27.5-Zoll erobert weiteres Terrain | Ride MTB

27.5-Zoll erobert weiteres Terrain

Bis noch vor kurzem hielten sich einige Hersteller in gewissen Segmenten zurück, grössere Laufräder einzusetzen. Nun taucht bei Cannondale, Trek und KHS grösseres Rollmaterial in Segmenten auf, wo man sich bis vor kurzem noch zurückhielt.

Augenfällig ist der Grössenwechsel bei Trek. Im vergangenen Jahr hat der US-Bike-Hersteller die verbleibenden 26-er aus dem Allmountain-Sektor auf das nächst grössere Radmass gesetzt. Nur beim Downhill-Boliden «Session» schwor man weiter auf kleines Rollmaterial. Es war anzunehmen, dass Trek auch dort diesen Schritt bald machen wird. Tatsächlich gibt es bereits 27.5-Zoll-Prototypen dieses Modells. Diese Bikes werden bereits von Trek's Team-Fahrern getestet – scheinbar mit Erfolg. Das neue «Session» hat bereits einen Neuseeländischen Downhill-Meistertitel durch George Brannigan in der Tasche.

Auch Cannondale feiert bereits Erfolge, die mit grösseren Laufrädern erziehlt wurden. Der weltbeste Enduro-Fahrer Jérôme Clementz (FRA) schrieb im Jahr 2013 noch auf 26-Zoll-Laufräder Enduro-Geschichte und bekannte sich als Liebhaber der kleinen Laufräder. Nun gewinnt der flinke Franzose das mehrtägige Enduro-Abenteuer «Andes Pacifico» in Chile auf einem «Jekill»-Prototypen von Cannondale mit 27.5-Zoll-Laufrädern.

Im Downhill-Bereich macht sich auch die amerikanische Marke KHS an die grösseren Laufräder heran. Allerdings setzt KHS im Enduro wie im Downhill bereits auf das Mittelmass und zimmert deshalb einen Prototypen mit 29-Zoll-Laufrädern. Ganz so erfolgreich wie der Einstand von Trek und Cannondale ist der von KHS nicht. Der Twentyniner-Downhill-Pilot Kevin Aiello klassiert sich beim Mojave-Downhill-Rennen (USA) mit rund 25 Sekunden Rückstand als Siebter. Nichtsdestotrotz ist es spannend zu sehen, dass der Schritt 29er einzusetzen auch im Downhill gewagt wird.

Es ist absehbar, dass in diesem Jahr noch weitere Hersteller ihren federwegreichen Bikes grössere «Schuhe» verpassen werden.