 23-Jährige steht in dieser Saison erstmals auf dem Podium und das gleich ganz oben. Der neue Kurs am Whiteface Mountain in der Lake Placid Olympic Region (New York) liegt dem Australier perfekt. Er qualifiziert sich als Zweitschnellster und legt im Finale noch eine Schippe darauf.

In den ersten Läufen wechseln die Führungszeiten mehrfach, als Luke Wayman und Ronan Dunne frühe Bestzeiten setzen. Der unberechenbare, lose Untergrund begünstigt Fahrer mit Enduro Erfahrung, doch Richard Rude Jr. stürzt im Training und kann im Finale nicht antreten.

Alle Augen richten sich auf Jackson Goldstone, den amtierenden Downhill-Weltmeister. Der Kanadier pusht in den technischen Passagen, um seinen geringeren Körperbau mit Aggressivität auszugleichen, und fährt zwei Sekunden schneller als sein nächster Konkurrent. Mit viel Selbstvertrauen fliegt er durch den unteren Streckenabschnitt und setzt mit 3:07 Minuten die neue Bestzeit.

Loris Vergier will seinen dritten Gesamtrang festigen, verliert nach einem Sturz aber wertvolle Punkte. Goldstones Zeit scheint schlagbar. Henri Kiefer bleibt im oberen Streckenteil dran und nutzt seine Kraft im unteren Abschnitt, um die Bestmarke auf 3:06 Minuten zu drücken. Auch Loïc Bruni steht im Fokus des Titelkampfs. Der Franzose fährt im oberen Abschnitt stark und liegt bei den Zwischenzeiten mit Goldstone gleichauf. Doch ein verpatzter Sprung kurz vor dem Ziel kostet ihn Sekunden, er wird Sechster, zwei Plätze hinter seinem kanadischen Rivalen.

Andreas Kolb greift ebenfalls an, zeigt eine starke Fahrt, landet aber auf Rang fünf. Amaury Pierron, der zuletzt in der Lenzerheide gewonnen hat, liegt zur Halbzeit mehr als eine Sekunde vorne, stürzt jedoch in einer Steilkurve und verliert jegliche Chancen.

Dann kommt Luke Meier-Smith. Schon in der Qualifikation Zweiter, legt er im Rennen eine makellose Fahrt hin, führt ab der ersten Zwischenzeit und baut seinen Vorsprung im unteren Streckenabschnitt weiter aus. Mit einer Zeit von 3:05 Minuten setzt er die neue Bestmarke.

Der schnellste Qualifikant Luca Shaw ist der Einzige, der Meier-Smith den Sieg noch streitig machen könnte, verliert aber im oberen Teil zwei Sekunden. Der Amerikaner holt im letzten Abschnitt zwar auf, verpasst den Sieg aber hauchdünn, nur sieben Hundertstel trennen ihn von Meier-Smith.

Rangliste Elite Herren

Aletha Ostgaard verkürzt Rückstand im Gesamtklassement mit drittem Saisonsieg

Aletha Ostgaard  stärkt mit ihrem dritten Saisonsieg ihre Ambitionen auf den Gesamtsieg. Die 17-jährige Amerikanerin, die bereits in La Thuile – Valle d’Aosta und Pal Arinsal (Andorra) triumphiert hat, bringt sich mit ihrem Erfolg in eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Saisonfinale.

Ostgaard zeigt eine fehlerfreie und dominante Leistung, markiert in den beiden ersten Sektoren die Bestzeit und gewinnt mit über drei Sekunden Vorsprung. Schon in der Qualifikation am Vortag liegen die Top 3 der Juniorinnen eng beieinander. Schnellste ist Eliana Hulsebosch in 3:43 Minuten, gefolgt von Marie Rosa Jensen und Lina Frener. Die beiden Anwärterinnen für den Gesamtweltcup Rosa Zierl und Ostgaard belegen in der Qualifikation lediglich die Ränge fünf und sechs.

Um ihre Titelchancen zu wahren, geht Ostgaard als erste Fahrerin auf den Kurs und liefert eine furchtlose, präzise Fahrt, die sie in 3:34 Minuten ins Ziel bringt. Die amtierende Juniorinnen Weltmeisterin Rosa Zierl kommt nicht an ihre Konkurrentin heran. Kleine Fehler im technischen Abschnitt kosten sie entscheidende Sekunden, sie landet mit fünf Sekunden Rückstand auf Platz fünf.

Matilda Melton sorgt mit einer starken Vorstellung für einen amerikanischen Doppelerfolg und wird Zweite. Marie Rosa Jensen bestätigt ihre gute Qualifikationsform und wird Vierte.

Als letzte Starterin zeigt Hulsebosch erneut Mut und Technik, verliert aber im dritten und vierten Sektor wertvolle Zeit und muss sich mit Rang drei zufriedengeben. Mit diesem Heimsieg rückt Ostgaard bis auf 50 Punkte an die Gesamtführende Zierl heran. Das Finale am nächsten Wochenende verspricht ein spannendes Duell um den Gesamtweltcup.

Rangliste Juniorinnen

Max Alran feiert vierten Saisonsieg und baut Gesamtführung aus

Max Alran erlebt im Juniorenrennen erneut ein perfektes Wochenende. Seine Siegerzeit stellt sogar viele der Elite-Fahrer in den Schatten. Der Junioren Weltmeister im Downhill qualifiziert sich als Schnellster und beweist im Finale erneut seine Klasse und fährt seinen vierten Weltcupsieg der Saison ein.

Für seinen Bruder Till Alran dagegen bringt die Qualifikation einen Rückschlag. Er verliert 15 Sekunden auf Max und belegt Rang 25. Da es bei den Junioren keine zweite Qualifikationsrunde gibt, sind seine Hoffnungen auf den Gesamtsieg damit beendet.

Der Amerikaner Asa Vermette begeistert das Heimpublikum mit einer risikoreichen und zugleich starken Fahrt. Der Sieger in der Lenzerheide ist in Topform und setzt mit einer Zeit von 3:07 Minuten eine neue Bestmarke.

Der Neuseeländer Tyler Waite will seine Chancen im Gesamtklassement wahren und liegt in den ersten beiden Sektoren gleichauf mit Vermette. Doch ein kleiner Fehler kostet ihn wertvolle Sekunden. Am Ende wird er mit zwei Sekunden Rückstand Dritter.

Als letzter Starter geht Max Alran ins Rennen. Der Franzose fährt in den technischen Passagen souverän und passiert die Zwischenzeit mit zwei Sekunden Vorsprung. Im unteren Streckenteil verliert er etwas Zeit, rettet aber mit einer Siegerzeit von 3:06 Minuten den knappen Vorsprung von einer Sekunde ins Ziel. Mit diesem Triumph feiert Alran seinen vierten Weltcupsieg der Saison und führt das Gesamtklassement mit 32 Punkten Vorsprung vor Vermette an.

Rangliste Junioren