Neue Mezzer: Manitou verfeinert seine fette Forke
Mit der neuen Mezzer präsentiert Manitou eine umfassend überarbeitete Federgabel für den Einsatz zwischen aggressivem Trailbike, Enduro und Gravity-orientiertem Fahren. Äusserlich bleibt die Gabel der bekannten Manitou-Linie treu, im Inneren wurde sie jedoch grundlegend neu aufgebaut. Ziel der Entwicklung war eine Gabel, die sensibler anspricht, im mittleren Federwegsbereich mehr Halt bietet und gleichzeitig eine hohe Anpassbarkeit ermöglicht. Manitou stellt dabei weniger elektronische Spielereien oder modische Details in den Vordergrund, sondern betont eine technische Lösung, die auf Mechanik, Steifigkeit und möglichst geringer Reibung basiert.
Neu wird die Mezzer in zwei Chassis-Varianten angeboten. Die Mezzer Pro und Expert decken einen Federwegsbereich von 140 bis 170 Millimeter ab und richten sich an Fahrer, die ein möglichst leichtes, aber dennoch steifes Fahrwerk suchen. Die Standrohre messen 37 Millimeter. Dank der typischen rückwärts gerichteten Gabelbrücke soll die Steifigkeit dennoch auf dem Niveau einer Gabel mit 38 Millimeter liegen. Die etwas reduzierte maximale Federwegslänge im Vergleich zum Vorgänger soll die Funktion in den häufig genutzten Bereichen zwischen 150 und 170 Millimeter verbessern. Weniger seitliche Belastung auf dem Luftschaft und eine grössere Überlappung der Buchsen sollen für ein leichteres Losbrechmoment und ein geschmeidigeres Ansprechen sorgen.
Für härtere Einsätze bringt Manitou die Mezzer LT. Diese Variante bietet 150 bis 190 Millimeter Federweg und richtet sich an aggressive Fahrer, schwere Belastungen und E-Mountainbikes. Verstärkte Krone und dickwandigere Standrohre erhöhen die Steifigkeit, ohne dass das Gewicht unnötig stark steigen soll. Damit ist die LT-Version für Fahrer gedacht, die auf steilen Linien, bei grossen Schlägen oder mit einem schwereren Bike mehr Reserven suchen.
Ein zentrales technisches Element ist der neue Active Spring Piston. Dabei sitzt der Luftkolben auf einer Stahlfeder, wodurch Verzögerungen an den Dichtungen reduziert und die nötige Losbrechkraft im ersten Bereich des Federwegs minimiert werden sollen. Zusammen mit optimierten Dichtungen, Buchsen und Kontaktflächen soll die Mezzer besonders feinfühlig auf kleine Unebenheiten reagieren und gleichzeitig stabil durch den gesamten Federweg arbeiten. Zusätzlich setzt Manitou auf präziser gefertigte Buchsensitze und individuell abgestimmte Buchsen für jede Gabel.
Ebenfalls neu ist das Micromanager Bushing Alignment. Dieses Bauteil soll verhindern, dass sich die Tauchrohre beim Festziehen der Achse verspannen. Dadurch bleiben die Buchsen besser ausgerichtet, was die Reibung reduziert und die Gabel über den gesamten Federweg freier arbeiten lässt. Manitou verbindet diese Lösung mit zusätzlichen Prüfungen in der Produktion, um jede Gabel möglichst reibungsarm auszuliefern.
Beim Dämpfer setzt die Mezzer auf ein luftgestütztes Bladder-System statt auf einen innenliegenden Trennkolben. Dieses System soll Kavitation verhindern, den Ölfluss auch bei harten Schlägen stabil halten und dynamische Dichtungen vermeiden. Der neue MC2-Pro-X-Druckstufendämpfer bietet acht Stufen für schnelle und zehn Stufen für langsame Druckstufenbewegungen. Beide Bereiche lassen sich unabhängig voneinander einstellen. Für die Zugstufe kommt ein neues System mit separater Einstellung für schnelle und langsame Rückstellbewegungen hinzu.
Mit der neuen Mezzer will Manitou eine Federgabel anbieten, die nicht über zusätzliche Elektronik, sondern über konsequente Fahrwerkstechnik überzeugt. Die Modellpalette mit Pro, Pro LT, Expert und Comp LT deckt ein breites Spektrum ab, bleibt aber auf denselben Grundgedanken ausgerichtet: viel Federweg, hohe Steifigkeit, geringes Gewicht und maximale Einstellbarkeit für Fahrer, die ihr Fahrwerk präzise auf Gelände und Fahrstil abstimmen wollen.