Ferrand-Prevot doppelt nach – Schweizerinnen holen U23-Medaillen
Das Rennen der Elite Frauen startet mit Puck Pieterse an der Spitze und Jolanda Neff im Schlepptau. Doch die Holländerin muss die Führung bald an die Französin Loana Lecomte abgegen, die nun alleine vorneweg fährt. Neff bricht ein, dafür kann sich Alessandra Keller in der Verfolgung halten. Überraschend liegt auch Pauline Ferrand-Prevot hinter den Top-10. Lange dauert es aber nicht, und die Short-Track-Weltmeisterin holt auf, erst unter die ersten fünf, dann heftet sie sich in Runde zwei an Lecomtes Fersen.
Noch in derselben Runde setzt sich Ferrand-Prevot an die Spitze und distanziert sogleich ihre Kollegin, anfänglich wenig, dann aber immer deutlicher. Der Kampf um Bronze wird härter, als sich Evie Richards (GBR) in Runde drei zu Keller und Pieterse gesellt. Doch Keller forciert immer wieder das Tempo und kann in Runde vier ihre Kontrahentinnen etwas distanzieren. Dahinter aber ist die Österreicherin Mona Mitterwallner am Aufholen, während Richards zu ihr zurückfällt.
In der vorletzten Runde ist dann so weit, Mitterwallner hat die Lücke geschlossen. und heftet sich nun an die Fersen der Holländerin. Die zuvor sehr aktive Keller verliert allmählich den Anschluss um das Medaillenrennen. Derweil geht Ferrand-Prevot mit über einer Minute Vorsprung auf Lecomte in die Schlussrunde. Daran ändert sich auch auf den letzten Kilometern nichts mehr, und sie doppelt nach ihrem Short-Track-Sieg nach. «Ich super happy, dass ich auch diesen Titel verteidigen konnte. Nach meinem schlechten Start fuhr ich einfach mein Tempo, forcierte berghoch und ging bergab keine Risiken ein, konnte mich dafür stets gut erholen. Ich bin vor allem sehr stolz auf mich, dass ich mich von meinem schlechten Start nicht beirren liess», analysiert Ferrand-Prevot ihr Rennen nüchtern.
Loana Lecomte freut sich über Rang zwei, während das spannendste Rennen dahinter stattfindet. Dort scheint Mona Mitterwallner nach Bronze zu greiffen. Doch Puck Pieterse dreht den Spiess nochmals um und schnappt der Österreicherin noch die Medaille weg. Alessandra Keller kommt nach einem beherzten Rennen auf Platz fünf ins Ziel. «Im Moment schmerzt die verpasste Medaille noch etwas, aber ich hatte einfach nichts mehr übrig. Ich hatte einen sehr schlechten Start und verpuffte viel Kraft beim Aufholen, die hat mir am Ende gefehlt», sagt Mitterwallner.
Caluori und Blöchlinger gewinnen Silber und Bronze
Im Rennen der U23-Frauen gibt die Neuseeländerin Samara Maxwell von Beginn den Ton an. Mit dabei die Schweizerinnen Ronja Blöchlinger und Noëlle Buri, nicht aber die Mitfavoritin Sofie Pedersen. Die Dänin kommt in der Startrunde zu Fall, kämpft sich aber wieder in die Top-5 zurück, wo auch Ginia Caluori positioniert ist.
Maxwell baut ihr Vorsprung zunehmend aus, rund 20 Sekunden dahinter immer noch Blöchlinger auf der zwei. Währenddessen sind Caluori und die Ungarin Kata Blanka Vas anfangs Runde drei bereits auf Medaillenkurs. Eine Runde später hat die Neuseeländerin den Vorsprung bereits verdoppelt, und Caluori schliesst zu ihrer Landsfrau Blöchlinger auf. Pedersen aber fällt wieder zurück.
In Runde fünf endet die Zusammenarbeit der beiden Schweizerinnen, als Blöchlinger etwas einbricht. Samara Maxwell mittlerweile eine Minute voraus, fährt den Weltmeistertitel ins Trockene. «Ich kann es noch gar nicht fassen», freut sich Maxwell. «Es war schon meine Taktik, schnell zu starten, war dann aber plötzlich allein vorneweg. Danach habe ich das Tempo durchgezogen. Während der Vorbereitung hatte ich auf so viele Dinge verzichtet, so bedeutet mir diese Goldmedaille sehr viel. Es ist einfach unglaublich toll.»
Auch dahinter ändert sich nichts mehr. Ginia Caluori und Ronja Blöchlinger gewinnen die Silber- und Bronzemedaille mit 1.01 und 1.27 Minuten Rückstand. Noëlle Buri rundet die starke Schweizer Team-Leistung mit Rang sechs ab.