Schwarz – Rot – Blau: Zürich hofft auf zwei weitere Jumplines | Ride MTB

Schwarz – Rot – Blau: Zürich hofft auf zwei weitere Jumplines

Jumpline Zürich Allmend Züritrails

Nach fünf Jahren hat die Jumpline am Fuss des Uetliberg einen frischen Schliff erhalten.

Foto: David Kohli

Seit fünf Jahren hat Zürich eine öffentliche Jumpline. Nach einem gründlichen Reshape mit leichter Modifikation, fliegen die Biker wieder steil Richtung Baumkronen. In Zukunft soll es direkt daneben zwei einfachere Sprunglinien geben – die Verhandlungen zwischen Züritrails und dem Kanton laufen.

Mit einem Train eröffnen die Biker die neu geshapte Jumpline am Fuss des Uetliberg. Nur wenige Meter hintereinander fliegen sie über die messerscharf nachgezogenen und modifizierten Sprünge. Zuvorderst Lucas Huppert, der Weltklasse Slopestyler aus dem Kanton Zürich. Entspannt schiesst er auf dem E-Bike durch den Wald. «Ich komme immer mit dem Trailbike hierher, um mit meinen Kumpels ein paar Runden zu drehen.» Trainieren tut er inzwischen auf seiner privaten Anlage in Schaffhausen. Deshalb nimmt er sein Dirtbike nur noch selten mit nach Zürich. «Aber die Jumpline ist top», beteuert er.

Die Jumpline ist gewissermassen das Bindeglied zwischen dem Höckler-Trail, der keine hundert Meter vom Starthügel endet und dem Allmend-Trail für Kinder und Einsteiger, der darunter liegend die verbleibenden Tiefenmeter hinunter in die Zürcher Allmend nutzt, wo man dann die letzte Energie auf dem Pumptrack loswerden kann. Zwischen der roten Freeride-Strecke und dem blauen Skills-Pfad ist die schwarze Jumpline mit ihren massiven Kickern eine besondere Herausforderung.

 

 

Vor fünf Jahren wurde sie fast zeitgleich mit den beiden anderen Strecken eröffnet. Das Publikum der Sprunglinie ist logischerweise einiges kleiner. Wer es bis in die Landung schaffen will, muss mit sehr viel Airtime klarkommen. Der Verein Züritrails, der die Anlage betreibt, hat in den vergangenen Jahren im Schnitt 7000 Fahrten pro Monat gezählt. Als die Sprünge nach dem Reshape vor zwei Wochen in Betrieb gingen, seien es 600 bis 1000 Fahrten pro Werktag gewesen und 2000 bis 3000 am Wochenende, erklärt Flurin Dörig, Co-Präsident des Stadtzürcher Vereins. Wie viele Personen es sind, die all diese tausenden Laps fahren, weiss niemand. Am offiziellen Eröffnungstag allein hat der Zähler über 3000 Fahrten registriert. Genutzt wird die Anlage auf jeden Fall. Das Gute für nicht ganz so versierte Biker: Alle Sprünge sind rollbar.

Hoffen auf eine rote und eine blaue Jumpline

Vor dem Reshape hat Züritrails die Community gefragt, wie die Anlage verbessert werden könnte. «Dabei hat sich gezeigt, dass ein Teil der Leute gerne einfachere, weniger massive Sprünge hätte,  viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wollten sie aber mindestens so gross, wie sie waren», beschreibt Flurin Dörig. «Ginge es nach uns, dann hätten wir gleichzeitig mit dem Reshape eine rote und eine blaue Jumpline neben der schwarzen eröffnet.» Die Stadt hat Züritrails bereits hinter sich. Samuel Spörri vom Sportamt sagt: «Die aktuelle Line ist schwarz und damit für fortgeschrittene Fahrer:innen. Aus Sicht des Sportamts der Stadt Zürich wäre es wünschenswert, auch Jumplines für weniger gute Biker:innen anzubieten. Eine zeitnahe Weiterentwicklung zum Trailcenter mit einfacheren blauen und roten Linien wäre daher wichtig.» Die Pläne sind ausgearbeitet, es fehlt noch das Ok vom Kanton Zürich. «Wir arbeiten daran», gibt sich Dörig optimistisch.

Immerhin einen Trail durfte Züritrails neu anlegen: den Uphill-Trail zurück zum Start. In der ursprünglichen Form war die Forststrasse dafür vorgesehen, die in einem weiteren Bogen zurück zum Einstieg führt. Die meisten Nutzerinnen der Jumpline schoben ihre Bikes aber direkt daneben den Hang hoch. Es bildete sich ein Trampelpfad, der zudem zweimal die Bahn der Dirtjumper kreuzte. Der ist nun Geschichte. Auf dem neuen Uphill stapfen die Biker immer auf derselben Seite der Sprünge hoch und können dabei die Whips und Onefooter der Kollegen beobachten.