Radquer-WM: Neff starke sechste – Van der Poel wird Weltmeister
Race-Ticker
Dass Jolanda Neff an den Radquer-Weltmeisterschaften eine Medaille holt, ist nicht unrealistisch trotz ihrer hohen Startnummer. Aus der vierten Startreihe geht sie ins Rennen, doch aus der verbessert sie sich schnell. Dank den schnellsten Rundenzeiten stösst sie bereits in der zweiten Runde in die Spitzengruppe vor und mischt an vorderster Front mit. Etwas, dass Neff noch nie zuvor gelungen ist, wie sie im Interview mit dem Schweizer Fernsehen sagt.
Bis in die vierte Runde bestehen ihre Medaillenchancen, doch dann rutscht sie weg, muss vom Rad und verliert dabei den Anschluss. Diesen kann sie infolge nicht mehr herstellen, da ihre Aufholjagt sie bereits viel Energie gekostet hat. Den Elementen alleine ausgesetzt kämpft Neff gegen den Wind und gegen die herannahende Konkurrenz. Von der fünfköpfigen Spitzengruppe setzt sich zum dritten Mal in Folge die Belgierin Sanne Cant durch. Die Schweizerin behält aber ihre Position und belegt den beachtlichen sechsten Platz.
Koller zu wenig angriffslustig – Rouiller feiert Platz acht
Bei den U23-Frauen belegt Nicole Koller als beste Schweizerin Platz acht. Nicht genug für ihre physische Ausgangslage. Ihre hätten sich gut angefühlt, schreibt die 22-Jährige. Der Beweis dafür zeigen die relativ knappen Zeitabstände, und so fehlen Koller nur 17 Sekunden auf Siegerin Inge Van der Heijden (NED), neun Sekunden auf den Bronze-Platz. Dass es nicht zu mehr als den guten achten Rang reicht, schreibt sie ihrer zögernden Fahrweise zu.
Als zweite Schweizerin belegt die erst 18-Jährige Noemi Rüegg den 22. Rang.
In der Kategorie U23-Männer jagt der Brite Thomas Pidcock dem zweifachen Titelträger- und Verteidiger Eli Iserbyt (BEL) das Regenbogentrikot ab. Mit dem Medaillen-Rennen nichts zu tun, hat Loris Rouiller. Allerdings ist es das erste U23-Jahr des Romands, und deswegen ist sein achter Rang als sehr gut zu bewerten. Sein Landsmann Kevin Kuhn wird 14.
Van der Poel holt Titel zurück
Das Niederländische Multitalent Mathieu Van der Poel galt vor dem Rennen als grosser Favorit. In den letzten Jahren stand ihm jeweils der Belgier Wout Van Aert vor der Sonne, nachdem Van der Poel im Jahr 2015 als jüngster Elite-Weltmeister Radquer-Geschichte schrieb.
Daraus gelernt, dass man als Saison-Dominator nicht natürlicherweise auch Weltmeister wird, dass hat der Holländer bestimmt. Denn in Bogensee lässt er nicht anbrennen und unterbricht die Siegesserie seines Widersachers Van Aert. In Runde vier von deren zwölf setzt sich Van der Poel aus der Spitzengruppe ab und nur Van Aert kann ihm noch folgen. Doch bereits eine Runde später muss der Titelverteidiger den fliegenden Holländer ziehen. Und der fliegt förmlich: Für Radquerrennen untypisch, hat Van der Poel zeitweise über 30 Sekunden Vorsprung. Während er einen überlegenen Sieg einfährt, muss sich Van Aert noch gegen seinen Landsmann Toon Aerts wehren – dies aber erfolgreich.
Die Schweizer Querfahrer beenden das Rennen ohne einen Exploit zu landen – im Bereich ihrer Möglichkeiten. Simon Zahner belegt Platz 22 und Timon Rüegg wird an seinen ersten Elite-Weltmeisterschaften 29.
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