Mont-Ste-Anne: Absalon zeigt seine Klasse | Ride MTB

Mont-Ste-Anne: Absalon zeigt seine Klasse

Altmeister Julien Absalon zeigt in Mont-Sainte-Anne seine Klasse und weist alle Konkurrenten in die Schranken. Er gewinnt souverän vor José Hermida und Nino Schurter. Ralph Näf wird nach einer fulminanten Aufholjagd Vierter.

Anfänglich sieht es im Weltcup-Lauf in Monte-Sainte-Anne nach einem Titanen-Dreikampf zwischen Schurter, Absalon und Kulhavy aus. Der Tscheche muss aber schon nach kurzer Zeit abreissen lassen und wird in der Folge förmlich nach hinten gereicht. Dem Duell Schurter-Absalon steht nichts mehr im Wege. Absalon geht in der vierten Runde in die Offensive, um das Rennen nicht in einem Sprintfinish abzuschliessen. Bekannterweise ist er Schurter schon mehrfach auf der Zielgeraden unterlegen. Er bringt mit seinem Antritt Schurter indes so in Bedrängnis, dass dieser in einer Abfahrt zu viel Risiko eingeht und einen Reifendefekt bekundet. Das ist das «Siegesurteil» für Absalon, der weiter das Tempo hochhält und solo zu seinem ersten Weltcup-Sieg im BMC-Outfit fährt - -und zu seinem 26. Weltcup-Sieg überhaupt.

Schurter muss sich auch noch von José Hermida überholen lassen und erreicht den dritten Platz. Damit liegt er in der Weltcup-Gesamtwertung weiterhin in Führung, die Entscheidung fällt aber erst im Finallauf in Hafjell Mitte September. Schurters Polster auf Absalon beträgt 220 Punkte. Mit einem Sieg in Mont-Sainte-Anne hätte er die Gesamtwertung vorzeit für sich entschieden. «Julien war heute stärker. Am Anfang habe ich mich noch gut gefühlt, aber dann habe ich es auf den Bronchien gemerkt, das Atmen hat mir Mühe gemacht. Ich war die letzte Woche noch erkältet und war sicher nicht hundert Prozent fit. Deshalb musste ich auch José ziehen lassen», erklärt Schurter im Ziel seine Lage.

Im Rücken der drei Podestfahrer liefert Ralph Näf eine beeindruckende Aufholjagd und schafft nach einer langen Verletzungspause den Anschluss an die Weltspitze. Wäre das Rennen noch ein wenig länger gegangen, er hätte wohl Schurter den dritten Platz streitig gemacht. Dabei ist Näf an aussichtsloser Position ins Rennen gegangen. «Von da hinten geht der Start einmal gut, einmal nicht. Ich wollte nicht das Leben riskieren, aber ich bin immer Vollgas gefahren», meint er nach dem Rennen. Begleitet wird Näf bei seiner Aufholjagd über lange Zeit von Fabian Giger, der mit dem sechsten Rang ein weiteres Spitzenresultat liefert.

Nicht am Start ist Lukas Flückiger, der sich in der Höhenlage des Engadins auf die Weltmeisterschaften vorbereitet – an der WM hat er eine Silbermedaille zu verteidigen. Sein Bruder Mathias wird in Mont-Sainte-Anne Elfter. Unter seinem Wert wird weiterhin Florian Vogel gehandelt. Er landet in Mont-Sainte-Anne nur auf Position 17 nachdem er vor eine Woche in Davos noch Hermida geschlagen hat. «Ich kenne keinen Grund für meinen Einbruch, nachdem es letzte Woche noch so gut gegangen ist», meint er konsterniert. In der ersten Hälfte des Rennens ist er noch in den Top-Ten gelegen, hat dann aber viele Fahrer passieren lassen müssen.

Cooper dominiert das U23-Rennen
Im U23-Rennen gewinnt der Junioren-Weltmeister Anton Cooper. Das neuseeländische Supertalent verweist Julian Schelb und Reto Indergand auf die verbleibenden Podestplätze. Andri Frischknecht landet auf Rang 16. In der zweiten Runde entsteht eine vierköpfige Spitzengruppe mit U23-Weltcup-Spitzenreiter Markus Schulte-Lünzum, der aber in dritten von sechs Runden einen Hinterrad-Defekt erleidet und zurückfällt. Ende dieser Runde verliert auch Reto Indergand zunehmend den Anschluss. «Da war ich am Limit, habe die Konzentration verloren und ein paar Fehler gemacht. Ich musste mich erholen und meinen Rhythmus wieder finden», erklärt Indergand. Die Kontrahenten hinter ihm kann der Urner aber in Schach halten und sich seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison sichern. Andri Frischknecht fährt aus seiner schlechten Startposition ein starkes Rennen. Nach einem guten Start fährt er ein konstantes Tempo, das ihn zu seinem besten Weltcup-Ergebnis in dieser Saison führt.

 

Rangliste Weltcup Monte-Sainte-Anne, Herren:
1. Julien Absalon (FRA) 1.28.17   +0.00
2. José Hermida (ESP) 1.29.21   +1.04
3. Nino Schurter (SUI) 1.29.57   +1.40
4. Ralph Näf (SUI) 1.30.06   +1.49
5. Daniel McConnell (AUS) 1.30.16   +1.59
6. Fabian Giger (SUI) 1.30.30   +2.13
7. Stéphane Tempier (FRA) 1.30.39   +2.22
8. Marco Aurelio Fontana (ITA) 1.30.42   +2.25
9. Max Plaxton (CAN) 1.30.45   +2.28
10. Manuel Fumic (GER) 1.30.47   +2.30
11. Mathias Flückiger (SUI) 1.31.15   +2.58
14. Martin Gujan (SUI) 1.31.59   +3.42
17. Florian Vogel (SUI) 1.32.37   +4.20
23. Nicola Rohrbach (SUI) 1.34.15   +5.58
26. Martin Fanger (SUI) 1.34.36   +6.19
27. Marcel Wildhaber (SUI) 1.35.02   +6.45
DNF. Thomas Litscher (SUI)  aufgegeben