Yeti bringt Weltcup-Technik ans Trailbike | Ride MTB

Yeti bringt Weltcup-Technik ans Trailbike

Yeti MT 2026

Foto: Yeti Cycles

Yeti läutet beim Trailbike einen Generationenwechsel ein: Das neue MT beerbt das erfolgreiche SB140 und übernimmt mit Sixfinity jene Hinterbauplattform, die sich bereits am E-Mountainbike und am jüngst präsentierten LT bewährt hat. Dazu kommen 140 Millimeter Federweg, eine 160-Millimeter-Gabel und zahlreiche Möglichkeiten zur Abstimmung.

Fast ein Jahrzehnt lang gehörten SB130 und SB140 zu den wichtigsten Modellen im Yeti-Programm. Nun schickt der Hersteller sein Trailbike in eine neue Ära. Das neue MT übernimmt nicht nur die Rolle des SB140, sondern verabschiedet sich auch von dessen Switch-Infinity-Hinterbau. An seine Stelle tritt Sixfinity, womit Yeti die ursprünglich für das E-Mountainbike entwickelte Plattform auf seine klassischen Mountainbikes ausweitet.

Die Geschichte von Sixfinity reicht bis ins Jahr 2016 zurück. Nach ersten Prototypen folgte 2019 ein Trailbike aus Carbon, ehe das System im 160e erstmals in Serie ging. Später nutzte Yeti den Downhill-Weltcup als Entwicklungsplattform. Weitere Erkenntnisse sammelten die Entwickler mit einem «Super Mule», an dem unter anderem unterschiedliche Kettenstrebenlängen, Tretlagerhöhen, Lenkwinkel und Reach-Werte getestet wurden.

Sechs Gelenke schaffen Spielraum

Das Herzstück des MT ist der Sixfinity-Hinterbau. Dessen sechs Gelenke erlauben es Yeti, drei zentrale Parameter weitgehend unabhängig voneinander abzustimmen: Pedaliereffizienz, Bremsverhalten und Übersetzungsverhältnis des Dämpfers. Ein hoher Anti-Squat-Wert im Sag-Bereich soll beim Pedalieren für Effizienz sorgen, während dieser mit zunehmendem Federweg deutlich abfällt und dem Hinterbau in der Abfahrt mehr Bewegungsfreiheit gibt.

Gleichzeitig reduziert Yeti gegenüber dem SB140 die Anti-Rise-Werte. Dadurch soll der Hinterbau beim Bremsen aktiver bleiben, ohne dass sich die Geometrie zu stark verändert. Das Ziel ist mehr Traktion und ein berechenbares Verhalten bei harten Schlägen unter hoher Bremslast.

Beim MT stehen 140 Millimeter Federweg am Heck einer Gabel mit 160 Millimeter Federweg gegenüber. Über einen Flip-Chip lässt sich zudem die Progression des Hinterbaus in drei Stufen mit 10, 15 oder 20 Prozent einstellen. Geometrie sowie Anti-Squat- und Anti-Rise-Werte bleiben davon unberührt. So lässt sich der Charakter des Fahrwerks verändern, ohne gleichzeitig die grundsätzliche Balance des Bikes zu verschieben.

Yeti stimmt jede Grösse einzeln ab

Auch bei der Geometrie verabschiedet sich Yeti vom Prinzip, einen Rahmen lediglich grösser oder kleiner zu skalieren. Kinematik und Position der Bauteile werden für jede Rahmengrösse separat angepasst. Dazu wachsen die Kettenstreben mit der Rahmengrösse. Sie messen zwischen 436 und 452 Millimeter. Der Lenkwinkel liegt durchgehend bei 64,5 Grad, der effektive Sitzwinkel bei 77 Grad. Beim Reach reicht die Bandbreite von 430 bis 505 Millimeter.

Erhältlich ist das MT ausschliesslich mit dem hochwertigen TURQ-Carbonrahmen. Vectran-Fasern sollen die Schlagfestigkeit erhöhen, während Yeti gleichzeitig eine hohe Steifigkeit und ein vibrationsdämpfendes Verhalten verspricht.

Neu ist zudem ein Stauraum im Unterrohr. Darin finden Werkzeug, Schlauch oder Verpflegung Platz. Eine speziell entwickelte Rahmentasche hält den Inhalt an seinem Platz, eine umlaufende Gummidichtung schützt vor Schmutz und Wasser. Unterhalb des Fachs befinden sich zudem versteckte Aufnahmen für AirTag- oder Tile-Tracker. Die Leitungen verlaufen intern durch geformte Führungskanäle, während ein neuer Kettenstrebenschutz für Ruhe sorgen soll.

Fünf Modelle starten ab 6200 Franken

Yeti bietet das MT in mehreren Ausstattungsvarianten und den Farben Turq, Gunmetal und Redrum an. Das Spitzenmodell mit Sram XX AXS kostet 10’500 Franken und wiegt laut Hersteller 14,351 Kilogramm. Darunter folgen unter anderem Varianten mit Sram X0 AXS für 8800 Franken sowie Shimano XT Di2 ab 8300 Franken.

Der Einstieg liegt bei 6200 Franken. Damit positioniert Yeti das MT weiterhin klar im Premiumsegment. Technisch fällt der Schritt allerdings deutlich grösser aus als bei einer gewöhnlichen Modellpflege: Mit Sixfinity erhält das Trailbike einen komplett neuen Hinterbau und übernimmt jene Plattform, auf die Yeti künftig einen wesentlichen Teil seiner Mountainbike-Palette aufbaut.

yeticycles.com/mt