Sauser holt sich zum Karrierenende WM-Silber | Ride MTB

Sauser holt sich zum Karrierenende WM-Silber

Der Österreicher Alban Lakata hat sich bei der Marathon-Weltmeisterschaft in Wolkenstein, Italien, zum zweiten Mal in seiner Karriere das Regenbogen-Jersey geholt. Christoph Sauser veredelte seinen Abschied als Profi-Mountainbiker mit der Silbermedaille, 2:07 Minuten hinter Lakata (4:24:46), während der Kolumbianer Hector Leonardo Paez (+2:15) Dritter wurde.

Bei den Damen verfehlte Ariane Kleinhans als Vierte (+11:14) nur knapp Edelmetall. Die Norwegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa feierte ihren insgesamt zehnten Weltmeistertitel in 3.34:13 Stunden, 3:18 Minuten vor Titelverteidigerin Annika Langvad aus Dänemark und 9:30 Minuten vor der Deutschen Sabine Spitz.

Alban Lakata ging bereits im ersten sechs Kilometer langen Aufstieg, der schon mit dem Start begann, in Führung, holte aber in der folgenden Abfahrt noch mehr Zeit heraus. Seine Verfolger glaubten wohl nicht daran, dass der Lienzer die komplette Distanz an der Spitze durchhalten würde und erst einmal machte sich niemand energisch daran ihn zu verfolgen. Christoph Sauser konnte zu diesem Zeitpunkt nicht. Er kämpfte mit der Höhenluft und war nicht in der Lage Tempoverschärfungen mitzugehen. „Die ersten zweieinhalb Stunden musste ich extrem kämpfen. Ich wurde ein paar Mal abgehängt. Aber ich weiß, dass sich das irgendwann ändert. Deshalb bin ich ruhig geblieben", erklärte Sauser. Lakatas Vorsprung auf die Verfolger wuchs bis zum Passo Pordoi (etwa km 30) auf 1:30 Minuten an. Dort hatte sich das zehnköpfige Verfolgerfeld bereits aufgelöst und für Christoph Sauser begann stärker zu werden. Oben am Pass holte Sauser den Deutschen Markus Kaufmann ein und ging an vierter Stelle in die lange Abfahrt nach Canazei. Er ließ Kaufmann zurück und schloss zu Hector Paez und zu Ex-Weltmeister Periklis Ilias (Gre) auf. „Ab da wusste ich, dass ich um eine Medaille fahre", erzählt Sauser in der Pressekonferenz. Ilias konnte in den letzten 45 Minuten das Tempo von Sauser und Paez nicht mehr mitgehen und es ging für den Sigriswiler um Silber. Mit einer Attacke wenige Kilometer vor dem Ziel, setzte er sich ab und sicherte sich Platz zwei. „Ich habe bis zum letzten Moment gewartet und es hat funktioniert. Alban war heute stärker, ich hätte schon meinen allerbesten Tag gebraucht, um ihn zu schlagen. Meiner Karriere mit WM-Silber zu beenden, das ist sehr, sehr schön. ", meinte Sauser.
Daran, dass es sein letztes Rennen als Profi war, daran habe er durchaus gedacht. „Aber es hat mich nicht schneller gemacht", so Sauser mit einem Grinsen.

Der Felsberger Lukas Buchli belegte Rang neun (+9:42) und war damit durchaus zufrieden. Buchli begann das Rennen verhalten und kämpfte sich dann stetig nach vorne. „Ich habe ein super Rennen gezeigt und bin sehr zufrieden. Ich wollte am Anfang einfach nicht überziehen. Platz neun ist das beste WM-Resultat meiner Karriere", erklärt Buchli im Ziel.

Damen: Ariane Kleinhans kämpft vergeblich um Bronze

Auch bei den Damen wird das Endklassement bereits auf den ersten sechs Kilometern ersichtlich. Angesichts der Härte der Prüfung suchen die Konkurrentinnen ihren eigenen Rhythmus, was zur Folge hat, dass Annika Langvad das Hinterrad von Gunn-Rita Dahle-Flesjaa nicht mit letzter Konsequenz halten wollte. So wuchs der Vorsprung der 42-jährige Norwegerin auf über zwei Minuten an, bevor Langvad am dritten Berg noch einmal auf eineinhalb Minuten verkürzte. Auf den letzten zwölf Kilometern, vor allem bergab, konnte Dahle-Flesjaa aber noch einmal zu legen. Für die erfolgreichste Mountainbikerin aller Zeiten war es der sechste Weltmeistertitel auf der Langdistanz und der zehnte insgesamt. Zuletzt war sie 2013 Marathon-Weltmeisterin. Hinter diesem Duo positionierte sich die Olympiasiegerin von 2008, Sabine Spitz. Dann folgte Ariane Kleinhans. Die in Südafrika lebenden Eidgenossin war lange Zeit nicht weit entfernt vom Bronze-Rang, doch es gelang ihr über die folgenden drei Stunden nicht mehr an Spitz heran zu kommen, auch wenn sie einmal noch den Abstand um eine knappe Minute verkürzte. Von hinten kam die Britin Sally Bigham heran, doch im Finale war Kleinhans die Stärkere. Trotz eines Sturzes. „Ich bin ziemlich glücklich über meine Leistung. Es ist mein bestes WM-Ergebnis und ich die Besetzung war besser als letztes Jahr. So nah war ich noch nie ganz vorne dran. Ein bisschen habe ich schon auf eine Medaille gehofft, aber da hätte Sabine einen Einbruch erleben müssen", sagte Kleinhans. Esther Süss wurde Siebte (+18:20). „Das war nicht mein Tag. Die Beine waren gut, aber ich habe nicht genügend Luft bekommen. Vermutlich war es die Höhe. Ich habe keine Höhen-Vorbereitung gemacht. Als ich gemerkt habe, dass ich nicht um die Medaillen fahren kann, habe ich überlegt aufzugeben, doch das hat mein Kopf nicht zugelassen. Daher habe ich den Rest als Training benutzt", so die Küttigerin.

Link zu den Resultaten:

Herren:
https://www.datasport.com/live/?racenr=17687&m=rl&k=1&p=-1&r=-1&f=1&t=-1&o=-1&n=&pl=&te=&b=&dt=20150627115137000&dtc=0&rc=0

Damen:
https://www.datasport.com/live/?racenr=17687&m=rl&k=2&p=-1&r=-1&f=1&t=-1&o=-1&n=&pl=&te=&b=&dt=20150627115528000&dtc=0&rc=0