Wie man Bike-Unfälle überwindet | Ride MTB

Wie man Bike-Unfälle überwindet

Unfälle gibt's. Aber während Narben und Knochen schnell verheilen, braucht der Kopf manchmal länger, um wieder der alte zu sein. Fünf Tipps gegen den Unfall-Kater.

«Brutaler und teurer Boom - Mountainbike-Unfälle nehmen zu», meine Bikerinnen und Biker. Das hab nicht ich gesagt, sondern der Blick am 19. Juli 2015. Drei Wochen später tat ich gut daran, die Statistik zu bestätigen, indem ich mir beim Biken das linke Schlüsselbein brach. Ich hatte mir bis dahin noch nie was gebrochen. Alle Stürze waren mehr oder weniger glimpflich verlaufen, aber dieses Mal stellte sich ein Baumstamm in den Weg. Das Geräusch des Aufpralls mit Knochenbruch hat sich seither unauslöschlich in mein Hirn eingebrannt. Das ist etwa so angenehm wie wenn man zur Weihnachtszeit «Last Christmas» nicht abschütteln kann. Und so sieht und hört man ihn immer wieder vor sich, George Michael mit blonder Mähne, gebleichten Zähnen und Ohrringen wie er sich im Schnee von Saas Fee austobt. Wham! Dagegen muss man unbedingt was tun. Denn bei den meisten Sportverletzungen ist die Psyche beteiligt, sagen Mediziner. Sie steuert das Bewegungsverhalten. Denken wir also auf dem Trail ständig an den guten alten George, fahren wir mit angezogener Handbremse und riskieren erst recht, wieder im Spital zu landen. Hier sind fünf praktische Tipps, die Euch helfen, Euren inneren George Michael zu vergessen: 
 

1. Kauft Euch ein neues Bike 

Klar, in den meisten Fällen war Euer Bike nicht schuld an Eurem Abwurf. Psychologisch macht es aber dennoch was aus, auf einem Bike mit reiner Weste unterwegs zu sein. Es ist so etwas wie ein Neubeginn, eine Glückssträhne, die bei Null anfängt. Ach ja: Und wenn Ihr schon dabei seid, kauft Euch am besten ein Bike in einer ganz anderen Farbe – zum Beispiel in Pink.
 

2. Trainiert wie Rocky 

Die beste Therapie war schon immer Aufbau. Trainiert Kondition und Kraft. Je besser Ihr körperlich drauf seid, desto besser fühlt sich auch Euer Kopf. Letzterer braucht dann automatisch nicht mehr an George Michael zu denken und der Spass am Fahren steht wieder im Vordergrund. Zur Motivation zieht Ihr Euch am besten einen alten Rocky-Film rein und schaut Euch die Trainingsszenen genau an. Aaaadriaaaan!!
 

3. Legt wieder mal Guns n’ Roses ein 

Das Kontrastprogramm zu George Michael sozusagen. Mit dem richtigen Sound kann man gar nicht verhalten fahren. Hört wieder mal Guns n’ Roses. Sie werden Euch den Rhythmus liefern, den Ihr braucht. Und irgendwann merkt Ihr, dass die beste Musik überhaupt einfach nur das Geräusch einer Trailabfahrt ist. Spätestens dann habt Ihr George Michael überwunden. Versprochen.
 

4. Habt Sex 

Ihr müsst wieder Vertrauen in Euren Körper haben. Dafür braucht es eine gute Körperwahrnehmung. Eine fehlerhafte Selbstwahrnehmung wird ja nicht nur zum Problem, wenn Ihr ängstlich seid. Übereifer kann auch schädlich sein. Da ist Sex die beste Medizin: Es hilft, verkrampfte Muskeln zu lockern und Verspannungen zu lösen. Und der Hormoncocktail wirkt als Schmerzmittel. Hört also nach dem Sex auf Euren Körper. Und falls es nicht hilft: Es hat sich in den meisten Fällen trotzdem gelohnt.
 

5. Friends only  

Ihr müsst Euch bei Euren ersten Trailversuchen nach einer Verletzung so wohl wie möglich fühlen. Nehmt deshalb Eure besten Freunde mit auf den Trail. Die, die einen anspornen, aber es nicht übertreiben. Die, die nie im Leben George Michael hören würden (ich hoffe Ihr habt solche Freunde). Und lasst alle anderen zu Hause, vor allem Eure Freundin oder Euren Freund, bitte.
 
P.S. Alle hier aufgeführten Tipps sind keineswegs wissenschaftlich belegt und wiederspiegeln nur die Meinung des Autors. Das gilt insbesondere für Nummer 4.  


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