Nino Schurter ergattert 30. Weltcup-Sieg
Nino Schurter ist von Beginn an vorne vertreten und nach einer halben Runde beginnt er das Rennen zu kontrollieren. Kerschbaumer hat keinen optimalen Start und erreicht die Spitze erst nach drei Runden. Dort beharken sich zu diesem Zeitpunkt Mathieu van der Poel (Ned) und Nino Schurter. Kerschbaumer kristallisiert sich als der stärkste Konkurrent des Weltmeisters heraus, wie schon im Val di Sole und in Andorra wo er Schurter schlagen konnte. Doch dem Südtiroler fällt zweimal die Kette herunter, so dass Nino Schurter zwei Runden vor Schluss die entscheidende Lücke auftun kann.
Auch wenn Kerschbaumer in der Schlussrunde den Abstand von 35 Sekunden um 23 verkürzen kann, verteidigt Schurter letztlich sicher seine Führung und lässt sich von den vielen tausend Zuschauern als Sieger feiern. «Es war meine Taktik, gleich zu Beginn zu attackieren, weil Mathieu van der Poel dann immer so seine Probleme hat, und auch Gerhard Kerschbaumer. Und ich konnte sehen wie die anderen reagieren würden», erklärt Schurter zu seiner Strategie.
«Ich versuche jeden Weltcup zu gewinnen. Und es ist nach wie vor nicht so einfach, auch wenn die Leute denken, ich würde immer gewinnen. Man kann auch plötzlich mal krank werden oder ein technische Probleme haben», sagt Schurter weiter. «Mit einem Sieg die Weltcup-Saison abzuschliessen, das ist natürlich was Besonderes. Jetzt freue ich mich auf die Weltmeisterschaften in Lenzerheide. Es ist mein grosses Ziel, den Titel zu verteidigen.»
Mathias Flückiger verliert in der Schlussrunde seinen fünften Rang noch an den Franzosen Viktor Koretzky und wird Sechster (+2.49). «Ich habe mich heute nicht ganz so gut gefühlt und hatte auch keinen guten Start, aber ich bin zufrieden mit meinem sechsten Rang», sagt der Mont-Sainte-Anne-Sieger. «Ich dachte, ich könnte Koretzky schlagen, wenn ich nach dem langen Anstieg in der Pole Position bin, aber er ist dann in der Querpassage doch noch vorbei gekommen.»
Florian Vogel belegt Rang acht (+3:09). «Ich bin ohne Sturz und Defekt durchgekommen, das war mein Ziel. Ich habe mit Trockenreifen etwas gepokert, aber es war kein Nachteil», so Vogel. Zwischenzeitlich liegt er mal an vierter Stelle, kann die Position aber nicht halten.
«Zwischen fünf und acht, das ist mein Niveau dieses Jahr. Für weiter vorne braucht es einen Exploit, aber vielleicht gelingt mir der ja dieses Jahr noch.»
Mit Andri Frischknecht schliesst ein weiterer Schweizer die Weltcup-Saison in den Top-Ten ab.
Norweger Fagerhaug gewinnt Finale und holt Gesamtsieg
Mit seinem dritten Saisonsieg fährt der Norweger Petter Fagerhaug beim Weltcup-Finale m französischen La Bresse auch den U23-Gesamtsieg ein. Fagerhaug gewinnt das U23-Rennen in 1:23:22 Stunden mit 14 Sekunden Vorsprung auf den Spanier Jofre Culell Estape und 33 Sekunden vor dem Dänen Simon Andreassen, der im Sprint den bisherigen Träger des weissen Trikots, Joshua Dubau aus Frankreich bezwingen kann. Bester Schweizer ist Joel Roth auf Rang elf (+2:09).
Der Schweizer U23-Meister Filippo Colombo erwischt keinen guten Tag und beendet das Rennen nur auf Position 20 (+3:41). Einerseits hat er schon am Start Probleme mit der Kette, anderseits gegen Ende des Rennens auch noch einen Reifendefekt. «Aber die Beine waren heute auch schlecht», bekennt Colombo. «Ich habe viel trainiert für die WM und das hier war sicher nicht mein erstes Ziel. Aber es ist ein Weltcup und ich wollte sicher ein besseres Ergebnis.»
So ist Joel Roth der beste Schweizer. Er kann sich über das halbe Rennen hinweg in einer fünfköpfigen Gruppe zwischen Rang sechs und zehn behaupten, verliert dann etwas den Anschluss, bricht jedoch nicht ein.
«Mein Start war nicht so gut, aber ich bin dann nach vorne gefahren. Dafür habe ich am Ende vielleicht ein bisschen bezahlt, aber es war sicher ein gutes Rennen», kommentiert Roth nach seinem besten Weltcup-Resultat. Er sichert sich damit auch das WM-Ticket, genauso Vital Albin (+4:51) auf Rang 24. Zweitbester Schweizer ist aber Joris Ryf auf Rang 13 (+2:24).
Im Kampf um Tages- und Gesamtsieg gerät der Franzose Joshua Dubau gleich zu Beginn ins Hintertreffen. Er muss sich erst nach vorne arbeiten, doch als er an dritter Position angekommen ist, da fährt Petter Fagerhaug, der Mont Sainte Anne ausgelassen hat, bereits sein Solo zum Sieg und Culell Estape hat sich an zweiter Stelle einen Vorsprung gegenüber den Verfolgern erarbeitet.
Fagerhaug gewinnt den Gesamtweltcup 30 Zähler vor Dubau und 110 vor Filippo Colombo.