Pidcock wird Olympiasieger auf Ansage – Flückiger gewinnt Silber
Von Beginn des Olympischen Cross-Country-Rennens sind Mathias Flückiger und Nino Schurter in der noch grossen Spitzengruppe vertreten. Und das Tempo ist hoch und provoziert Fehler: Bereits in der Anfangsphase verabschiedet sich Mitfavorit Matthieu van der Poel mit einem fürchterlichen Sturz. Zwar nimmt der Holländer das Rennen wieder auf und kämpft sich bis auf Rang 13 vor, gibt später das Rennen aber trotzdem auf.
An der Spitze sind es nun die zwei Schweizer, die das Tempo diktieren und Flückiger, der seine Konkurrenz mit einem kleinen Angriff testet. Die Spitze verkleinert sich zusehends auf Pidcock und die beiden Schweizer. Immer wieder mal kämpft auch der Neuseeländer Anton Cooper den Anschluss.
Es schleichen sich zunehmend kleine Fahrfehler ein, die zu einer weiteren Verkleinerung der Spitzengruppe führen, doch nach Rennhälfte macht sich Thomas Pidcock diese zunutze und führt das Rennen allein an. Mathias Flückiger gibt aber nicht auf und schafft es, den Abstand lange gleich zu halten. Auf den letzten Runden steigt des Schweizers Rückstand wieder an und nur ein Totaleinbruch, Defekte oder Stürze würden noch was den ersten zwei Positionen noch was ändern. Dahinter hingegen wird der Kampf um Bronze immer enger, zumal auch der Spanier David Valero Serrano zur Verfolgergruppe aufschliesst.
An der vorderen Reihenfolge ändert sich nichts mehr, der Brite wird nicht ganz überraschend Olympiasieger vor Mathias Flückiger. Dahinter entbrennt ein Zweikampf um Bronze, zwischen dem entfesselten Valero und dem technisch deutlich stärkeren Schurter. Am Ende ist es Valero, der nach Coloma in Rio wiederum eine Medaille für Spanien holt. «Der vierte Platz ist etwas undankbar, aber ein vierter Platz fehlte mir noch in der Kollektion», scherzt Nino Schurter, nachdem er seit Peking einen ganzen, Olympischen Medaillensatz zusammengetragen hatte. «Bis Rennhälfte konnte ich auch gut mein Tempo fahren, aber als Pidcock einen Abstand herausfuhr, bekundete ich Mühe. Danach konnte ich zwar noch um Bronze fighten, doch leider hat es nicht gereicht. Aber ich habe in diesem schweren Rennen alles gegeben und das war mein Ziel.»
Mathias Flückiger ist nach der Zieleinfahrt noch nicht nach Jubeln: «So gross ist mein Strahlen noch nicht, ich wollte schliesslich gewinne und bereit wäre ich gewesen. Doch Mitte des Rennens machte ich zwei Fahrfehler, und die Lücke die danach aufging, die konnte ich dann nicht mehr schliessen. Trotzdem konnte ich heute, im wohl wichtigsten Rennen meines Lebens wieder Abliefern. Aber bis ich mit Silber zufrieden bin, braucht noch etwas Verdauungszeit.»
Nach Flückiger und Schurter endet das Olympischen Cross-Country-Rennen von Tokio aber nicht. Filippo Colombo, der dritte Schweizer im Team, verzeichnet einen schlechten Start, wird eingeklemmt, fährt dann aber ein starkes Rennen und belegt den guten zwölften Rang. Damit verzeichnen die Schweizer Mountainbiker die bisher beste Team-Leistung an Olympischen Spielen.