Lecomte siegt trotz Plattfuss, Pidcock siegt dank Flückigers Pech | Ride MTB

Lecomte siegt trotz Plattfuss, Pidcock siegt dank Flückigers Pech

Tom Pidcock gewinnt Weltcup-Finale 2023 in Mont Saint Anne.

Foto: Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool

Beim Weltcup-Finale in Mont Saint Anne (CAN) holen sich Loana Lecomte und Tom Pidcock die Siege im Cross-Country-Rennen. Mathias Flückiger zeigt bei den Männern die stärkste Leistung, muss sich nach zwei Plattfüssen aber mit Rang zwei begnügen. Nino Schurter holt sich trotz schlechtem Start und einem bangen Moment den neunten Weltcup-Gesamtsieg.

Auch wenn es mittlerweile nicht mehr regnet, die Strecke wird immer schwerer. Da können auch die permanenten Helfer mit Schaufeln und Laubbläser als Trockner nichts mehr ausmachen, als das Rennen der Frauen losgeht. Los gehen die Italienerin Martina Berta und die Holländerin Puck Pieterse, Letztere bald allein.

Doch gegen Ende der ersten Runde gesellt sich Loana Lecomte zur Führenden und muss sogleich in die Box. Ein Plattfuss wirft die Französin sogleich zurück und die Holländerin macht sich abermals alleine auf die Runden. Lange währt ihre Führung aber nicht, bekundet sie in den äusserst schwierigen Abfahrten Mühe und bekommt bald Gesellschaft von Jenny Rissveds.

Das Spitzenduo bleibt ebenfalls nicht lange bestehen, als in Runde drei Loana Lecomte wieder dazustösst. Nun verliert Pieterse immer wieder den Anschluss, als ihr Rissveds und Lecomte jeweils bergab entwischen. Daran kann auch ein Sturz der beiden Führenden nichts mehr ändern. Was sich hingegen ändert ist, dass Lecomte eine Runde später Rissveds distanziert.

Auch wenn die Schwedin ihren Rückstand von gut 30 Sekunden nochmals halbieren kann, fährt Lecomte einen würdigen Sieg ins Ziel. Hinter den beiden Erstplatzierten wird es im Kampf um Platz drei nochmals spannend. Jolanda Neff arbeitet sich während des Rennverlaufs stetig nach vorne und holt Pieterse in der letzten Runde ein, allerdings nach den schwierigen Abfahrten. So vermag die Holländerin berghoch Neff nochmals die Stirn bieten und damit Platz drei sichern. Platz fünf geht an Martina Berta.

Auf den Plätzen acht, neun und zehn schliessen Alessandra Keller, Sina Frei und Nicole Koller stark und geschlossen ab. Die drei Schweizerinnen belegen im Gesamtklassement die Plätze 5, 13 und 22, Neff wird Elfte.

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Zwei Plattfüsse verhindern möglichen Flückiger-Sieg

Im letzten Rennen des UCI Mountainbike Weltcups 2023 übernimmt der Däne Simon Andreassen das Tempodiktat. Nino Schurter und Jordan Sarrou starten hingegen schlecht und sind in den engen Waldpassagen gezwungen anzustehen. Lange vermag sich Andreassen nicht an der Spitze halten und Mathias Flückiger übernimmt. In den technischen Passagen lässt der Schweizer mal kurz seine Muskeln spielen und fährt schnell über zehn Sekunden Vorsprung heraus.

Lange führt aber auch Flückiger nicht. Ein Plattfuss wirft ihn kurzzeitig zurück und bringt Tom Pidcock an die Spitze. Knapp eine Runde später ist Flückiger wieder am Hinterrad des Weltmeisters. Aber auch Marcel Guerrini lässt seine Qualitäten erneut aufblitzen und fährt in Richtung Podium vor, während Schurter zusammen mit Filippo Colombo noch vor Rennhälfte die Top-15 erreichen.

Kurz vor Ende der vorletzten Runde sorgt Flückiger abermals für Spannung – die Luft ist erneut raus, praktisch an derselben Stelle wie zu Beginn des Rennens. Trotz schnellem Radwechsel liegt er nun knapp 30 Sekunden zurück. Hinter Flückiger hat sich mit Guerrini ein anderer Schweizer in die Top-3 gekämpft, knapp dahinter der Franzose Titouan Carrod, und auf Position fünf Thomas Litscher. Auch Nino Schurter kämpft hart um den Weltcup-Gesamtsieg und liegt auf der Acht.

Trotz allen Versuchen seitens Flückiger, an den Positionen ändert sich nichts mehr und Pidcock holt sich den Sieg. «Mathias jagte mich während einer Stunde über die Strecke und war bergab jeweils etwas schneller. Vielleicht auch etwas zu schnell, seinen zwei Plattfüssen nach zu urteilen», meint Weltmeister Pidcock nach dem Rennen.

Als Geschlagener des Tages zeigt sich Mathias Flückiger nicht zu sehr enttäuscht: «Wir entschieden uns mit weniger Luftdruck zu fahren als sonst, um auf dem rutschigen Track besseren Gripp zu haben. Mit den zwei Platten zahlte sich das leider nicht ganz aus. Schade auf der einen Seite, da der Sieg heute möglich gewesen wäre, anderseits gehört das auch dazu.»

«Das waren richtig schwierige Bedingungen und viel zu laufen. Umso glücklicher bin ich, dass ich es erneut aufs Podest schaffte. Das Ziel war, gut zu starten und dann aufzuholen. Ich glaube das ist mir sehr gut gelungen», sagt Guerrini, der sich hinter Flückiger Platz drei angelt. Hinter Victor Koretzky freut sich mit Thomas Litscher ein weiterer Schweizer über den Platz auf dem Podium.

Auf der letzten Runde erlebt Schurter nochmals einen bangen Moment, als ihm die Kette runterspringt und verklemmt. Er wird dabei von Jordan Sarrou überholt, der ihm noch den Gesamtsieg hätte abjagen können. Sarrou belegt Platz neun, der Gesamtsieg geht somit zum neunten Mal an Schurter. «Das war knapp! Ich hatte einen sehr schlechten Start, kam nur langsam in die Gänge und konnte doch eine gute Position rausfahren. Als mir die Kette runterfiel und ich dabei einige Plätze verlor, wurde ich schon etwas nervös. Jetzt bin ich froh, dass nun Pause ist. Das war eine ganz schön lange Saison, vor allem, weil ich schon seit Andorra zu kämpfen hab», rekapituliert Schurter.

Im Gesamtklassement liegt Jordan Sarrou 40 Punkte hinter Schurter, Mathias Flückiger liegt weitere zehn Punkte zurück auf Platz drei vor Luca Schwarzbauer und Thomas Griot. Lars Forster belegt in der Endabrechnung Platz sieben, Marcel Guerrini wird Zwölfter.

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