Weltcup-Hammer: Lars Forster siegt in Leogang, Downhill-Doppelsieg für Österreich
Beim Start ins Rennen können die Schweizer vorerst nicht mitreden. Es scheint noch das Debakel aus dem Short Track nachzuwirken. Es Pierre de Froidmont (BEL) der die Pace vor Luca Schwarzbauer macht. Allmählich mischt auch der Tscheche Ondrej Cink mit, ebenfalls in der Spitzengruppe sind Mathias Flückiger und Lars Forster vertreten.
Die Gruppe verkleinert sich in Runde vier auf fünf Fahrer, unter anderem mit Schwarzbauer, Flückiger und Cink – Forster liegt etwas zurück. Dann macht Flückiger das Tempo, ehe ihm die Luft ausgeht. Ein Plattfuss wirft ihn zurück, während Jordan Sarrou und Lars Forster mit etwas Abstand die beiden Spitzenreiter verfolgen. Letzterer erreicht in Runde fünf die Spitzengruppe, während Alan Hatherly auf Rang vier vorstösst und Mathias Flückiger den zurückfallenden Sarrou überholt.
Die letzte Runde bricht an und Forster steigert das Tempo. Jäh fallen Cink und Schwarbauer ab. Rund 20 Sekunden holt der Schweizer heraus, geht dann sicher und konzentriert die letzte Abfahrt an und fährt zu seinem zweiten Weltcup-Sieg nach seiner Premiere im Jahr 2019. Dahinter belegt Luca Schwarzbauer Rang zwei, was sein bestes Resultat bedeutet. Ondrej Cink wird Dritter, Mathias Flückiger schafft es auf Rang fünf.
«Ich hatte einen mässigen Start aber blieb ruhig, da ich mich gut fühlte. Ich kam dann stetig nach vorne und dachte, vielleicht liegt ein Top-5-Resultat drin. Am Ende merkte ich, dass ich der Stärkste bin und attackierte in der Schlussrunde vom tiefsten Punkt. Ich fuhr einen schönen Vorsprung heraus und konnte dann die Einfahrt so richtig geniessen», sagt sich Lars Forster sichtlich erleichtert.
Pieterse zum Zweiten
Bei den Frauen kommt Alessandra Keller als Erste aus der Startrunde zurück. In der ersten grossen Runde setzt sich aber sogleich die Holländerin Puck Pieterse an die Spitze und wenig später ab. Mit über 30 Sekunden Rückstand geht ihre Landsfrau Anne Terpstra in die Verfolgung, Keller fällt deutlich zurück.
Pieterse scheint nicht mehr einzuholen, auch wenn die Österreicherin Mona Mitterwallner auf den letzten beiden Runden die schnellste Zeit fährt. Angetrieben vom heimischen Publikum fährt ihre Landsfrau Laura Stigger in der Schlussrunde auch an Jenny Rissveds vorbei. Nach ihrem Auftaktsieg in Nove Mesto gewinnt Puck Pieterse zum zweiten Mal einen Weltcup, die beiden Österreicherinnen auf den Rängen zwei und drei.
Sina Frei belegt als beste Schweizerin Rang sechs, während Jolanda Neff auf Platz zehn fährt.
Österreichischer Doppelsieg am Downhill-Weltcup in Leogang
Der nächtliche Regen kann den Staub auf der Strecke kaum dämpfen und noch weniger die Stimmung der Zuschauer. Diese sind in Scharen gekommen, um die Local Heroes Vali Höll (RockShox Trek Race Team) und Andreas Kolb (Continental Atherton) zu sehen. Und sie werden für ihre Unterstützung reichlich belohnt, als die Weltmeisterin aus dem benachbarten Saalbach den ersten Platz in der Qualifikation, den ersten Platz im Halbfinale und auf dem Weg zu ihrem historischen Sieg vor den Augen ihrer Freunde und Familie die Uhr bei jedem Split auf Grün stellt.
Camille Balanche (Dorval AM Commencal) wird Zweite, während Rachel Atherton (Continental Atherton) ihren Sieg in Lenzerheide auf dem dritten Treppchen des Podiums wiederholt.
Die Vorfreude bei den österreichischen Zuschauern ist auch gross, als Kolb einen heißen Lauf hinlegt und dafür mit dem Hot Seat belohnt wird. Als Weltmeister Loic Bruni (Specialized Gravity) die Ziellinie überquert, bricht die Menge in Begeisterungsstürme aus, als klar wird, dass Kolb es geschafft hatte und den Sieg auf heimischem Boden erringen würde. Der amtierende UCI-Weltmeister Loic Bruni (Specialized) wurde Zweiter, während Jackson Goldstone (Santa Cruz Syndicate) Dritter wurde.
Damit führt nach zwei Runden Camille Balanche die Gesamtwertung vor Rachel Atherton auf Platz zwei und Vali Holl auf Platz drei an. Bei den Männern führt Loic Bruni vor Finn Iles auf Platz zwei und Loris Vergier (Trek Factory Racing Gravity) auf Platz drei.