Pidcock ist Weltmeister – Schurter und Lillo gewinnen Bronze
Das Weltmeisterschafts-Rennen der Elite-Männer startet nicht für alle Teilnehmer nach Wunsch. Bereits in der Startrunde stürzt Mathieu Van der Poel, er gibt wenig später das Rennen auf. Vorne bildet sich eine achtköpfige Spitzengruppe, die sich bald schon auf vier Fahrer reduziert. Es sind Nino Schurter, Alan Hatherly (RSA), der Belgier Pierre de Froidmont und Jordan Sarrou (FRA). Doch dahinter pirscht sich allmählich Tom Pidcock heran.
In der dritten von acht Runden ist der Brite dran, Froidmont allerdings nicht mehr. Und nur eine Runde später fällt auch Sarrou dem hohen Tempo zum Opfer. Bis in die sechste Runde sind die Führenden noch als Trio unterwegs, dann aber zählt das Ausscheidungsfahren mit Alan Hatherly ein weiterer Fahrer raus. Und noch in derselben Runde bläst Tom Pidcock zur Attacke, Nino Schurter kann dem Tempo des Briten nicht folgen.
Während Pidcock seinen Vorsprung auf 20 Sekunden ausbaut, robbt sich der Neuseeländer Sam Gaze an Schurter heran und vorbei. Der Titelverteidiger kann sich noch bis Mitte Schlussrunde an Gaze halten, muss ihn dann ziehen, nicht aber aus den lassen. Unweit hinter Schurter ist Victor Koretzky auf der Hatz.
Gaze holt immer auf, doch das gefährdet den Cross-Country-Weltmeistertitel des Briten nicht mehr. Tom Pidcock gewinnt vor Sam Gaze, Nino Schurter kann seine Position gegenüber Koretzky behaupten und gewinnt Bronze. «Heute lag nicht mehr drin. Ich versuchte dranzubleiben, brach dann aber fast ein und musste mich noch gegen Koretzky verteidigen. Natürlich habe ich mir mehr erhofft, und trotzdem ist es schön, dass es wieder für eine Medaille reichte», sagt Schurter.
Als zweiter Schweizer belegt Lars Forster Rang acht, ein gutes Resultat, das noch viel besser hätte sein können, wie selbst zu Protokoll gibt: «Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, ich hatte super Beine. Leider hatte ich in der dritten Runde einen Plattfuss, den ich mir nicht so richtig erklären kann. Ohne dieses Malheur hätte ich vielleicht um die Medaillen mitfahren können.»
Mathias Flückiger wird nach dem Start mehrfach behindert, fällt zurück und wird für ihn enttäuschender Zwölfter. Sein Team-Kollege Vital Albin belegt Rang 14, Marcel Guerrini wird 16. Im ersten Renndrittel noch auf Position elf, stürzt Thomas Litscher heftig und rollt sich schmerzverzerrt aus der Strecke. Er kann das Rennen aber wieder aufnehmen und belegt am Ende den guten 22. Platz, unmittelbar hinter Nati-Kollege Joel Roth.
Ein Schotte siegt zuhause
Die erste Reihe des U23-Rennens der Männer war mit den vier verschiedenen Siegern der diesjährigen U23-UCI-Weltcup-Rennen sehr gut besetzt: Oliver Vedersø Sølvhøj (DEN), Dario Lillo (SUI), Adrien Boichis (FRA) und (CAN).
Mitfavorit, der Kanadier Carter Woods ist wegen eines mechanischen Problems schnell aus dem Rennen um die Medaillen. Während der Zug vorne mit Local Charlie Aldridge und dem Schweizer Dario Lillo, Adrien Boichis (FRA) und Riley Amos (USA) abfährt, nimmt Woods das Rennen als Letzter wieder auf. Nach einer Runde hat die Spitze einen Vorsprung von zwölf Sekunden zu ihren nächsten Verfolgern herausgefahren.
Nach der Hälfte der Strecke liegt das Quartett über 20 Sekunden vor dem Verfolgertrio. In der vierten Runde, am höchsten Punkt des Hauptanstiegs nutzt der 22-jährige Aldridge seine Fähigkeiten in der Abfahrt, um ein paar Sekunden auf seine Mitstreiter herauszuholen. Amos beginnt den Druck zu spüren und fällt in der fünften von sieben Runden ab.
Als die Glocke die letzte Runde einläutet, greift Lillo an, doch der Schotte kontert. Dann legt Boichis mit einer Attacke nach und wieder kontert Aldridge. Dieses Mal kann aber Lillo das Tempo nicht mehr mitgehen. Der Schotte macht weiter Druck und setzt sich nun vom Franzosen ab. Nach 1:13.53 Stunden gewinnt er die Goldmedaille, 13 Sekunden vor Boichis, weitere 16 Sekunden zurück fährt der Schweizer Dario Lillo auf den Bronzerang.
«Vor heimischem Publikum zu gewinnen, über diese einmalige Gelegenheit habe ich schon lange nachgedacht. Dass ich es jetzt geschafft habe, ist der absolute Wahnsinn», freut sich Aldridge.
Die Schweizer Janis Baumann und Luke Wiedmann belegen die Plätze zehn und zwölf.