Steppenwolf unter neuem Dach
Die Mifa oder Mitteldeusche Fahrradwerk AG erwirbt die wesentlichen Vermögenswerte des Münchner Herstellers Steppenwolfs in Form eines Asset Deals über ihre eigens dafür neugegründete Tochtergesellschaft, die Steppenwolf Bavaria GmbH. Übernommen werden die Markenrechte und Kundenbeziehungen der Steppenwolf sowie die Geschäftsbereiche Sales, Marketing und Außendienst.
Am 26. Juli 2012 hatte Steppenwolf Insolvenz angemeldet, das Insolvenzverfahren wurde am 21. August 2012 eröffnet. Über den Kaufpreis der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Mittel stammen aus der Kapitalerhöhung, die die Mifa im Juli 2012 durchführte. Peter Wicht, Vorstand der MIFA, kommentiert die Akquisition wie folgt: «Schon ab der Fahrradsaison 2013 erwarten wir positive Impulse durch Steppenwolf.»
Mit der Akquisition von Steppenwolf setzt die Mifa die eingeschlagene Wachstumsstrategie fort, die sie im Rahmen der Kapitalerhöhung vorgestellt hatte. Wicht stellt in Aussicht durch durch den Zukauf attraktiver Marken weiter wachsen zu wollen.
Im März 2012 hatte die Mifa bereits den Berliner E-Bike-Hersteller Grace mehrheitlich übernommen, einen E-Bike-Spezialisten, der unter anderem das Smart E-Bike produziert. Mifa gibt auch bekannt, Synergieeffekte und einen Know-How-Transfer zwischen den Marken Grace und Steppenwolf installieren zu wollen.
Die Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG mit Sitz in Sangerhausen ist gemäss eigenen Angaben der absatzstärkste deutsche Fahrradhersteller. Das Unternehmen produziert Fahrräder aus gelieferten Komponenten, wobei der Schwerpunkt auf projektbezogener Auftragsfertigung für große Einzelhandelsketten liegt. Seit dem Geschäftsjahr 2011 werden auch E-Bikes gefertigt.
Außerhalb Deutschlands setzt die Mifa ihre Fahrräder vor allem in Westeuropa ab; dabei werden sowohl das operative Geschäft als auch Verwaltung und Logistik am einzigen Produktionsstandort in Sangerhausen gesteuert. Im Geschäftsjahr 2011 verkaufte die Mifa rund 644.000 Fahrräder (Vorjahr: rund 593.000). Dabei erzielte sie einen Umsatz von 100,5 Mio. Euro, eine Steigerung von 31,4% gegenüber 2010 (76,5 Mio. Euro).