Jolanda Neff fährt überlegen zu ihrem dritten EM-Titel
Die 5,5 Kilometer lange Strecke im Süden von Glasgow ist wie gemacht für Jolanda Neff. Ihre fahrtechnischen Fähigkeiten geben den Ausschlag für ihre Triumphfahrt. «Als ich hierher kam, wusste ich, das liegt mir, und ich habe mich gleich nach der ersten Runde an die Spitze gesetzt, um meine Vorteile auszuspielen.» Wo die Konkurrenz nur entlang rollt, da nimmt Neff noch mal Geschwindigkeit auf und jagt mit Eleganz durch die Kurven und über die Sprünge. Immer weiter wächst der Abstand auf Gunn-Rita Dahle-Flesjå, die Pauline Ferrand Prevot bereits hinter sich gelassen hat. Die Norwegerin liegt eine halbe Minute zurück, als sie einen Kettenriss erleidet und das Rennen für Jolanda Neff vollends zu einer Solo-Demonstration macht. «Ich hatte super viel Spass heute, an jeder Ecke, in jedem Sprung. Der dritte Titel bedeutet mir sehr viel. Vergangenes Jahr hatte ich einen Trainingssturz bei den Europameisterschaften und konnte nicht mitfahren», kommentiert die 25-Jährige.
Der Kettenriss bei Dahle-Flesjå spült Linda Indergand auf den Bronze-Rang. Von hinten kommt die Belgierin Githa Michiels zwar näher, doch Indergand kann sie mit ihrem fahrtechnischen Können auf Distanz halten. Bis zur vorletzten Runde. Da erleidet Linda Indergand einen Hinterrad-Defekt und verliert alle Chancen auf Edelmetall. Sie erreicht das Ziel als Zehnte und ist erst mal untröstlich. «Heute hatte ich die Beine», sagt sie. «Deshalb ist es so ärgerlich. Klar, es war ein Fahrfehler, aber es ist trotzdem enttäuschend.» Kathrin Stirnemann geniesst den Kurs und fährt als Siebte ins Ziel. «Klar, das ist mega gut. Ich habe alles probiert, aber in der letzten Runde habe ich noch Magenprobleme bekommen und es ging nur noch drum, das Rennen ins Ziel zu bringen.»
Hinter Eva Lechner, die durch einen Sturz ihre Medaillenchancen einbüßt, wird Ramona Forchini Neunte. Sie muss einen sehr schlechten Start kompensieren. «Das war mega mühsam. Da war viel Stau im Aufstieg. Als ich frei fahren konnte, ging es Platz um Platz nach vorne. Mit Top-Ten bin ich mega zufrieden, aber ich wundere mich schon, was mit einem guten Start möglich gewesen wäre. Hier konnte man nicht gut überholen.»