Schweizer Fahrradmarkt: Das zweite Jahr im Rückwärtsgang | Ride MTB

Schweizer Fahrradmarkt: Das zweite Jahr im Rückwärtsgang

Chart Pixabay

Im Jahr 2020 hatten die Fahrradverkäufe in der Schweiz einen einmaligen und absoluten Höhenflug hingelegt. Nach einem Verkaufsminus von 1.5 Prozent im 2021 schrumpft der Verkauf im Jahr 2022 nochmals um zwei Prozent. Wie die Schweizer Fachstelle für Velo und E-Bike mitteilt, geht dieses Minus voll aufs Konto der unmotorisierten Bikes. Und: Bald ist wohl jedes zweite verkaufte Velo ein E-Bike und E-Mountainbikes sind nicht mehr die absoluten Verkaufsschlager.

Von 2020 bis ins Jahr 2021 hinein gab es absatzmässig nur eine Bewegung: Nach oben. Fahrräder verkauften sich wie geschnitten Brot. Bis die Lager komplett leer waren, bei den Lieferanten, wie bei den Fachhändlern. Ab der zweiten Jahreshälfte 2021 flachte sich dieser Aufwärtstrend deutlich ab: Massive Lieferschwierigkeiten hinterliessen tiefe Spuren, die Absatzzahlen sanken deutlich. 

2022 begann im ersten Halbjahr ebenfalls verhalten. Ab Mitte Jahr normalisierte sich die Marktsituation dann aber zusehends und die Bestellrückstände wurden teilweise lawinenartig ausgeglichen. Bis Ende Jahr rollten 218'730 neue E-Bikes in den Markt, was ein Plus von 17 Prozent gegenüber 2021 bedeutet. Nicht ganz so rosig sieht es bei den rein muskelgetriebenen Fahrrädern aus, von denen 264'832 Stück zur Auslieferung kamen. Damit steht das Verkaufsverhältnis Velo zu E-Bike in der Schweiz nun bei 55 zu 45 Prozent. Es sei somit abzusehen, dass bald jedes zweite verkaufte Fahrrad ein E-Bike sein wird.

Gravel Top, Mountainbikes schwächeln

Innerhalb der verschiedenen Segmente zeigen sich gemäss der Erhebung der Schweizerischen Fachstelle Velo und E-Bike teils markante Verschiebungen: Bei den Fahrrädern falle der Run auf hochwertige Rennräder und Gravelbikes auf. Letztere konnten die Verkaufszahl sogar mehr als verdoppeln, derweil die Verkaufszahlen bei den Mountainbikes teils deutlich sanken. 

Bei den E-Bikes hat sich die Verlagerung von E-Mountainbike zum SUV-E-Bike und sogenannte Crossover-E-Bike, das als solches erstmals in einer eigenen Kategorie erfasst wurde, weiter akzentuiert. Das führte nun erstmals dazu, dass weniger E-Mountainbikes verkauft wurden als im Vorjahr. Auch bei den E-Rennrädern und Gravel- E-Bikes flachte die Hausse des Vorjahrs wieder deutlich ab. Die vollausgerüsteten City-E-Bikes konnten dagegen nochmals deutlich zulegen und machen nun mit knapp 70'000 Stücken den Löwenanteil im Bereich der Elektro-Freizeit-, City- und Alltagsfahrräder aus.

2020 ist nicht zu toppen

Den magischen Wert einer halben Million verkaufter Neufahrzeuge bleibt dem Schweizer Fahrradmarkt nun für das Jahr 2020 vorbehalten. Im Jahr 2021 wechselten rund 493'000 Neuräder den Eigentümer. Gegenüber dem Vorjahr 2021 schrumpfte der gesamte Schweizer Velomarkt stückzahlmässig 2022 jedoch zum zweiten Mal in Folge um 2 Prozent (2021 -1,5 Prozent) auf 483562 Einheiten.

velosuisse.ch/medienstelle