Schurter/Colombo und Langvad/Gomez Villafane sind die Cape-Epic-Sieger 2025 | Ride MTB

Schurter/Colombo und Langvad/Gomez Villafane sind die Cape-Epic-Sieger 2025

Das Cape Epic 2025 ist Geschichte, und Annika Langvad sowie Sofia Gomez Villafane, ebenso wie Nino Schurter und Filippo Colombo, fügen ihre Kapitel hinzu. Während sich das dänisch-argentinische Duo den Sieg deutlich sichert, bleibt das Rennen zwischen den Siegern und den Zweitplatzierten Luca Braidot und Simone Avondetto spannend bis zur letzten Etappe.

Knappe Sache beim Prolog der Frauen

Beim Prolog auf dem Meerendal Wine Estate zeigen Annika Langvad und Sofia Gomez Villafane vom Team Toyota-Specialized ihre Ambitionen auf den Gesamtsieg und holen sich den Sieg auf der 26 Kilometer langen Runde – jedoch knapp. Lediglich drei Sekunden trennen das dänisch-argentinische Duo vom Team «e-Fort x ChemChamp» mit Margot Moschetti und Samara Sheppard. Vera Looser und Alexis Skarda liegen bereits über eine Minute zurück. Villafane betont die Bedeutung eines kontrollierten Rennens: «Es war wirklich wichtig, heute ruhig zu bleiben. Wir wollten nie Vollgas geben, um für die kommenden Tage nicht unnötig Energie zu verpulvern.»

Bei den Männern sind es die italienischen Debütanten Luca Braidot und Simone Avondetto vom Team Wilier-Vittoria, die das Schweizer Scott-Sram-Duo mit Nino Schurter und Filippo Colombo auf Platz zwei verweisen – mit einem Vorsprung von 20 Sekunden. «Wir sind superglücklich über den Sieg, und es ist schön, hierher zu kommen und alle zu überraschen», sagt Avondetto. Rang drei sichern sich die Südafrikaner Marc Pritzen und Wessel Botha von Team Honeycomb 226ers.

Highlight Clip Prolog

Leaderwechsel bei den Männern

Die erste Etappe startet mit Ziel auf dem Meerendal Wine Estate. Langvad und Gomez Villafane dominieren die 92 Kilometer lange Strecke erneut, dieses Mal jedoch deutlich. Sie bauen ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf fast sieben Minuten aus. Zweite werden Vera Looser und Alexis Skarda vom Team Efficient Infiniti SCB Sram, gefolgt von Rosa van Doorn (NED) und der Schweizerin Janina Wüst vom Team Buff Megamo. 

Auf demselben Abschnitt zeigen nun Schurter und Colombo, wofür sie nach Südafrika gereist sind, und übernehmen dank ihres Sieges die Gesamtführung vor Braidot und Avondetto. Schurter sagt nach dem Rennen: «Das war ein harter Tag. Einige Abschnitte machten Spass, aber es war ein Rennen am Limit. Ich fand die flachen Abschnitte ziemlich schwierig. Die mag ich nicht wirklich und bevorzuge das bergige Terrain.» Das deutsche Duo Georg Egger und Lukas Baum vom Team Orbea Leatt Speed Company belegt den dritten Platz.

Highlight Clip 1. Etappe

Überraschung im Einzelzeitfahren

Beim 66 Kilometer langen Einzelzeitfahren vom Meerendal Wine Estate nach Fairview stehen Annika Langvad und Sofia Gomez Villafane erneut ganz oben auf dem Podest. Sie verweisen Vera Looser und Alexis Skarda um zwei Minuten auf den zweiten Platz. Annika Langvad erläutert die Herausforderungen der Etappe: «Wir haben uns zu sehr gefreut, als wir andere Teams einholten, und sind zu schnell gefahren. Dann hat uns die Hitze getroffen, und wir mussten das Rennen besser managen.» Dritte werden Monica Yuliana Calderon (COL) und Tessa Kortekaas (NED) vom Team Cannondale ISB Sport. 

Bei den Männern überraschen der Belgier Wout Alleman und sein Teamkollege Martin Stosek (CZE) vom Team Buff Megamo 1 mit dem Etappensieg. Wout Alleman beschreibt die Etappe als «hart, ohne Pausen und mit grosser Hitze.» Er erklärt die Strategie des Teams: «Unser Plan war es, ein hohes Tempo zu halten und am Ende nochmals draufzulegen. Es hat funktioniert.» Schurter und Colombo belegen den zweiten Platz, bauen jedoch die Gesamtführung um rund eine halbe Minute aus.

Highlight Clip 2. Etappe

Heisser Sprint auf der Backofen-Etappe

Die extreme Hitze zwingt die Veranstalter zu einer Verkürzung der Etappe und zu einem früheren Start. Trotzdem verlangen Temperaturen von über 40 Grad den Teilnehmern alles ab. An der Spitze der Frauen bleibt jedoch alles beim Alten. Annika Langvad und Sofia Gomez Villafane feiern ihren vierten Etappensieg in Folge und liegen in der Gesamtwertung nun knapp 14 Minuten vor dem namibisch-amerikanischen Duo Looser/Skarda und 26 Minuten vor den Südafrikanerinnen Bianca Haw und Hayley Preen. «Die Bedingungen machten das Rennen heute besonders anspruchsvoll, aber wir arbeiteten als Team gut zusammen und sind froh über unseren Etappensieg», sagt Gomez Villafane. 

Noch heisser als die Temperaturen ist der Sprint um den Sieg bei den Männern. In diesem haben Schurter und Colombo gegen die Italiener Braidot und Avondetto das Nachsehen. «Es war ein harter Tag bei extremen Temperaturen, aber wir konnten unseren Vorsprung in der Gesamtwertung verteidigen», rekapituliert Nino Schurter. Dritte werden die Südafrikaner Marco Joubert und Tristan Nortje.

Highlight Clip 3. Etappe

Sieg trotz Stürzen

Auf der vierten Etappe, einem 80 Kilometer langen Rundkurs um Fairview, dominieren Annika Langvad und Sofia Gomez Villafane erneut, und das trotz zweier Stürze. Gomez Villafane erklärt: «Nach den Stürzen war es unser Plan, vorsichtig zu sein. Wir kontrollierten das Tempo gut und bauten unseren Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus.» Der Rückstand von Vera Looser und Alexis Skarda beträgt nur 50 Sekunden, während das Duo Haw/Preen 1:29 Minuten zurückliegt. 

Bei den Männern kommt es erneut zu einem Sprint, dieses Mal machen vier Teams den Sieg untereinander aus. Wieder sind es die Italiener, die dem Schweizer Duo Schurter/Colombo den Sieg vor der Nase wegschnappen. «Es war eine taktische Fahrt bis zum Schluss. Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und bleiben im Rennen um den Gesamtsieg», freut sich Luca Braidot.

Highlight Clip 4. Etappe

Brutale Königsetappe

Die fünfte Etappe ist die Königsetappe des Absa Cape Epic 2025. Auf den 98 Kilometern und 2850 Höhenmeter, von Fairview nach Lourensford Wine Estate, lassen die Favoriten ihre Stärken aufblitzen. Annika Langvad und Sofia Gomez Villafane setzen ihre beeindruckende Siegesserie fort und holen ihren sechsten Etappensieg in Folge. Trotz starker Konkurrenz durch Monica Calderon und Tessa Kortekaas können sie sich in den letzten Kilometern absetzen. Mit einem komfortablen Vorsprung von über 22 Minuten in der Gesamtwertung sind sie auf dem besten Weg zum Gesamtsieg. Langvad beschreibt die Herausforderung des Tages: «Der Nek-Anstieg war schrecklich. Ich wusste nicht, ob ich es bis nach oben schaffen würde.»

Nino Schurter und Filippo Colombo zeigen eine taktisch brillante Leistung und sichern sich den Etappensieg. In den frühen Phasen des Rennens führen die Südafrikaner Marco Joubert und Tristan Nortje das Feld an. Doch beim entscheidenden Anstieg zum 'Nek' übernehmen Schurter und Colombo zusammen mit dem Team Wilier-Vittoria mit Luca Braidot und Simone Avondetto die Führung. Sie nutzen die anschliessende Abfahrt, um ihren finalen Angriff zu starten, und erreichen das Ziel in Lourensford mit einem Vorsprung von einer Minute und zehn Sekunden. Dadurch bauen sie ihren Gesamtvorsprung auf 1:52 Minuten aus. «Es war eine harte Etappe, aber unsere Strategie ging perfekt auf», resümiert Schurter zufrieden.

Highlight Clip 5. Etappe

Nach der Hitze- kommt die Schlammschlacht    

Die beiden Südafrikaner Tristan Nortje und Marco Joubert zeigen eine beeindruckende Leistung und sichern sich den Etappensieg. Ihre Hartnäckigkeit zahlt sich aus, als sie den Angriff des Wilier-Vittoria-Teams auf den letzten zwölf Kilometern erfolgreich abwehren. Nortje zeigt sich nach dem Rennen überwältigt: «Heute war eine verrückte Fahrt, ich dachte, sie würde nie enden. Es war die härteste Etappe meines Lebens.» Joubert fügt hinzu: «Ich habe nie geweint, als ich mir das Schlüsselbein brach, aber heute konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.» Filippo Colombo verbucht hingegen einen harten Tag. Als er das Tempo nicht mehr mitgehen kann, nimmt Schurter raus, um seinen Partner zu unterstützen, anstatt offensiv zu fahren, um ihre Gesamtführung zu verteidigen. Ihr Zeitverlust von 1:20 Minuten gegenüber Braidot und Avondetto macht das Rennen um den Gesamtsieg nochmals spannender. 

Erstmals können auch Annika Langvad und Sofia Gomez Villafane nicht zuvorderst mithalten. Der Sieg auf der 87-Kilometer-Runde ums Lourensford Wine Estate geht an Monica Calderón und Tessa Kortekaas. Das kolumbianisch-holländische Duo dominiert die sechste Etappe von Beginn an und erreicht das Ziel mit einem Vorsprung von über sechs Minuten. Kortekaas äussert sich zufrieden: «Wir hatten einen schwierigen Start in die Woche, aber wir wussten, dass wir angreifen können, wenn wir uns gut fühlen.» Trotz des zweiten Platzes können Langvad und Gomez Villafane ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf über 23 Minuten auf Looser und Skarda ausbauen.

Highlight Clip 6. Etappe

Rekord für Langvad, Nummer drei für Schurter

Aufgrund der Unwetter in der Nacht, die Streckenabschnitte beschädigten, wird die siebte Etappe des Grossen Finales verkürzt und verspätet gestartet. Abermals setzen sich Monica Yuliana Calderon Martinez und Tessa Kortekaas ab und gewinnen diesen letzten Tagesabschnitt über 41 Kilometer. «Die Siege heute und gestern machen alles wieder gut, was die Tage zuvor schiefgelaufen ist», sagt Kortekaas. Das kolumbianisch-holländische Duo siegt 33 Sekunden vor Katazina Sosna-Pinele (Lit) und Claudia Peretti (ITA). Vera Looser und Alexis Skarda werden auf der Schlussetappe sowie im Gesamtklassement Dritte. 

Für Annika Langvad und ihre Teamkollegin Sofia Gomez Villafana reicht der sechste Rang, um den Gesamtsieg ins Trockene zu fahren. Für Langvad ist es zudem der sechste Absa-Cape-Epic-Titel, womit sie alleinige Rekordhalterin ist (vormals Christoph Sauser und Karl Platt mit je fünf Siegen). «Diese Woche war einfach verrückt», sagt die Dänin. «Die Woche verlief nicht wirklich nach Plan und nach einem Sturz zu Beginn des Rennens hatte ich starke Schmerzen. Sofia war einfach die tollste Partnerin, aber ich hatte keinen Spass da draussen. Umso unglaublicher ist es, hier zu gewinnen. Ich habe vor sieben Monaten mein Kind zur Welt gebracht und bin länger nicht Rad gefahren. Aber jetzt bin ich einfach nur noch müde und möchte mich nur noch hinlegen.» Gomez Villafane lobt ihre Partnerin: «Annika hat seit dem Sturz im Stillen gelitten. Ich glaube nicht, dass ich das hätte tun können, was sie diese Woche geschafft hat, und es war mir eine Ehre, ihre Partnerin zu sein und ihr zu ihrem sechsten Titel zu verhelfen. Ich freue mich ebenso, den Titel zurückzuholen, nachdem ich zwei Jahre in Folge Dritte geworden bin.»

Bei den Männern haben Luca Braidot und Simone Avondetto auf der verkürzten Etappe alle Hände voll zu tun, um den Rückstand von 32 Sekunden auf das gesamtführende Scott-Sram-Team aufzuholen. Als aber Georg Egger und Lukas Baum (Orbea Leatt Speed Company) aufs Tempo drücken, können nur noch Schurter und Colombo reagieren. Die beiden Deutschen fahren auf den letzten Kilometern ein starkes Rennen und holen sich den Etappensieg. «Es ist ein kleiner Bonus, heute zu gewinnen und gibt uns ein gutes Gefühl, das Rennen mit einem Etappensieg zu beenden», sagt Lukas Baum. «Wir wussten, wenn wir heute von Anfang an hart fahren würden, könnten wir das Feld teilen und möglicherweise den Sieg holen. Wir haben einfach alles gegeben und sind belohnt worden.»

Nino Schurter und Filippo Colombo belegen Platz zwei, womit sie sich den Cape-Epic-Gesamtsieg holen. Schurter, der das Absa Cape Epic zuletzt im Jahr 2019 zusammen mit Lars Forster gewann, freut sich über seinen dritten Titel. «Das war die ganze Woche über ein hartes Rennen und das hat sich bis zum letzten Tag fortgesetzt. Das ist ein sehr schöner Sieg. Es ist eine ganz andere Art von Rennen als im Weltcup, aber hier zu gewinnen ist immer ein Karriere-Highlight. Die Teamdynamik macht es so interessant, und wenn man den richtigen Partner hat, ist es sehr befriedigend.»

Colombo fügt erschöpft hinzu: «Um ehrlich zu sein, bin ich einfach nur erleichtert, dass es vorbei ist! Wir haben in dieser Woche so viel durchgemacht, da ist es etwas ganz Besonderes, jetzt zu gewinnen.»

Die italienischen Herausforderer Braidot und Avondetto fahren auf Platz sechs, bleiben in der Endabrechnung aber deutlich vor den drittplatzierten Südafrikanern Marco Joubert und Tristan Nortje.

Resultate Cape Epic 2025

epic-series.com

Highlight Clip 7. Etappe

Cape Epic 2025 in Bildern