South verteidigt Marathon-Titel, Weinbeer pulverisiert Streckenrekord
Die Schweizer Meisterschaften im Mountainbike-Marathon endeten am Raid Evolénard mit den erwarteten Siegern. Auf der 62 Kilometer langen Strecke kam es bei den Männern wie prognostiziert zum Duell zwischen dem deutschen Vorjahressieger Andreas Seewald und Titelverteidiger Casey South. Seewald gewann das Rennen bereits zum vierten Mal, während South mit Rang zwei seinen Schweizer Meistertitel erfolgreich verteidigte. Silber in der nationalen Wertung ging an Martin Fanger, Bronze wie im Vorjahr an Andrin Beeli.
Von Beginn weg suchten South, Fanger und Fadri Barandun die frühe Entscheidung. Das Schweizer Trio setzte sich ab und zwang die Favoriten dahinter zur Reaktion. Die Verfolgergruppe mit Seewald, Beeli, Frans Claes und Marc Stutzmann liess den Vorsprung zunächst auf rund eine Minute anwachsen. Danach erhöhte Seewald das Tempo. Beeli und Claes folgten mit etwas Abstand und arbeiteten sich ebenfalls wieder näher heran.
Beim ersten Durchgang in Les Haudères lag Seewald nur noch 30 Sekunden hinter South und Fanger. Barandun folgte weitere 15 Sekunden zurück. Wie bereits in früheren Austragungen fiel die Entscheidung am Schlussanstieg nach Béplan, dem höchsten Punkt der Strecke auf 2480 Metern über Meer. Dort spielte Seewald seine Stärke aus und setzte sich entscheidend ab. South erreichte das Ziel mit 93 Sekunden Rückstand. Trotz drückender Hitze verbesserte Seewald seinen eigenen Streckenrekord um drei Minuten und gewann in drei Stunden, drei Minuten und 45 Sekunden.
Spannend blieb der Kampf um Silber in der Schweizer Meisterschaft. Beeli fand im letzten Anstieg wieder einen besseren Rhythmus und schloss zu Fanger auf. Erst im Sprint fiel die Entscheidung. Fanger setzte sich knapp durch und holte Silber, Beeli gewann Bronze.
Bei den Frauen fiel die Entscheidung früher. Anna Weinbeer und die Italienerin Claudia Peretti fuhren zunächst gemeinsam an der Spitze, bevor sich die Baslerin absetzte. Dahinter folgten Margot Moschetti sowie die Kandidaten für die nationalen Medaillen mit Alessia Nay, Stefanie Zahno und Chrystelle Baumann. Weinbeer erreichte Les Haudères bereits mit mehr als vier Minuten Vorsprung auf Peretti. Bis ins Ziel baute sie den Abstand weiter aus und gewann klar.
Weinbeer holte damit erstmals den Schweizer Meistertitel im Mountainbike-Marathon. Zugleich verbesserte sie den bisherigen Streckenrekord der früheren Weltmeisterin Esther Süss deutlich. Peretti wurde Zweite der Gesamtwertung, Moschetti komplettierte das Podest. In der Schweizer Wertung ging Silber zum dritten Mal in Folge an Alessia Nay. Stefanie Zahno gewann Bronze, obwohl sie mehr als eine halbe Stunde auf Weinbeer verlor.
Auch auf der mittleren Strecke über 35 Kilometer gab es eine bemerkenswerte Leistung. Elodie Python gewann das Rennen mit der schnellsten je auf diesem Parcours gefahrenen Zeit. Damit verbesserte sie den Rekord ihrer früheren Teamkollegin Dounia Challandes aus dem Vorjahr. Der Erfolg bestätigt die Entwicklung der jungen Romande und deutet auf eine spannende Rivalität im Schweizer Nachwuchs hin.
Resultate
Männer, 62 Kilometer
- Andreas Seewald, Deutschland, drei Stunden, drei Minuten und 45 Sekunden
- Casey South, Matzingen, 93 Sekunden zurück
- Martin Fanger, Kägiswil, vier Minuten und 37 Sekunden zurück
- Andrin Beeli, Sagogn, gleiche Zeit
- Fadri Barandun, Samedan, fünf Minuten und 36 Sekunden zurück
- Frans Claes, Belgien und Gunten, elf Minuten und 35 Sekunden zurück
- Micha Klötzli, Tramelan, 17 Minuten und 43 Sekunden zurück
- Bart de Vocht, Belgien, 17 Minuten und 56 Sekunden zurück
- Fabian Heinzer, Stans, 18 Minuten und 26 Sekunden zurück
Frauen, 62 Kilometer
- Anna Weinbeer, Basel, drei Stunden, 12 Minuten und 44 Sekunden
- Claudia Peretti, Italien, elf Minuten und 58 Sekunden zurück
- Margot Moschetti, Frankreich, 21 Minuten und 34 Sekunden zurück
- Alessia Nay, Zizers, 22 Minuten und 43 Sekunden zurück
- Stefanie Zahno, Bürchen, 31 Minuten und 36 Sekunden zurück
- Chrystelle Baumann, Montalchez, 39 Minuten und 38 Sekunden zurück
- Julie Mahon, Bassecourt, 40 Minuten und drei Sekunden zurück
- Laura Tissières, Martigny, 49 Minuten und sieben Sekunden zurück
- Sandra Stadelmann, Courtételle, 55 Minuten und zwölf Sekunden zurück