WM Lugano: Frischi holt sich den Marathon-Titel
Frischi startet sehr gut und lag bis zur Rennhälfte an der Spitze. Dietsch als Zweiter setzte sich im Aufstieg ab Isone leicht ab, Frischi lag hinter dem Olympiasieger von Atlanta, Bart Brentjens, gut zwei Minuten zurück. Bis gut zwei Kilometer vor dem Ziel konnte der Franzose Thomas Dietsch seine Führung verteidigen. Ein Reifendefekt und ein abgrissenes Ventil machten aber Dietschs Goldaussichten kurz vor dem Ziel zu Nichte, und er fiel noch auf den neunten Rang zurück. Damit lag einem Zweikampf Frischi-Brentjens nichts mehr im Wege - man erinnert sich an die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta, wo Brentjens den Zweikampf für sich entschied. Dieses Mal wird es anders kommen.
Frischi zeigte sich über den Weltmeister-Titel überglücklich. Im Hinblick auf das Cross Country-Rennen sei nun alles möglich und er sei motiviert wie kaum je zuvor. Die körperliche Erholung sollte kein Problem darstellen, Frischi stellte seinen Marathonstart stets aufgrund psychischer Aspekte in Frage. Ein vierter oder sogar auch ein zweiter Platz hätten einen mentalen Rückschlag zur Folge, der in einer Woche nicht unbedingt wieder gut zu machen sei. Frischi zählt damit für das Cross Country-Rennen am kommenden Sonntag durchaus wieder zu den Favoriten - aber eine Handvoll anderer Athleten haben die Beine auch nicht unbedingt hochgelagert…
Der Feldbacher «Master of Mountainbike» war übrigens auf der neuen vollgefederten Maschine von Scott unterwegs, dem Scott Genious. Laut Frischi ein Grund für seinen Titel: In den Abfahrten habe er viel Zeit gutmachen und gewinnen können. Auch seine langjährige Rennerfahrung kommt Frischi in solch langen Rennen durchaus zu gute. Mit dieser WM fährt er nun bereits seine 14. Bike-WM und noch nie stand er zu oberst auf dem Podest, einmal kriegte er einen WM-Titelk nachträglich zugestanden, nachdem der Sieger des Dopings überführt wurde.
Rangliste Herren
1. Thomas Frischknecht
2. Bart Brentjens (NEL)
3. Carsten Bresser (GER)
4. Bas Peters (NED)
5. Mauro Bettin (ITA)
6. Marzio Deho (ITA)
7. Massimo De bertolis (ITA)
8. Frédérique Frech (FRA)
9. Thomas Dietsch (FRA)
10. Sandro Spaeth (SUI)
11. Thomas Spichtig (SUI)
15. Andreas Kugler (SUI)
17. Pascal Cattin (SUI)
18. Christof Bischof (SUI)
19. Reto Manetsch (SUI)