Pugin und Botteram siegen im Val di Fassa | Ride MTB

Pugin und Botteram siegen im Val di Fassa

UCI Enduro World Cup Val di Fassa

Foto: Rick Schubert

Race-Ticker

Sturmbedingte Wetterkapriolen in den Dolomiten prägen die dritte Runde des UCI Enduro World Cup. Mélanie Pugin feiert mit einer herausragenden technischen Leistung ihren lang ersehnten ersten Weltcupsieg. Tristan Botteram sichert sich den Sieg in einem dramatischen Finale mit weniger als einer Sekunde Vorsprung. Harper Nelmes und Nežka Libnik sorgen in den Juniorenrennen ebenfalls für Spannung. Zudem baut Speed Project seine Führung in der Teamwertung weiter aus.

Die dritte Runde des UCI Enduro World Cup ist das erste zweitägige Rennen der Saison. Nasses Wetter und stürmische Bedingungen in den Dolomiten zwingen die Organisatoren dazu, zwei körperlich anspruchsvolle Stages des zweiten Renntages abzusagen. Dadurch kommt es zu einigen überraschenden Ergebnissen.

Die erfahrene Fahrerin Mélanie Pugin liefert eine technische Meisterleistung ab, macht einen Rückstand von 16 Sekunden wett und feiert ihren ersten Sieg im UCI Enduro World Cup. Bei den Männern geht Tristan Botteram auf der letzten Stage ans Limit und setzt sich in einem packenden Finale mit weniger als einer Sekunde Vorsprung gegen Tommaso Calonaci durch.

Auch die Juniorenkategorien bieten reichlich Spannung: Harper Nelmes fährt mit einer überzeugenden Leistung auf der letzten Stage zum Sieg bei den Junioren. Nežka Libnik zeigt über das gesamte Wochenende eine fehlerfreie Vorstellung und gewinnt die Juniorinnen-Konkurrenz.

In der Teamwertung sichert sich Speed Project den dritten Rundensieg in Folge und baut seine Gesamtführung weiter aus.

Botteram gelingt die perfekte Fahrt zum knappen Sieg

Zu Beginn des zweiten Renntages führt der Italiener Tommaso Calonaci überraschend die Elite-Konkurrenz der Männer mit drei Sekunden Vorsprung an und steuert auf das erste Podest seiner Karriere im UCI Enduro World Cup zu. Der amtierende UCI-Enduro-Weltmeister Alex Rudeau liegt lediglich drei Sekunden zurück, Tristan Botteram folgt mit fünf Sekunden Rückstand ebenfalls in Schlagdistanz. Auch der Gesamtsieger des UCI Enduro World Cup des Vorjahres, Sławomir Łukasik, wahrt mit sieben Sekunden Rückstand auf die Spitze seine Chancen auf den Sieg.

Ein Sturm vor der ersten Stage des Tages führt dazu, dass die Stages vier, fünf und sechs für die Elitefahrer abgesagt werden. Damit entscheidet allein die abschliessende 1,32 Kilometer lange Stage über den Tagessieg.

Die kurze und intensive letzte Stage präsentiert sich nach dem Sturm in schwierigen Bedingungen. Botteram zeigt die Fahrt seines Lebens und gewinnt die Fahrt mit acht Zehntelsekunden Vorsprung auf Lief Rogers, während Vojtech Bláha Rang drei belegt. Entscheidend ist jedoch, dass Botteram 6,5 Sekunden schneller ist als Calonaci und sich damit den Gesamtsieg mit lediglich sechs Zehntelsekunden Vorsprung sichert.

Nachdem Tommaso Francardo am Samstag die erste Stage gewinnt, reicht ihm seine konstante Leistung für Rang drei in der Gesamtwertung. Alex Rudeau fällt auf den fünften Platz zurück, während Sławomir Łukasik auf der letzten Stage Probleme hat und das Rennen auf Rang elf beendet. Nach drei Runden führt Rudeau die Gesamtwertung weiterhin vor Rogers und Francardo an.

Pugin zeigt eine technische Meisterleistung und dreht das Rennen

Mélanie Pugin startet den zweiten Renntag als Gesamtsechste, nachdem sie am ersten Tag 13 Sekunden eingebüsst hat. Die Französin dreht das Rennen jedoch eindrucksvoll und meistert die steile sowie technisch anspruchsvolle 2,51 Kilometer lange Titans Stage in beeindruckender Manier.

Regen während der Stage erhöht den Schwierigkeitsgrad zusätzlich. Der bewaldete und felsige Untergrund mit einem anspruchsvollen Rock Garden wird dadurch besonders tückisch. Pugin kommt mit den Bedingungen perfekt zurecht und setzt mit einer Zeit, die zwölf Sekunden schneller ist als jene ihrer nächsten Konkurrentin, eine klare Bestmarke.

Winnifred Goldsbury, die in Saalfelden Leogang ihren ersten Sieg im UCI Enduro World Cup feierte, muss ebenfalls Zeit aufholen. Die 19-jährige Neuseeländerin startet als Gesamtdritte mit zwölf Sekunden Rückstand auf die Spitze in den Tag. Unter Druck liefert sie ab und beendet die Titans Stage als Zweite, nur sieben Sekunden hinter Pugin.

Die Führende nach dem ersten Renntag, Ella Conolly, wählt auf der ersten Stage des Tages eine etwas vorsichtigere Taktik, da sie die später folgenden körperlich anspruchsvollen Stages im Blick hat. Sie wird auf der Titans Stage Dritte, verliert 27 Sekunden auf Pugin und bleibt als neue Gesamtzweite mit nur zehn Sekunden Rückstand auf die neue Führende weiterhin aussichtsreich im Rennen.

Die anspruchsvollen Bedingungen fordern ihren Tribut. Mehrere Fahrerinnen verlieren entscheidend Zeit, darunter auch die amtierende UCI-Enduro-Weltmeisterin Elly Hoskins, die auf der Stage 52 Sekunden einbüsst und damit ihre Chancen auf den Gesamtsieg praktisch verliert. Kurz darauf verschlechtert sich das Wetter weiter, weshalb die Stages fünf und sechs abgesagt werden. Damit entscheidet nur noch die abschliessende Ciasates Stage über den Rennausgang.

Die 1,3 Kilometer lange Stage kombiniert schnelle Passagen, einen kurzen Anstieg und eine technische Abfahrt durch den Wald und sorgt damit für ein spannendes Finale. Pugin überzeugt erneut im technischen Gelände, gewinnt auch diese Stage und sichert sich damit den Gesamtsieg.

Hoskins schlägt mit Rang zwei auf der Stage zurück und verliert weniger als zwei Sekunden auf Pugin, während Conolly mit etwas mehr als sechs Sekunden Rückstand das Ziel erreicht. In der Gesamtwertung setzt sich Pugin schliesslich souverän mit 17 Sekunden Vorsprung auf Conolly durch. Goldsbury bestätigt ihre starke Form und beendet das Rennen auf Rang drei.

Nelmes und Libnik holen sich die Siege bei den Junioren

Hugo Marti Montessinos führt das Rennen der Junioren nach dem ersten Renntag mit elf Sekunden Vorsprung an, nachdem er sich auf den ersten beiden Stages absetzen kann. Ein Sturz im Rock Garden der Titans Stage kostet den Nachwuchsfahrer jedoch wertvolle Zeit. Er verliert auf der Stage acht Sekunden. Sein französischer Landsmann Jules Janniaud behält die Nerven und gewinnt die Stage, während Harper Nelmes nur vier Zehntelsekunden dahinter als Zweiter ins Ziel kommt. Damit verkürzt er seinen Rückstand vor der entscheidenden Schluss-Stage auf lediglich drei Sekunden.

Auf der entscheidenden 1,7 Kilometer langen Final-Stage erzielt Tommy Bougon die Bestzeit des Tages. Er ist vier Sekunden schneller als seine Konkurrenten und sichert sich damit den vierten Gesamtrang. Dahinter zeigt Nelmes genau im entscheidenden Moment eine starke Leistung. Mit Rang drei auf der Stage macht er seinen Rückstand wett und sichert sich den Gesamtsieg, während Marti Montessinos fünf entscheidende Sekunden verliert. Nach drei Runden führt Marti Montessinos die Gesamtwertung weiterhin an und liegt 60 Punkte vor Nelmes.

Bei den Juniorinnen absolviert Nežka Libnik ein perfektes Wochenende und gewinnt alle fünf Stages. Die Slowenin baut ihre Dominanz auf der Titans Stage weiter aus und vergrössert ihren Vorsprung um weitere 40 Sekunden. Elena Frei erweist sich erneut als ihre stärkste Konkurrentin auf Rang zwei, während Romy Williams ihren dritten Gesamtrang festigt.

Libnik krönt ihre makellose Leistung schliesslich mit dem Sieg auf der abschliessenden Ciasates Stage und gewinnt die Gesamtwertung überlegen mit einem Vorsprung von 2 Minuten und 20 Sekunden vor Frei. Williams komplettiert das Podest auf Rang drei.

Ranglisten Val di Fassa