Irrsinn im Elsass: Bikepark Lac Blanc steht vor Aus!
Der äusserst beliebte Bikepark Lac Blanc in den Vogesen steht nach 20 Betriebsjahren vor einer ungewissen Zukunft. Der zuständige kommunale Zweckverband (Smalb) hat kurzen Prozess gemacht und am 1. Juli 2026 beschlossen, den Betrieb der Liftanlagen an der Station ab der Saison 2026/27 komplett einzustellen. Die Begründung folgt dem aktuellen Zeitgeist: Die Folgen des Klimawandels, ausbleibender Schnee und die mangelnde Wirtschaftlichkeit des alpinen Skibetriebs machen den Bergbahnen den Garaus. Das Problem für Mountainbiker: Der Bikepark ist historisch wie auch technisch an den Sessellift gekoppelt. Fährt der Lift nicht mehr, fehlt dem beliebten Trail-Revier die fundamentale Basis. Seitens der Kommunalpolitik liegen für die Zeit nach 2026 bislang keinerlei Konzepte für einen alternativen, liftgestützten Sommerbetrieb vor.
Petition gegen den Irrsinn
Gegen diesen bürokratischen Irrsinn regt sich nun massiver, internationaler Widerstand direkt aus der Community. Angestossen durch einen erst 16-jährigen Mountainbiker, hat sich die Online-Petition «Non à la fermeture du Lac Blanc Bike Park!» in Windeseile zu einer handfesten, europaweiten Solidaritätswelle entwickelt. Binnen weniger Tage kamen tausende Unterschriften aus Frankreich, Deutschland, der Schweiz und den Benelux-Staaten zusammen. Auch namhafte Marken aus der Bike-Industrie und die Parkbetreiber selbst pushen die Aktion im Netz.
Existenzen lokaler Betriebe gefährdet
Die Argumente der Szene sitzen: Der top unterhaltene Bikepark kanalisiert die Gravity-Gemeinde perfekt und schützt die sensiblen Vogesen-Wälder vor unkontrolliertem, wildem Trail-Bau. Zudem hängt die Existenz lokaler Hotels, Restaurants und Bikeshops am seidenen Faden, da sie dank der Mountainbiker vom Sommertourismus leben. In der Szene sorgt vor allem das politische Paradoxon für Kopfschütteln. Dass man im Zuge des Klimawandels neben dem defizitären Skisport gleich auch das florierende Standbein im Sommer opfert, ist strategischer Unsinn. Die enorme Reichweite der Petition soll nun als Hebel dienen, um den Zweckverband an den Verhandlungstisch zu zwingen. Das Ziel ist klar: Ein neues, rein sommerfokussiertes Betreibermodell für den Sessellift ab der Saison 2027.