Shimano bekommt in Prozess gegen SRAM Recht | Ride MTB

Shimano bekommt in Prozess gegen SRAM Recht

Vor dem Landgericht München I hat Shimano mit einer Klage gegen SRAM Deutschland Recht bekommen. Im Prozess ging es um Shimano?s patentierte «Hyperglide»-Technologie, die Dank diverser Steig- und Schalthilfen auf den Ritzeln reibungslose Gangwechsel auch unter Volllast erlaubt. SRAM bietet seit einigen Jahren«Powerglide II»-Kassetten der Serie 5.0 und 7.0 an - mit der 7.0-Kassette hatte SRAM jüngst beachtliche Erfolge im Erstausrüster-Bereich. Nach dem nun gesprochenen Urteil muss SRAM diese Kassetten in Kürze vom deutschen Markt nehmen: Selbst der angekündigte Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung.

Die SRAM Deutschland GmbH als angeklagte Firma hat angekündigt, das Urteil auf jeden Fall an die nächsthöhere Instanz weiter zu ziehen. SRAM werde die Lieferung der betroffenen Kassetten nach Deutschland einstellen, sobald Shimano die Anforderungen der Behörden erfüllt habe ? unter anderem geht es um die Hinterlegung einer Sicherheit. Zugleich werde aber versucht, den Verkaufsbann vor demselben Gericht auszusetzen. Generell suche SRAM weiterhin das Gespräch mit Shimano und sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert.

Weniger konziliant tönt der neue Marketing-Mann von Shimano Europa, Harald Troost: Per Pressemitteilung lässt er wissen, dass Shimano mit diesem Urteil sehr zufrieden sei, zumal die Firma viel Zeit und Geld in die Forschung und Markteinführung der «Hyperglide»-Technologie gesteckt habe. Zudem macht er klar, dass Shimano die geforderte Sicherheit auf jeden Fall hinterlegen werde, um die Auslieferung der SRAM-Kassetten in Deutschland zu stoppen. Ob das Vorgehen auch in anderen Ländern verfolgt werden soll, lässt Shimano derzeit offen: Das Münchner Urteil gilt ausdrücklich nur für den deutschen Markt.